Diego Simeone (l.) und sein Sohn Giuliano

Stand: 04.05.2026 • 19:57 Uhr

Söhne, die von ihren Vätern trainiert werden, gibt es in der Fußballwelt viele. Dass Vater und Sohn die Champions League gewinnen, gab es noch nicht. Diego und Giuliano Simeone von Atletico Madrid wollen das jetzt ändern.

Diego Simeone hat einen Traum. Fast 15 Jahre ist der Argentinier Trainer von Atletico Madrid. Er wurde mit dem Klub spanischer Meister, Pokalsieger und Europa-League-Sieger. Nur der Gewinn der Champions League, der fehlt ihm noch.


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Halbfinale

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Halbfinal-Rückspiel beim FC Arsenal

Jetzt ist er nah dran. Mit den „Rojiblancos“ steht der 56-Jährige im Halbfinale. Am Dienstag (21 Uhr) muss er im Rückspiel beim FC Arsenal ran. Und dort braucht es nach dem 1:1 im Hinspiel einen Sieg – egal wie. Erstmals seit zehn Jahren könnte Madrid wieder ins Endspiel der Königsklasse einziehen. Dass den Madrilenen die Rolle als Underdog liegt, bewiesen sie bereits im emotionalen Viertelfinale gegen den FC Barcelona (2:0, 1:2) von Trainer Hansi Flick.

Nähe zu Atletico schon als Kind

Der Gewinn des Henkelpotts wäre für Simeone etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil es der letzte in seiner Trophäensammlung wäre, sondern vielmehr, weil er ihn mit seinem Sohn Giuliano feiern könnte. Der ist in seiner Mannschaft aktuell Stammspieler.

Giuliano wurde in Rom geboren. Sein Vater spielte da gerade bei Lazio und wechselte später zu Atletico Madrid. 2005 verließ er den Klub und zog mit der Familie zurück in die Heimat Argentinien, um seine aktive Karriere dort ausklingen zu lassen.

Doch schon 2011 verschlug es Diego zurück zu Atletico – diesmal als Trainer. Giuliano blieb in Buenos Aires und spielte dort in der Jugendabteilung von River Plate. Doch die Verbindung zu Atletico war über den Vater immer da.

„Ich bin Atletico-Fan“, sagte Giuliano schon als Kind. Bei einem seiner Besuche in Madrid war er sogar Balljunge. 2019 wechselte er in die U19 von Atletico.

Über Umwege ins Team des Vaters

Doch in das Team seines Vaters zu kommen, das war ein weiter Weg. 2022 wurde er an den damaligen Zweitligisten Real Zaragoza verliehen, ein Jahr später ging es zum Erstligisten Deportivo Alaves. 2024 kehrte er dann zu Atletico zurück.

Zunächst wurde er kritisch beäugt. Vielleicht nicht von seinen Mitspielern, aber von Fans und Umfeld. Der Vorwurf: Vetternwirtschaft. Doch Giuliano brauchte nicht lange, um seine Kritiker zu überzeugen. Mit Einsatz und Siegeswillen, jenen Attributen, die ihm sein exzentrischer Vater in jedem Spiel an der Seitenlinie vorlebt.

Nur Griezmann und Koke öfter dabei

Und seit dieser Saison ist er bei Atletico nicht mehr wegzudenken. 50 Saisoneinsätze hat er vorzuweisen, nur Antoine Griezmann und Koke haben mehr. Dabei kommt er als Rechtsaußen auf sieben Tore und acht Vorlagen.

Argentiniens Giuliano Simeone jubelt

Professionalität und das Leistungsprinzip zählen

Sein Vater Diego tut alles dafür, damit nicht der Eindruck entsteht, er bevorzuge seinen Sohn. Wenn er über ihn spricht, dann tut er das sachlich, oft auch kritisch. Wichtig sind Professionalität und das Leistungsprinzip. 29-mal hat er ihn ausgewechselt. Was freilich nichts mit schlechten Leistungen zu tun haben muss. Schließlich ist Giuliano mittlerweile sogar argentinischer Nationalspieler. Elf Länderspiele hat er schon gemacht, und er wird auch bei der WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko zum Kader des Titelverteidigers gehören.

Auch Giuliano hat immer betont, dass er stolz auf seinen Namen und auf seinen Vater sei, aber seinen eigenen Weg gehen wolle. Doch zunächst führt beide der Weg zum Halbfinal-Rückspiel nach London. Ein Sieg fehlt noch für den Einzug ins Finale. Und dort könnten Vater und Sohn dann Geschichte schreiben.