Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff löst in immer mehr Ländern Sorgen aus. Bei einem Zwischenstopp des Schiffes „Hondius“ auf der britischen Insel St. Helena im Süden des Atlantischen Ozeans hatten bereits nach dem ersten Todesfall laut Angaben der niederländischen Regierung 40 Passagiere das Schiff verlassen. Die Passagiere aus zwölf Ländern sollen nun von den Gesundheitsbehörden kontrolliert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekräftigt aber, dass die Infektionsgefahr klein sei und dass dies nicht mit dem Coronavirus zu vergleichen sei. Nur bei direktem und längerem Kontakt mit infizierten Menschen sei eine Ansteckung möglich.

Inzwischen wurde ein weiterer möglicher Fall aus den Niederlanden gemeldet. Eine Stewardess liegt mit Symptomen in einem Amsterdamer Krankenhaus. Sie stand in direktem Kontakt mit einer infizierten Frau, die wenig später an dem Virus starb. Diese sollte mit einem KLM-Flug von Johannesburg nach Amsterdam fliegen. Doch die Crew hatte sie wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes nicht mitgenommen.

Etwa 40 Passagiere hatten am 24. April auf der britischen Insel St. Helena im Süden des Atlantischen Ozeans das Schiff verlassen. Auch die niederländische Frau, die wenig später in Johannesburg an dem Virus starb, verließ auf der Insel das Schiff. Etwa zwei Wochen zuvor war bereits ihr Mann an Bord gestorben.

Das Schiff mit knapp 150 Menschen an Bord ist nun auf dem Weg nach Teneriffa, wo es am Sonntag im Hafen von Granadilla im Süden der Insel ankommen soll. Es lag tagelang vor Kap Verde vor Anker. Drei Menschen sind bereits gestorben, mehrere wurden infiziert. Am Mittwoch wurden drei Personen evakuiert – zwei erkrankte Crew-Mitglieder und eine 65 Jahre alte Deutsche.

Forscher in Argentinien sollen nun die Frage nach dem Ursprung der Infektionen klären. In Ushuaia ganz im Süden des Landes, wo die „Hondius“ am 1. April aus in See gestochen war, sollen Nagetiere eingefangen und auf das Virus untersucht werden. Hantaviren werden meist durch infizierte Nager wie Ratten übertragen. (TT, dpa)