Doch die Schweizer stehen fest zu Maulburg. Im Juli 2024 startete Endress+Hauser mit „Campus 2030+“ das größte Investitionsprojekt seiner 70-jährigen Geschichte. Fast 120 Millionen Euro fließen in den Ausbau und die Modernisierung des Standorts. Allein 2025 wurden 46,9 Millionen Euro investiert, 2026 sollen es bereits 75,3 Millionen Euro sein. Ziel ist es, die Fertigung und Entwicklung von Füllstands- und Druckmesstechnik auf eine neue Grundlage zu stellen und sie effizienter, nachhaltiger und damit zukunftsfähiger zu machen.

Bemerkenswert: Die Investitionen werden vollständig aus eigenen Mitteln finanziert. In den vergangenen fünf Jahren summierten sich diese auf 1,4 Milliarden Euro. „Unsere gesunde finanzielle Lage ermöglicht es uns, diese Summen aus eigener Kraft aufzubringen“, betont Noch-CFO Luc Schultheiss, der Mitte des Jahres von Christian Mäder abgelöst werden soll.

Wer durch das Werk schlendert, glaubt bisweilen, bei einem Start-up gelandet zu sein: Offene Arbeitsbereiche in der Entwicklung, lichtdurchflutete Räume, bewusst informell gehalteneKonferenzzonen mit Gummibärchen und Lampen im Ikea-Stil.

Gleichzeitig läuft die industrielle Realität auf Hochtouren. In den Produktionshallen arbeiten Bestückungsautomaten, die jährlich 473 Millionen Komponenten verarbeiten. Bemerkenswert leise und ruhig geht es dort zu.

Ein zentraler Bestandteil ist die konsequente Erprobung: Sämtliche Produkte werden vor Ort unter realen Bedingungen getestet. Für die Ingenieure ist das mehr als Qualitätssicherung – es ist unmittelbares Feedback aus der Praxis.