Mit dem Stockholm-System kommt ein in Schweden entwickeltes System seit 2017 auch in Graz zur Anwendung. Dabei wird den Bäumen im Untergrund ein großzügiger und stabiler Wurzelraum aus Steinen und Pflanzenkohlesubstrat aufgebaut. Der Wurzelraum einzelner Bäume oder Baumgruppen wird unterirdisch verbunden. Dadurch sind die Bäume, nach dem Vorbild des Waldes unterirdisch miteinander vernetzt und stehen somit in ständigem Austausch von Nährstoffen, Mineralien und Mikroorganismen.

In Graz wurde das Stockholmsystem bereits bei mehreren Projekten umgesetzt, zum Beispiel in der Eggenberger-Allee, am Kaiser-Josef-Platz, vorm Grazer Lendhotel, in der Köflachergasse, in der Leonhardstraße und in der Waagner-Biro-Straße.

Um mehr über die Leistungen und Wechselwirkungen des Stockholmsystems zu erfahren wurde am Leonhardgürtel im Herbst 2021 ein einzigartiges Pilotprojekt fertiggestellt, das im Auftrag der Abteilung Grünraum und Gewässer mithilfe von Forschungsförderungsgeldern der FFG unter dem Titel „MUFUWU-Multifunktionaler Wurzelraum“ umfassend wissenschaftlich begleitet wird.

Schon heute kann man aber auch selbst im wahrsten Sinne des Wortes „Hand anlegen“ und beispielsweise in der Leonhardstraße oder am Kaiser-Josef-Platz den Zuwachs der Baumstämme im Stockholmsystem mit den herkömmlich gepflanzten Bäumen derselben Art vergleichen – der größere Stammumfang ist schon nach drei Jahren deutlich und beträgt mehrere Zentimeter. Auch die Blattfarbe und Kronendichte sowie der jährliche Zuwachs sind bei den Bäumen im Stockholmsystem deutlich intensiver und das allgemeine Erscheinungsbild vitaler als das ihrer Kollegen.