Glasner laut „SN“ Ersatz-Kandidat  

Zweifel an Klopp bei Red Bull? Mintzlaff dementiert: „Völliger Schwachsinn“

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Überraschende Meldung aus Österreich: Jürgen Klopp soll bei Red Bull wegen der fehlenden sportlichen Entwicklung nicht mehr unumstritten sein. Das berichteten die „Salzburger Nachrichten“. Im Zuge dessen wird über einen vorzeitigen Abschied des 58-Jährigen spekuliert. Der Konzern würde Klopp keine Steine in den Weg legen, sollte er wieder als Trainer arbeiten wollen, heißt es.

Transfermarkt fragte nach, was an der Meldung dran ist. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff erklärte: „Das ist völliger Schwachsinn und komplett aus der Luft gegriffen. Im Gegenteil: Wir sind extrem zufrieden mit der Arbeit von Jürgen Klopp. Er investiert sehr viel, ist in permanentem Austausch mit unseren Trainern sowie Sportdirektoren und entwickelt unsere Red Bull Fußballphilosophie nachhaltig weiter. Wir sind davon überzeugt, dass er der richtige Mann für diesen Job ist. Darauf legen wir unseren gesamten Fokus und unsere Energie.“

Als Wunsch-Nachfolger gilt den „SN“ zufolge Oliver Glasner, der Premier-League-Klub Crystal Palace spätestens mit Ablauf seines Vertrages im Sommer verlässt. Der 51-Jährige könne sich die Rolle vorstellen. Glasner war von 2012 bis 2014 bereits als Sportkoordinator und Co-Trainer beim FC Red Bull Salzburg im Amt.

Die Zeitung schreibt im Detail: Klopp würde zumindest einen Teil der Erwartungshaltung erfüllen und sei „mittlerweile das perfekte Testimonial für den Salzburger Getränkekonzern. Damit kann er aber nicht überdecken, dass sich seine Verpflichtung in seinem eigentlichen Tätigkeitsbereich noch nicht positiv ausgewirkt hat“.

Der „Bild“ zufolge dementiert Red Bull ebenfalls, dass es zu einer sofortigen Trennung kommen könnte. Es sei aber von Beginn an möglich gewesen, dass der frühere Mainzer, Dortmunder und Liverpooler Chefcoach Klopp vorzeitig aus seinem bis 2029 gültigen Vertrag aussteige, sollten sich beide Parteien umorientieren. Ein klares Dementi der Österreicher gab es allerdings einst auch im Rahmen der Berichterstattung über ein nahendes Engagement von Klopp.

Die sportlichen Projekte bei Red Bull bleiben weiter hinter den Erwartungen, formulieren es die „Salzburger Nachrichten“. Ein roter Faden sei nicht zu erkennen und die meisten Mannschaften würden unterschiedliche Systeme praktizieren. Teilweise würden sogar in den Nachwuchsteams andere Philosophien als bei den Profis verfolgt. Auch bei der Verpflichtung von Talenten ziehe der Name Klopp bislang nicht wie erhofft. So komme eine Entwicklung zustande, mit der weder Red Bull noch der Ex-Coach zufrieden sein sollen.

RB Leipzig & Co.: So laufen die sportlichen Projekte bei Red Bull

Mit dem drittwertvollsten Bundesliga-Kader – 434,4 Millionen Euro – belegt Leipzig im deutschen Oberhaus unter Trainer Ole Werner nur den fünften Platz. Die Champions-League-Ränge sind mit zwei Punkten Distanz allerdings in Reichweite. Beim FC Red Bull Salzburg wurde wegen der nicht zufriedenstellenden Entwicklung trotz Platz eins kürzlich Trainer Thomas Letsch von seinen Aufgaben entbunden und durch Daniel Beichler ausgetauscht. Red Bull New York verpasste als Tabellenzehnter der Eastern Conference zuletzt die Playoffs – im Anschluss wurde die Trennung von Trainer Sandro Schwarz und Sportchef Jochen Schneider verkündet, wobei Letztgenannter aus familiären Gründen zurück nach Europa wollte. Auch bei Leeds United (15. der Premier League), Red Bull Bragantino (entkam knapp dem Abstieg) und beim Paris FC (15. der Ligue 1) herrsche viel Luft nach oben. Omiya Ardija verpasste den Aufstieg in die erste japanische Liga.

Anfang Oktober 2024 war Klopp überraschend als „Global Head of Soccer“ bestätigt worden. Damals erklärte Klopp: „Nach fast 25 Jahren an der Seitenlinie könnte ich nicht aufgeregter sein, mich an einem Projekt wie diesem zu beteiligen. Die Rolle mag sich geändert haben, aber meine Leidenschaft für den Fußball und die Menschen, die den Fußball zu dem machen, was er ist, hat sich nicht geändert. Mit meinem Einstieg bei Red Bull auf globaler Ebene möchte ich die unglaublichen Fußballtalente, die uns zur Verfügung stehen, entwickeln, verbessern und unterstützen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir dies tun können, indem wir das Spitzenwissen und die Erfahrung, die Red Bull besitzt, nutzen und von anderen Sportarten und Branchen lernen. Gemeinsam können wir entdecken, was möglich ist. Ich sehe meine Rolle in erster Linie als Mentor für die Trainer und das Management der Red-Bull-Klubs, aber letztendlich bin ich Teil einer Organisation, die einzigartig, innovativ und zukunftsorientiert ist. Wie ich schon sagte, könnte mich das nicht mehr begeistern.“

Klopps Berater Marc Kosicke sagte jüngst im Transfermarkt-Interview mit Blick auf die Zukunft seines größten Klienten und Vertrauten: „Vielleicht sagt er irgendwann noch einmal, er muss wieder die Kabine riechen. Aber im Moment ist er wie gesagt sehr, sehr glücklich in seiner Rolle.“ Womöglich würde Klopp den Bundestrainer-Job nicht ein weiteres Mal ablehnen, sollte sich die Gelegenheit dazu ergeben. „Jürgen fühlt sich diesem Land sehr verbunden. Im Moment stellt sich die Frage ja gar nicht. Ich glaube, er denkt nicht, dass er das einmal gemacht haben muss. Er spürt eher die Verpflichtung, dass er nicht immer Nein sagen könnte zu dem Job“, meinte Kosicke. Auch Real Madrid wurde als mögliche Option gehandelt.