Seine Geschichte sollte Mut machen. Doch sie brachte auch die dunkle Seite ans Licht: Edi Kiseljak hat öffentlich über seine HIV-Diagnose gesprochen und damit eine Welle ausgelöst.
Nach seinem emotionalen Auftritt in der TV-Sendung Nedjeljom u dva, moderiert von Aleksandar Stanković, bekam er zunächst viel Zuspruch. Doch kurz darauf folgte das Gegenteil: Hassnachrichten – und sogar Morddrohungen.
Erst nach zwei Jahren holte er Hilfe
Besonders heftig fiel die Reaktion nach weiteren Auftritten in Bosnien und Herzegowina aus. Sein Postfach sei „überflutet“ gewesen – allerdings fast ausschließlich mit negativen Nachrichten. „Sie gingen so weit, mir mit dem Tod zu drohen“, schildert Kiseljak.
Dabei ist seine Botschaft eigentlich klar: HIV ist heute kein Todesurteil mehr. In seinem neuen Buch „Ja sam Edi… i to je dovoljno“ erzählt er offen von seiner Diagnose, seinem langen Weg zur Akzeptanz – und davon, wie sehr ihn anfangs Angst und Scham geprägt haben.
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Erst zwei Jahre nach der Infektion suchte er Hilfe – zu groß war die Scham. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Krankheit bereits zu AIDS entwickelt, sein Körper war schwer geschwächt.
Heute, zehn Jahre später, lebt Kiseljak stabil mit Therapie. Regelmäßige Kontrollen, Medikamente. Ein Alltag, der funktioniert.
Auch Experten betonen: Mit moderner Behandlung können Betroffene ein nahezu normales Leben führen. Josip Begovac erklärt, dass HIV-Patienten bei konsequenter Therapie das Virus nicht weitergeben und oft sogar besonders gesundheitsbewusst leben.
Zusätzlich gibt es Prävention wie PrEP – Medikamente, die eine Ansteckung verhindern können und in Kroatien seit Jahren eingesetzt werden.
Und trotzdem bleibt ein großes Problem: die Stigmatisierung. Für Kiseljak ist genau das der Punkt, den er ändern will.
{title && {title} } red, {title && {title} } 06.05.2026, 21:31