90minuten: „Müller ist auch im Vergleich mit Topligen einer der ballsichersten und pressingresistentesten Spieler in Europa.“ Das hat der Trainer letztes Jahr im Mai über dich gesagt. Diese Saison bist du zudem noch megatorgefählrich. Jetzt, mit 27, könnte ein Schritt kommen. Wie planst du deine Karriere?
Müller: Ich würde schon gerne eine neue Liga kennenlernen. Dazu gehört zum Beispiel die Erfahrung, wie es ist, wenn du der Ausländer bist und die Sprache nicht kannst. Ich will einfach verstehen, wie die Menschen in anderen Ländern so sind. Das sind Erfahrungen, die dich als Mensch reifen lassen. Klar ist jedoch, dass das Gesamtpaket passen muss. Ich bin mit 27 Jahren nicht mehr der Jüngste, habe das Gefühl, dass der nächste Schritt auf jeden Fall passen muss, vom Fußballerischen und dem Privaten her. Mir ist nicht nur wichtig, dass der Verein zu mir passt und eine Vision hat, sondern auch, dass sich meine Frau wohlfühlt.
Es kann aber immer in beide Richtungen schnell gehen. Darum bin ich der WSG sehr dankbar. Die Lebensqualität ist sehr hoch und es ist eine Ehre, hier Kapitän sein zu dürfen, jede Woche 90 Minuten spielen zu können und insgesamt diese große Wertschätzung zu spüren. Insofern ist die WSG mein Ansprechpartner, wenn es darum geht, auszuloten, welche Möglichkeiten die Zukunft bringt.
90minuten: Worauf kommt’s bei einem neuen Klub an? Es gibt spannende Ligen, aber mit Vereinen aus strukturschwachen Gegenden. Woanders kannst du im Haus am Strand wohnen und spielst halt „nur“ 2. Liga.
Müller: Ich fürchte, es ist eher unrealistisch, von der WSG Tirol direkt zu einem Topklub in einer großen Liga zu wechseln. Ich finde den Weg von Felix Bacher, der zu Estoril gegangen ist, sehr cool. Für mich ist so manche 2. Liga sehr interessant. Insofern bin ich für vieles offen, wenn das Gesamtpaket passt. Wenn es so weit ist, werde ich das mit meiner Frau und meinem engsten Kreis besprechen.
90minuten: Wir danken für das Gespräch!