Allerdings hat auch die US-Regierung einen Anteil daran, dass der Deal bislang nicht umgesetzt wurde. Die Verhandlungen in Brüssel waren zweimal ausgesetzt worden. Zunächst hatte das EU-Parlament Ende Januar den Prozess gestoppt, nachdem Trump immer deutlicher mit einer militärischen Annexion Grönlands gedroht hatte. Im Februar hatte Trump dann weltweit Zölle in Höhe von 15 Prozent ausgesprochen, woraufhin die EU den Beratungsprozess erneut ausgesetzt hatte.
Wie genau die US-Regierung die neu angekündigten Autozölle anwenden wird, ist aktuell noch unklar. Trump hat bislang nicht erläutert, auf welcher Grundlage und ab wann genau die Zölle in dieser Woche überhaupt greifen werden. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hatte zuletzt errechnet, dass die deutschen Autobauer durch die Zölle kurzfristig mit Einbußen von 15 Milliarden Euro rechnen müssten. Längerfristig könnten die Verluste auf 30 Milliarden Euro ansteigen.
Trumps Kalkül hinter der Ankündigung ist, die Produktion ausländischer Autounternehmen in den USA zu verstärken. Denn solange die Fahrzeuge dort hergestellt werden, würden auch keine Zölle erhoben werden, teilte der Präsident am Freitag mit. Auf deutscher Seite kommt das grundsätzlich den Marken BMW, Volkswagen und Mercedes entgegen, die alle drei Produktionsstätten in den USA besitzen, im Gegensatz zu Audi und Porsche.
In dieser Woche wird intensiv um eine Einigung gerungen: Am Dienstag hatten sich etwa der zuständige EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer getroffen. Am heutigen Mittwoch kommen zudem die Handelsminister der G7 zusammen, parallel wird es ein weiteres Treffen der zuständigen EU-Organisationen geben.
Sollte allerdings eine Einigung ausbleiben, könnte das auch die US-Wirtschaft treffen. Dabei sind sowohl kurzfristige als auch mittelfristige Gegenmaßnahmen im Gespräch. Bereits weitgehend vorbereitet sind zahlreiche Gegenzölle auf US-Produkte. Die EU-Kommission hat seit Längerem eine entsprechende Liste zusammengestellt, die mit den Mitgliedsländern abgestimmt ist. Darunter fallen Produkte wie Whiskey, Motorräder, Flugzeugteile oder Sojabohnen im Wert von 93 Milliarden Euro.