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Tallahassee (Florida) – Der einflussreiche US-Medienunternehmer Robert Edward Turner III, kurz Ted Turner, ist tot. Der Gründer des Nachrichtensenders CNN starb am Mittwoch im Alter von 87 Jahren, wie der Sender mitteilte. Turner sei in seinem Haus in der Nähe der Stadt Tallahassee im US-Bundesstaat Florida gestorben, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf einen Sprecher der Familie.
CNN würdigte Turner als „Pionier des Kabelfernsehens“, der mit Nachrichten rund um die Uhr „die Fernsehberichterstattung revolutioniert“ habe. „Ted ist der Riese, auf dessen Schultern wir stehen“, erklärte CNN-Chef Mark Thompson.

Ted Turner galt als Medien-Pionier und Visionär
Foto: Getty Images
Turner hatte das Cable News Network (CNN) 1980 in der Metropole Atlanta im US-Bundesstaat Georgia gegründet – den ersten Sender, der 24 Stunden am Tag Nachrichten sendete und einen neuen Stil der Fernsehnachrichten prägte. Zu seinem Fernsehimperium gehörten daneben unter anderem die Sport- und Unterhaltungssender TBS und TNT, der Kinofilmsender Turner Classic Movies und der Zeichentricksender Cartoon Network.
Turner galt als Medien-Pionier und Weltverbesserer
Turner wurde 1938 in Cincinnati (Ohio) geboren. Er wuchs in Savannah (Georgia) auf. Privat war er ein begeisterter Segler, träumte ursprünglich von einer großen Karriere bei der Marine. Doch seinem Vater zuliebe studierte er Ökonomie.
Nachdem sein Vater sich 1963 das Leben genommen hatte, übernahm Turner dessen Werbeagentur – sein Einstieg in das Medienbusiness. 1970 kaufte er den zur damaligen Zeit kleinsten, kommerziellen Fernsehsender der Region, Atlanta Channel 17. Nach und nach expandierte er und machte 1976 die WTBS-SuperStation zu einem Programm, das per Satellit landesweit in Kabelfernsehnetze übertragen wurde. Seither galt Turner als Pionier des Kabelfernsehens („King of Cable“).

Der Unternehmer (damals 46) 1985 im Newsroom seines Cable News Network in Atlanta
Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS
Turner kämpfte für eine Welt ohne Atomwaffen
Auch in den Sport investierte er, kaufte die Profi-Baseball-Clubs Atlanta Hawks und Atlanta Braves, deren Spiele er in SuperStation übertrug. 1979 nannte er den Sender in Turner Broadcasting System (TBS) um. Bis 1996 leitete er all seine Sender innerhalb einer Holding, als Verwaltungsratschef und Präsident.
Privat war Turner als Philanthrop bekannt. Er gründete die United Nations Foundation, engagierte sich als Aktivist für die weltweite Abschaffung von Atomwaffen und für den Naturschutz. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Wiederansiedlung von Bisons im amerikanischen Westen, besaß mehr als zwei Millionen Acres Land – eine Fläche, größer als das Bundesland Rheinland-Pfalz. Er kreierte sogar die Zeichentrickserie „Captain Planet“, um Kinder über die Umwelt aufzuklären.

Ted Turner (r., damals 54) mit Ehefrau Jane Fonda (damals 55) und US-Präsident Bill Clinton (79, damals 46) samt Gattin Hillary (78, damals 45) im März 1993 im Weißen Haus
Foto: IMAGO/ZUMA Press
Mehr zum ThemaTurner liebte Schauspielerin Jane Fonda
Turner war dreimal verheiratet. Seine bekannteste Liebe war die zu Schauspielerin Jane Fonda (88). Das Paar heiratete 1991, zehn Jahre später wurde ihre Ehe geschieden. Turner war schon lange nicht mehr im Fernsehgeschäft aktiv, konzentrierte sich zuletzt auf Wohltätigkeit und seine Naturschutzmaßnahmen.
Im September 2018 hatte der Unternehmer seine Demenz-Erkrankung öffentlich gemacht. Damals sagte er in einem Interview mit dem Sender CBS, er leide an einer milderen Form von Demenz als Alzheimer. „Es ist dem ähnlich. Aber es ist nicht annähernd so schlimm“, sagte er damals.

Ted Turner und Schauspielerin Jane Fonda (88), waren von 1991 bis 2001 verheiratet. Die Scheidung wurde im Jahr 2001 offiziell eingereicht, nachdem sich das Paar bereits zuvor getrennt hatte
Foto: ddp/Capital Pictures
Auch US-Präsident Donald Trump (79) äußerte sich zum Tod des Medienunternehmers. Auf seiner Plattform „Truth Social“ schrieb er: „Ted Turner, einer der ganz Großen aller Zeiten, ist gerade verstorben. Er gründete CNN. Unabhängig davon war er einer der Größten der Rundfunkgeschichte und ein Freund von mir. Wann immer ich ihn brauchte, war er da, immer bereit, für eine gute Sache zu kämpfen!“