Der steirisch-bayerische Chip- und Sensorspezialist ams-Osram setzte im ersten Quartal 2026 rund 796 Millionen Euro um. Das sind um drei Prozent weniger als in der Vergleichsperiode im Vorjahr, teilte der in Zürich börsennotierte Konzern am Mittwochabend mit. Den Rückgang führte das Unternehmen auf einen schwächeren US-Dollar, das Auslaufen von Nicht-Kernaktivitäten im Halbleiterbereich sowie den Verkauf des Speziallampengeschäfts zurück.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) sank um drei Prozent auf 131 Millionen Euro, während die entsprechende Marge mit 16,5 Prozent leicht über dem Vorjahreswert lag und damit „im oberen Bereich bzw. am oberen Ende der Prognosespanne“, wie seitens des Unternehmens betont wird. ams-Osram hatte einen Wert von „15 Prozent plus minus 1,5 Prozentpunkte“ in Aussicht gestellt. Unter dem Strich stand ein bereinigter Verlust von 72 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 23 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Erwartungen für Gesamtjahr 2026 unverändert

Die Nettoverschuldung blieb zum Quartalsende mit 1,071 Milliarden Euro weitgehend stabil. Gleichzeitig war die Cash-Generierung positiv: Der Free-Cashflow betrug laut ams-Osram im ersten Quartal 37 Millionen Euro. Hinsichtlich der Entschuldung verweist man auf den erfolgreichen Abschluss des Verkaufs des Entertainment- & Industrial-Lamps‑Geschäfts an den japanischen Ushio-Konzern. Der Abschluss der Veräußerung des nicht‑optischen Sensorgeschäfts an Infineon werde „unverändert zur Jahresmitte erwartet“.

Für das laufende zweite Quartal stellt das Management einen Umsatz zwischen 725 und 825 Millionen Euro in Aussicht. Die Erwartungen für das gesamte Jahr 2026 bleiben unverändert, hieß es. Demnach soll der Umsatz wegen der Desinvestitionen und eines schwächeren US-Dollars moderat zurückgehen. Für das Jahr 2027 sei indes der „Pfad zu positivem Free-Cashflow in Sicht“, wie betont wird.

CEO Aldo Kamper: „Wir haben einen sehr soliden Start in das Geschäftsjahr verzeichnet“




CEO Aldo Kamper: „Wir haben einen sehr soliden Start in das Geschäftsjahr verzeichnet“


© Klz / Ripix

Highlights im ersten Quartal 2026 aus Sicht von ams-Osram? Das Unternehmen habe im Bereich AI‑Photonics, den man als vielversprechendes Wachstumsfeld für KI-Rechenzentren sieht, jüngst einen Prototyp präsentiert. Auf dieser Basis sei „nun eine Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden AI-Photonics-Industriepartner zur Kommerzialisierung unterzeichnet“ worden. Zudem habe man im Segment von Augmented‑Reality‑Brillen zuletzt ein umfassendes Portfolio optischer Komponenten vorgestellt und ortet hier ein Umsatzpotenzial von 50 bis 100 Euro pro Gerät. Bereits heute liefere das Unternehmen „mehrere Komponenten seines Portfolios in auf dem Markt verfügbare Smart-Glasses“.

Im Kern geht es bei AR-Brillen darum, die reale Umgebung für die Nutzerinnen und Nutzer zu erweitern und bestimmte Informationen ins Gesichtsfeld zu projizieren. Potenzielle Funktionen sind etwa Navigation, die Gesichtserkennung durch eingebaute Kameras sowie die Überwachung von Vitalparametern.

„Wichtiger Meilenstein“

„Wir haben einen sehr soliden Start in das Geschäftsjahr verzeichnet“, wird CEO Aldo Kamper in einer Aussendung zitiert. „Die Unterzeichnung einer Entwicklungsvereinbarung mit einem Marktführer für AI-Photonics-Lösungen für KI-Rechenzentren stellt einen weiteren wichtigen Meilenstein dar und verdeutlicht klar, dass unsere Transformation zum führenden Unternehmen im Bereich Digital Photonics zunehmend an Dynamik gewinnt.“ Gleichzeitig arbeite man „zügig an der Abrundung unseres Portfolios, um der entscheidende Partner für die nächste Generation KI gestützter Augmented Reality Brillen zu werden“, so Kamper.

Standort Premstätten steht „nicht zur Debatte“

Der Standort in Premstätten spiele bei den strategischen Überlegungen trotz des unlängst verkündeten Deals mit Infineon jedenfalls weiter eine tragende Rolle, betonte Kamper erst vor wenigen Tagen. Bis 2030 investiert der Konzern wie berichtet 600 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts, wovon bereits mehr als die Hälfte geflossen sind. Schon deshalb stehe dessen Zukunft „nicht zur Debatte“. Der Mitarbeiterstand werde sich bis dorthin von aktuell 1450 auf 1550 erhöhen – und das trotz jener 70 Personen, die im Rahmen des Teilverkaufs künftig bei Infineon tätig sein werden.

ams-Osram hatte das Automotive-, Industrie- und Medizinsensorgeschäft unlängst für 570 Millionen Euro an Infineon veräußert, das Closing soll bis Mitte des Jahres erfolgen. Mit dem Deal wandern rund 200 Millionen Euro Jahresumsatz zu Infineon, das sind 20 Prozent der von dem aus Premstätten gesteuerten Geschäftsbereich erzielten Erlöse bzw. in etwa 30 Prozent der Erträge. Jene Entwickler von ams-Osram, die zu Infineon wechseln, sollen aber in den kommenden Jahren schrittweise ersetzt werden, erklärte Kamper. Außerdem blieben bisherige Kernbereiche des Unternehmens wie Sensorik für Smartphones wichtige Grundpfeiler, auch wenn man dort langfristig geringere Wachstumsraten als in den neuen Feldern erwarte, so Kamper.

Der Aktienkurs von ams-Osram legte seit Jahresbeginn um deutliche 46 Prozent zu, auf ein Jahr gesehen liegt das Plus bei gut 84 Prozent. In einer Fünfjahresbetrachtung ergibt sich indes ein deutliches Kursminus von 87 Prozent.