Die Festtage könnten beim LASK im Wonnemonat weitergehen. Erst am 1. Mai nach 61 Jahren der ÖFB-Cup-Gewinn, dann am Montag in der Bundesliga-Saison 2025/26 mit dem 3:1 (ebenfalls nach frühem 0:1-Rückstand) Rekordmeister SK Rapid aus dem Meisterrennen geworfen und den Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Runden auf zwei Zähler auf Titelverteidiger SK Sturm Graz ausgebaut – vieles deutet derzeit daraufhin, dass der Meisterteller zu den Linzern wandert. Im Idealfall bereits in der vorletzten Runde am Sonntag (17 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) gegen den einstigen Serienchampion FC Red Bull Salzburg.

Lautet der österreichische Fußball-Meister bereits am kommenden Sonntag zum zweiten Mal nach 61 Jahren LASK Linz? Der Meisterteller steht jedenfalls bereit beim Heimspiel der Athletiker gegen die Roten Bullen, die eigens einen Sieg brauchen, um selbst noch eine Chance auf den Titelgewinn zu haben.
Es ist angerichtet! Auch Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer in Linz
Sollte den Oberösterreichern am Sonntag im Duell mit dem FC Red Bull Salzburg der entscheidende Schritt gelingen, wäre es der zweite Meistertitel der Vereinsgeschichte nach dem Triumph von 1965. Entsprechend haben auch die Verantwortlichen der Liga bereits Vorkehrungen getroffen: Wie bestätigt wurde, stünden Meisterteller und Medaillen für eine mögliche Übergabe in der Raiffeisen Arena auf der Linzer Gugl bereit. Die Ehrung würde traditionell von Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer vorgenommen werden.
Passend zur möglichen Titelentscheidung ist auch der Rahmen bereits geschaffen. Die Raiffeisen Arena wird restlos gefüllt sein, nachdem der LASK den Ausverkauf schon Mitte der Woche bekanntgegeben hatte. Die Mannschaft von Trainer Dietmar Kühbauer empfängt ausgerechnet am Muttertag den langjährigen Serienmeister Salzburg, der angesichts von vier Punkten Rückstand dringend einen Sieg benötigt, um eigens die Titelchance am Leben zu halten.
Noch haben die Linzer die Entscheidung allerdings nicht vollständig in eigener Hand. Ein vorzeitiger Meisterjubel wäre nur möglich, wenn der LASK mehr Punkte holt als Sturm Graz, das im steirischen Duell auswärts beim Tabellensechsten TSV Hartberg gefordert ist. Die Hartberger hatten den Grazern im ersten Meistergruppen-Duell am 12. April mit einem torlosen Remis bereits Punkte abgenommen und kassierten im Grunddurchgang zwei ebenso knappe wie späte Niederlagen (jeweils 0:1).

Die ÖFB-Cup-Trophäe hat der LASK seit 61 Jahren mal wieder errungen und steht in der Raiffeisen Arena auf der Linzer Gugl. Wo am kommenden Sonntag auch der Meisterteller bereit steht für den Fall der Fälle.
Double-Gewinn für LASK zum Greifen nahe
Gerade deshalb erscheint auch das historische Double für den LASK realistisch – ein Kunststück, das den Linzern ebenfalls zuletzt 1965 gelungen war. Den ÖFB-Cup sicherten sich Kapitän Sascha Horvath bekanntlich bereits am vergangenen Freitag mit einem 4:2 nach Verlängerung gegen den SCR Altach im Wörthersee Stadion in Klagenfurt. Nun soll auch der Meisterteller folgen.
Die Trophäe aus Messing bringt 11,5 Kilogramm auf die Waage, misst 65 Zentimeter im Durchmesser und besitzt einen Materialwert von rund 18.000 Euro. Sollte die Entscheidung nicht bereits am Sonntag fallen, könnte der Titelgewinn eine Woche später beim Auswärtsspiel gegen die Wiener Austria fixiert werden. Für den Gästesektor dieser Begegnung sind bereits sämtliche Tickets vergeben. Zum Saisonabschluss empfängt Sturm Graz noch Rapid Wien, Salzburg bekommt es mit Hartberg zu tun.
Fest steht bereits jetzt, dass die Punkteausbeute des künftigen Meisters im oberen Play-off erneut niedriger ausfallen wird als noch vor wenigen Jahren. Während der FC Red Bull Salzburg zwischen 2019 und 2022 mit 50 oder mehr Zählern dominierte, genügten in den vergangenen Spielzeiten deutlich geringere Ausbeuten für den Titelgewinn. Sturm Graz holte zuletzt mit 40 Punkten die Meisterschaft und lag damit knapp vor den Roten Bullen sowie Austria Wien und dem Vierten WAC (damals unter Trainer Didi Kühbauer).
Auch heuer deutet vieles auf ein enges Finish hin. Vor den letzten beiden Spieltagen dürfen sich nur noch drei Teams realistische Hoffnungen auf den Titel machen: Tabellenführer LASK hält bei 33 Punkten, der amtierende Meister SK Sturm Graz folgt mit 31, Salzburg mit 29 Zählern. Der SK Rapid, die Austria und Hartberg haben hingegen keine Chance mehr auf Rang eins.
Meisterteller seit 2015 in aktueller Form
Die Geschichte der Meistertrophäe reicht mehrere Jahrzehnte zurück. In den ersten beiden Spielzeiten nach Gründung der Liga erhielt der Champion jeweils eine eigene, viereckige Meistertafel. Seit 1977 wird der bekannte goldfarbene Meisterteller als Wandertrophäe vergeben, auf dessen Rand sämtliche Titelträger verewigt sind.
Das ursprüngliche Exemplar blieb beinahe vier Jahrzehnte lang im Einsatz und wurde im Laufe der Zeit lediglich in Details verändert. Seit 2015 wird die aktuelle Version verwendet, deren Gestaltung damals im Rahmen einer Fanabstimmung ausgewählt wurde.
Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at und Daniel Fauland