„Winfried Krause? Noch nie gehört!“ Was bislang galt, ändert sich gerade. Denn seit einigen Wochen sind Krauses Werke in der Kanzlei Feller Mielke Rechtsanwälte am Hauptplatz in Landsberg zu sehen. Ob man sie als Spontanrealismus oder Pop-Art bezeichnet, allen gleich ist, dass sie auffallen.
Die Werke sind alles andere als dezent oder behutsam komponiert. Hier knallt die Farbe, Pinselstrich und Farbauftrag sind großzügig, die Malweise spontan und experimentierfreudig. Ist der – sehr bewegte – Hintergrund angelegt, das Motiv skizziert, entsteht vieles zufällig. „Die Farbwahl entsteht im Malprozess und manchmal beginnt die Farbe zu laufen“, erzählt Winfried Krause, der in Erpfting wohnt. Nicht alles, was sich da ergibt, wurde so geplant.
Seine Werke sind kraftvoll und frech
Es sind kraftvolle Werke. Viele zeigen Berühmtheiten wie Jimi Hendrix, James Dean, Marilyn Monroe, Frida Kahlo oder Salvador Dalí. Frech wie Pop-Art nun mal ist, hat Krause auch keine Hemmungen, altehrwürdige Porträts als Vorlage zu nehmen. So „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Van Meer oder die weltberühmte Mona Lisa – Motive, die Krause in einer Serie weiterentwickelt. In anderen Werken stehen seine Protagonisten für Gefühle. Auch Freunde, Familienangehörige und sich selbst hat Winfried Krause porträtiert.

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In der Ausstellung in der Anwaltskanzlei Feller-Mielke in Landsberg ist auch dieses Porträt von Marilyn Monroe zu sehen.
Foto: Thorsten Jordan
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In der Ausstellung in der Anwaltskanzlei Feller-Mielke in Landsberg ist auch dieses Porträt von Marilyn Monroe zu sehen.
Foto: Thorsten Jordan
Zum Malen geht der Künstler in den Keller. Er kommt dabei komplett ohne Tageslicht aus. In den Kellerschächten blicken den Besuchern Haie und Schildkröten an – täuschend echt. Die Tiefenwirkung von Krauses Gemälden ist erstaunlich und ergibt sich aus der Betrachtung mit etwas Abstand. In seinem Atelier reihen sich die Acrylfarben, unzählige Pinsel von Künstlerqualität bis Baumarkt, auch Spachtel sind dabei für das Anlegen von großen Flächen.
„Ich wollte das einfach ausprobieren“, sagt Winfried Keller
Geboren wurde der 74-Jährige in Bad Friedrichshall, seit 1990 lebt er in Erpfting. Nach seinem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik arbeitete er in der Computerbranche. Für Kunst war da keine Zeit. In Rente fiel ihm jedoch ein Buch des österreichischen Spontanrealisten Voka in die Hände, und der Funke sprang über. „Ich wollte das einfach ausprobieren“, erinnert sich Winfried Krause. War sein Berufsleben diktiert von Zahlen, Präzision und zu erfüllenden Erwartungen, so hat sich durch die Malerei eine Zeit der Fantasie und des Experimentierens aufgetan.

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Auch im Fitnessraum im Keller von Winfried Kellers Haus hängen seine Bilder.
Foto: Thorsten Jordan
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Auch im Fitnessraum im Keller von Winfried Kellers Haus hängen seine Bilder.
Foto: Thorsten Jordan
Gleich mit seiner ersten Ausstellung bei Feller Mielke Rechtsanwälte hat seine Kunst Beachtung gefunden. „Einige Werke sind verkauft, und auch Aufträge für Porträts sind eingegangen“, freut sich der 74-Jährige und schmunzelt noch heute über einen Ausspruch seines Zeichenlehrers im Gymnasium: „Krause, Sie haben das Zeichnen auch nicht erfunden!“