Erhält Endspiel gegen Dortmund 

Eintracht Frankfurt: Trainer Albert Riera droht Aus – Endspiel gegen BVB

©IMAGO

Die Luft für Eintracht Frankfurts Trainer Albert Riera wird immer dünner. Dass der 44 Jahre alte Spanier die SGE über den Sommer hinaus betreuen darf, wird zunehmend unwahrscheinlicher. „Rieras fatale 24 Stunden: Ein Gesichtsverlust auf allen Ebenen“, schrieb der „Kicker“ und meinte damit zunächst die Brandrede des Coaches sowie die weitgehend trostlose Vorstellung seiner Mannschaft gegen den Hamburger SV (1:2). „Riera steht in Frankfurt vor dem Aus“, heißt es bei der renommierten „FAZ“. Und die nicht weniger seriöse „Süddeutsche Zeitung“ ist der Ansicht: „Die Atmosphäre ist vergiftet.“

Die mit Riera besonders kritisch umgehende „Bild“ will mit Vereinsikone Alexander Meier schon einen Kandidaten ausgemacht haben, der in Frankfurt sofort einspringen könnte, um die Saison noch zu einem harmonischen Ende zu bringen. Der 43-Jährige hatte bereits nach der Entlassung von Dino Toppmöller für vier Spiele mit vier Niederlagen an der Seite von Interimstrainer Dennis Schmitt gestanden.

Update 16:50 Uhr: Am Montagnachmittag berichtete die „Bild“ von einer Entscheidung in Frankfurt. Riera erhalte am Freitag ein „Endspiel“ gegen Borussia Dortmund, weil die Zeit nicht ausreicht, um einen passenden Nachfolger zu finden. Eine interne Lösung, wie zuvor mit Meier vermutet, lehne Sportvorstand Markus Krösche ab. Das Team um Kapitän Robin Koch wurde bei einer Krisensitzung informiert und soll das Endspiel für Riera akzeptieren.

Angelastet wird Riera dem „Kicker“ zufolge neben einem spielerischen Offenbarungseid stures Festhalten am 4-1-4-1-System, zudem setze er Spieler nicht gemäß ihren stärksten Positionen ein. Hinzu komme ein rätselhafter Umgang mit Profis wie Mario Götze, der einerseits gelobt wurde, andererseits aber kaum eine Rolle auf dem Platz spielen darf. Die Kritik konzentriere sich längst aber nicht nur auf den Trainer, sondern auch auf die Mannschaft, weil die Entwicklung und das Gesamtgefüge von Markus Krösche falsch eingeschätzt worden seien. Dass Riera unmittelbar vor dem Aus stehe, sei am Sonntag nicht zu erkennen gewesen. Ein Bekenntnis der Verantwortlichen zum umstrittenen Coach, dessen Verpflichtung als Fehler beschrieben wird, gab es allerdings auch nicht.


Riera, der die Berichterstattung über Meinungsverschiedenheiten mit eigenen Spielern wie Jonathan Burkardt als „totalen Bullshit“ abgetan hatte, sorgt laut der „SZ“ mit seiner Ich-Bezogenheit intern für Irritationen. Hinweise aus der Vereins-Medienabteilung, entspannter mit Reporterfragen umzugehen, soll Riera mit dem Kommentar „I don’t need a babysitter“ („Ich benötige keinen Babysitter“) beantwortet haben. Die überregionale Zeitung kommt ebenso zu der Folgerung, dass im Sommer Schluss sein dürfte. Die Quote spricht gegen den emotionalen Übungsleiter, der in zwölf Partien einen Punkteschnitt von 1,33 aufweist und damit weniger als Vorgänger Toppmöller (1,55).

Riera selbst gab sich nach der Niederlage gegen den HSV schon fast ungewohnt kleinlaut. „Bis zum letzten Moment werde ich mein Bestes geben. Und wenn es nicht reicht, dann reicht es eben nicht. Aber ich versuche mein Möglichstes“, sagte der sonst so wortgewaltige und selbstbewusste SGE-Trainer. Sportvorstand Krösche wollte direkt nach dem Spiel nicht über Riera sprechen. Nachfragen zu der Zukunft des impulsiven Spaniers wich er aus. Stattdessen nahm er die Mannschaft in die Pflicht. „Ich bin extrem verärgert über die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben“, sagte Krösche. Vor allem nach der Führung habe sein Team zu einfach die Gegentore kassiert. Wenn man solche Fehler mache, „dann haben wir auch mit dem Kampf um Europa nichts zu tun.“

TM-Community sieht Eintracht Frankfurts Trainer Riera ebenfalls kritisch

Eintracht-Fan „Irwin_Schyster“ schreibt im SGE-Forum über Riera: „Bin wirklich niemand, der schnell des Trainers Kopf fordert – aber ich denke, man sollte das Missverständnis mit Riera dann doch, allerspätestens zum Saisonende, beenden.“ Seine Begründung: „Konnte er zu Beginn seiner Amtszeit noch damit punkten, dass wir uns defensiv deutlich stabilisiert haben und Heimsiege einfuhren, so ist davon mittlerweile kaum mehr was übrig. Dass er uns spielerisch nicht von heute auf morgen zwei Level hochbringt, war klar und absehbar, aber es ist eben keine Besserung in Sicht und mittlerweile passen die Ergebnisse auch nicht mehr. Wenn du es dann noch schaffst, die komplette (Frankfurter) Medienwelt nach zwei bis drei PKs komplett gegen dich aufzubringen, wird es sehr, sehr schwer hier.“

„Fan18“ sieht es ähnlich: „Aktuell sieht es nicht nach einer vorzeitigen Trennung aus. Wenn man das Auftreten der Mannschaft, das Gesamtbild und vor allem noch die Chance sieht, trotz all dem den siebten Platz zu erreichen, wundert mich dann schon, dass man offensichtlich nicht reagiert. Ich war am Anfang auch ‚hypt‘ auf Riera und dachte mir: Super, dass da jemand kommt, der den Jungs Feuer macht. Leider muss auch ich im Nachgang feststellen, dass da nicht viel rumkommt außer große Worte. Schaut man sich die vergangenen Gegner an und vor allem, wie wir Fußball spielen, ist das am Ende einfach viel zu wenig. Wir waren kein Spiel wirklich gut und haben keinen Gegner dominiert, wie es Riera gerne hätte. Dazu kommen seine merkwürdigen Auftritte, wo man teilweise gar nicht weiß, was man dazu sagen soll. Kaum eine Frage wird konkret beantwortet und alles endet in einem minütigen Monolog. Klar ist es auch für Riera nicht einfach, auf Englisch alles so darzustellen, wie er es meint, aber trotzdem kann man das Ganze schon konkretisieren. Die ganzen Nebenschauplätze rund um ihn sind einfach zu viel.“

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