Will uns dieser Künstler veräppeln? Neben erhabenen Bergmassiven tummeln sich Figuren aus der Pop-Art. Auf zwei Comic-Dachse folgt eine impressionistische Ballszene aus dem 19. Jahrhundert. Eine Zündholzschachtel wird inszeniert wie eine Skulptur, während der Hirsch auf seiner Waldlichtung auch aus einem Tierkalender linsen könnte. Dazwischen grafische Signete, verpixelte Stillleben – und immer wieder: fotorealistisch gemalte Äpfel. Gala, Gravensteiner, Jonagold.
Jean-Frédéric Schnyder, 80 Jahre alt, gehört zu den Großen der Schweizer Kunst. Eigentlich. Als ihn das Zürcher Kunsthaus vor mehr als zehn Jahren in einer Doppelausstellung dem Nationalkünstler Ferdinand Hodler gegenüberstellte, fragten sich viele: Jean-Frédéric wer? Kein Wunder, der Basler Künstler tut viel dafür, dass man ihn nicht zu fassen kriegt. Er schert sich wenig um Konventionen. Seit den Sechzigerjahren hangelt er sich durch die Stile: Er malt, er schnitzt, er lötet. Er gestaltet mit Kaugummi, mit Weihrauch, mit Weinkorken. Man sagt, er arbeite sich so lange an einer Technik ab, bis er sie beherrsche – dann nehme er sich die nächste vor.