Reißt der Abzug ein Loch in die US-Präsenz in Europa, was bedeutet das Tomahawk-Nein für die Verteidigungsfähigkeit der Nato – und wie steht es um die Lage in Nahost? US-Korrespondentin Stefanie Bolzen und Bundeswehr-Experte Thorsten Jungholt ordnen die Situation im Gespräch mit Wim Orth ein. Hier können Sie die Folge direkt hören:

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Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck von der Folge:

In der aktuellen Folge von „Der Amerika-Effekt“ geht es um die Folgen des eskalierenden Streits zwischen Friedrich Merz und Donald Trump – und darum, was der angekündigte Abzug von US-Truppen aus Deutschland für Nato und Bundeswehr bedeutet.

Auslöser der Krise war eine Aussage des Kanzlers bei einem Schulbesuch im Sauerland. Kurz darauf kündigte Trump an, mindestens 5000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen und die geplante Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern auszusetzen. Für die Bundesregierung kommt der Zeitpunkt dieser Reaktion überraschend – obwohl entsprechende Überlegungen bereits aus Trumps erster Amtszeit bekannt waren.

Die Reaktion war so spontan, dass sie selbst im Pentagon für Überraschung sorgte. Noch wenige Tage vor der Entscheidung gab es Gespräche mit deutschen Vertretern, die dort äußerst positiv verlaufen waren. Umso deutlicher zeigt sich nun die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten.

Wie zuverlässig sind die USA noch?

Besonders kritisch ist dabei nicht allein die Zahl der Soldaten, sondern das politische Signal. In Europa wachsen seit Längerem Zweifel, ob die USA unter Trump ihren NATO-Beistandspflichten im Ernstfall uneingeschränkt nachkommen würden. Der angekündigte Teilabzug verstärkt diese Unsicherheit zusätzlich.

Hinzu kommt der Stopp der geplanten Tomahawk-Stationierung. Diese Waffen galten als wichtiger Bestandteil der Abschreckung gegenüber Russland, denn Europa hat bei weitreichenden Präzisionswaffen nach wie vor erhebliche Fähigkeitslücken. Eigene europäische Systeme sind zwar geplant, werden aber erst in den 2030er-Jahren verfügbar sein.

Regierung setzt auf Unterstützung

Gleichzeitig versucht Deutschland, das Verhältnis zu Washington nicht vollständig eskalieren zu lassen. Die Bundesregierung signalisiert Unterstützung bei internationalen Missionen im Nahen Osten und hält US-Stützpunkte in Deutschland weiter uneingeschränkt offen.

Doch die Debatte offenbart ein tieferes Problem: Seit Jahren wird in Europa darüber gesprochen, unabhängiger von den USA zu werden. Tatsächlich vorbereitet ist Deutschland darauf aber bis heute nicht. Welche Konsequenzen das nun für Bundeswehr, Nato und Europas Abschreckung gegenüber Russland hat, wird im Podcast ausführlich analysiert.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Podcasts erstellt.

„Amerika-Effekt“ ist der WELT-Podcast zur US-Politik, in dem wir jede Woche unter die Lupe nehmen, wie die USA unter Donald Trump die globale Politik neu vermessen. 

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