Vizekanzler Babler eröffnet den Österreich Pavillon auf der Biennale Venedig 2026

Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler eröffnet den Österreichischen Pavillon in Venedig unter großem Publikumsinteresse für die Eröffnungs-Étude von Florentina Holzinger. 

Foto: BMWKMS /Elias Fuhrer

SEAWORLD VENICE ist der österreichische Beitrag auf der 61. La Biennale di Venezia von der renommierten Choreografin und Performance-Künstlerin Florentina Holzinger und Kuratorin Nora-Swantje Almes. Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler hat das interdisziplinäre Projekt im Österreichischen Pavillon in den Gardinis am 6. Mai eröffnet.

Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler:

„Die Aufgabe der Politik ist nicht, Kunst zu zähmen. Die Aufgabe der Politik ist es, ihre Freiheit zu schützen – gerade dann, wenn sie unbequem wird. Mit seiner Teilnahme an der Biennale bekräftigt Österreich: Wir nehmen Kunst ernst. Und wir nehmen ihre Freiheit ernst.

Österreich wird in diesem Jahr von einer Künstlerin vertreten, die wie kaum eine andere für eine hinterfragende, mutige und kompromisslose künstlerische Sprache steht: Florentina Holzinger. Ihre Arbeiten sind radikal, körperlich, feministisch – und zutiefst politisch. Sie fordern uns heraus, über Normen nachzudenken, über Freiheit und Selbstbestimmung. Lassen Sie sich herausfordern. Lassen Sie sich irritieren. Lassen Sie sich berühren.“

SEAWORLD VENICE

Wasser und Wellen im Österreich-Pavillon in Venedig - Florentina Holzingers Biennale Beitrag 2026

Im gefluteten Pavillon macht ein Jet Ski seine Runden als Monument für die ökologische Katastrophe, die vom Massentourismus angetrieben wird und nach wie vor mit der sinkenden Stadt kollidiert. Manchmal verwandelt sich die Starrheit des Jet Skis in Strudel und Wellen: ein absurdes Bild einer eingeschlossenen Natur und des menschlichen Wunsches, sie zu kontrollieren.

Foto: SEAWORLD VENICE, 2026 / Nicole Marianna Wytyczak

Florentina Holzinger nimmt ihre langjährigen Recherchen zum Element Wasser als Ausgangspunkt, um den menschlichen Körper in einer radikal veränderten Landschaft zu verhandeln, in der Natur und Technologie unmittelbar aufeinanderprallen.

Dialog mit Venedig

SEAWORLD VENICE geht aus dieser kontinuierlichen Auseinandersetzung hervor und tritt in den Dialog mit Venedig – einer Stadt, die durch ihr enges Verhältnis mit Wasser, Überleben und den Folgen menschlicher Intervention geprägt ist.

Der Wasserspiegel steigt. Wasser, das wir in unzähligen Zyklen täglich trinken und ausscheiden. Wasser als lebendige, lebenswichtige natürliche Ressource – und als streng kontrolliertes Gut.

Wasser, in das wir uns fallen lassen, in das wir eintauchen und aus dem wir, vielleicht transformiert, auftauchen:

Unterwasserthemenpark, Kläranlage und Sakralbau

Österreichischer Pavillon Venedig - Frau taucht in Wasserbecken

Foto: SEAWORLD VENICE, 2026 / Nicole Marianna Wytyczak

SEAWORLD VENICE ist als Unterwasserthemenpark, Kläranlage und Sakralbau zugleich konzipiert und wird zu einem maschinen-ähnlichen Organismus, der über die Dauer der Biennale Arte 2026 von Performer:innen bewohnt wird.

Mit poetischer wie kompromissloser Bildsprache tastet Florentina Holzinger die Grenzen des Menschlichen ab und legt zugleich die Verletzlichkeit menschlicher Körper sowie der Systeme offen, in denen sie sich bewegen. 

Offener Wettbewerb

Seit 2021 wird der Österreich-Beitrag zur Biennale Venedig über einen offenen Wettbewerb ermittelt: Eine Fachjury wählt in einem dreistufigen Verfahren die Projekte aus – die finale Entscheidung trifft der Kunst- und Kulturminister auf ihre Empfehlung.

Aktuelle Fragestellungen 

Die Auswahl von Florentina Holzinger für die Biennale erfolgte durch eine unabhängige Fachjury im Jänner 2025. Aus zahlreichen Einreichungen wurde ihr Projekt SEAWORLD VENICE aufgrund seiner Innovationskraft und internationalen Relevanz ausgewählt.

Die hohe Aktualität von Holzingers Fragestellungen – vom Umgang mit der Ressource Wasser bis hin zu existenziellen körperlichen Erfahrungen und deren gesellschaftlichen Normierungen – überzeugte die Jury ebenso wie die geplante Umsetzung in unterschiedlichen Formaten: Sowohl die Installation im Pavillon als auch die Études – ein Werkzyklus an verschiedenen Orten in Venedig und der Lagune ermöglichen eine persönliche Teilnahme und Reflexion auf mehreren Ebenen.

Impulse für Kulturstandort Österreich

Das Kunst- und Kulturministerium stellt als Auftraggeber des österreichischen Biennale-Beitrags ein Budget von 600.000 Euro bereit, aus dem Kosten wie etwa die Produktion über Katalog und Transport bis hin zu Reisen und Performerinnen zu decken sind. Aufgrund des hohen Projektaufwands ergänzen private Sponsorengelder das Projekt.

Angesichts der internationalen Bedeutung der Biennale in Venedig ist diese Förderung eine Investition in die Sichtbarkeit Österreichs als moderner, lebendiger Kulturstandort. Ein überzeugender Auftritt stärkt nachhaltig das kulturelle Profil des Landes, erhöht seine Attraktivität als Reiseziel und setzt wirtschaftliche Impulse weit über den Kulturbereich hinaus.

9. Mai bis 22. November 2026
 SEAWORLD VENICE
Österreichischer Pavillon
Giardini della Biennale Venezia

seaworldvenice.at
Permanente Live-Installation und Performances im österreichischen Pavillon und ortsspezifische Performances und Beiträge in Venedig und der Lagune
Satelliten Programm
Die Reihe der Études wird in Form von Satellitenprojekten an verschiedenen Orten stattfinden. Termine u.a. mit den Wiener Festwochen, der Nitsch Foundation und dem Kunsthaus Bregenz.