K. muss in den vergangenen Wochen, in denen er auffällig wurde, seine Probleme auch selbst erkannt haben. Er suchte Hilfe, rief am 17. April die Polizei und ließ sich in eine psychiatrische Klinik einweisen. Nach zwölf Tagen Behandlung in einer geschlossenen Station, in der er freiwillig war, durfte er auf seinen Wunsch das Krankenhaus am Mittwoch, dem 29. April, wieder verlassen. Am vergangenen Montag setzte er sich ans Steuer und raste durch die Grimmaische Straße.
Das ist alles inzwischen bekannt, und dennoch kursiert über den Todesfahrer immer noch eine besonders absurde Behauptung: Er sei Afghane, und es werde in deutschen Medien verschwiegen. Dafür dient als Beleg ein X-Beitrag eines Accounts „FranceNews24“, der keine Seite und kein Impressum hat. Der Account hatte am Montagabend die Erfindung verbreitet, ein 31-jähriger Afghane sei als Täter festgenommen worden und die Polizei gehe von Terror aus. Screenshots davon kursieren weiterhin, der Beitrag ist auch nicht gelöscht.
In Beiträgen aus dem vermeintlichen AfD-Unterstützerumfeld auf TikTok wird sogar mit Videobildern behauptet, der Täter sei ein „linker Syrer“ und deshalb seien 50.000 Menschen bei einer Kundgebung in Leipzig für Neuwahlen und die AfD auf die Straße gegangen. Dazu wird altes Videomaterial von verschiedenen Orten genutzt und es ist eine Tonspur hinzugefügt, wie zuerst Correctiv berichtete. Der Account nennt sich „AfD FanClub“ und nutzt ein Profilbild von Alice Weidel. Das kann aber auch der Versuch unpolitischer Geschäftemacher sein, mit Polarisierung Reichweite zu erzielen. Eindeutig sagen lässt sich das nicht. Diese Videos vom Dienstag sind nicht mehr abrufbar.
*Transparenzhinweis: Die Information zu dem Strafbefehl wurde nachträglich ergänzt.