Es ist eine unfassbare Tragödie, die kaum in Worte zu fassen ist. Am Mittwochabend kam es an der Bogenhofkreuzung im Gemeindegebiet von Oberndorf, nahe der Grenze zum Bezirk Melk, zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Im Kreuzungsbereich kollidierte ein Firmenbus mit einem E‑Scooter, auf dem zwei Mädchen unterwegs waren. Der 23‑jährige Lenker führte zwar noch eine Vollbremsung aus, konnte den Zusammenprall jedoch nicht mehr verhindern.
Ein zwölfjähriges Mädchen aus Bergland kam bei dem Unfall ums Leben. Die Schülerin war gemeinsam mit einer gleichaltrigen Freundin mit dem Roller – ohne Helm – unterwegs. Das zweite Mädchen aus der Nachbargemeinde St. Leonhard erlitt schwere Verletzungen und musste in einem Linzer Krankenhaus stundenlang operiert werden. Sie befindet sich weiterhin in einem kritischen Zustand.
Fassungslosigkeit an der Schule
In der Schule der beiden Mädchen, dem Gymnasium Wieselburg, herrschte ob des Vorfalls Fassungslosigkeit. Tief erschüttert zeigte sich Direktorin Sigrid Fritsch vom Gymnasium Wieselburg, das beide Mädchen zuletzt besucht hatten. „Wir haben sofort am Donnerstag in der Früh unser schulisches Kriseninterventionsteam aktiviert und gemeinsam mit Schulqualitätsmanager Christoph Maurer von der Bildungsdirektion allen Schülerinnen und Schülern psychologische Unterstützung angeboten“, betont sie. Viele Jugendliche hätten dieses Angebot angenommen, andere seien von ihren Eltern abgeholt worden.

Die betroffene Kreuzung wird laut Bezirkshauptmannschaft Scheibbs abermals überprüft.
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Reiterer
Die Betroffenheit sei in der gesamten Schulgemeinschaft deutlich spürbar, auch bei jenen Schülerinnen und Schülern, die die beiden Mädchen nicht persönlich gekannt hätten. „Es war für alle eine sehr schwere Situation“, betont Fritsch. Auch am Montag wurde das Unterstützungsangebot nochmals aufrechterhalten, habe jedoch nur mehr in einzelnen Fällen in Anspruch genommen werden müssen.
Unfallstelle mit tragischer Vorgeschichte
Im Kreuzungsbereich der B29 mit der L6140 war es allerdings nicht der erste tragische Unfall. Genau an dieser Stelle war im Jahr 2017 der Geschäftsführer des bekannten Wieselburger Familienunternehmens Moser Wurst, Hans Moser, im Alter von 49 Jahren tödlich verunglückt. Infolge dreier schwerer Verkehrsunfälle an besagter Kreuzung in den Jahren 2017 bis 2019 wurde diese im Zuge eines Lokalaugenscheins mit einem Amtssachverständigen für Verkehrstechnik sowie einem Vertreter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit evaluiert und umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit umgesetzt.
Insbesondere wurde das Verkehrszeichen „Halt“ um etwa zehn Meter in Richtung Kreuzung versetzt und beidseitig kundgemacht. Laut dem Scheibbser Bezirkshauptmann Johann Seper wurden zudem die Haltelinien erneuert und auf der L6140 eine sogenannte „Psychobremse“ in Form zusätzlicher Markierungen vor der Kreuzung angebracht.
Kreuzung wird erneut überprüft
Seit dem Jahr 2019 bis zu dem tragischen Unfall in der vergangenen Woche sind der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs keine relevanten Verkehrsunfälle an dieser Unfallstelle bekannt. Seit 2020 gilt die Kreuzung auch nicht mehr als Unfallhäufungsstelle. „Wie in derartigen Fällen standardmäßig vorgesehen, wird aufgrund des nunmehrigen Unfalls die betreffende Kreuzung gemeinsam mit Fachleuten neuerlich dahingehend geprüft werden, ob zusätzliche Verkehrsmaßnahmen erforderlich und auch möglich sind“, erklärt Seper.

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