US-Präsident Trump setzt die EU mit der Drohung von weiteren Zöllen unter Druck. Davon sollte man sich in Europa nicht beeindrucken lassen.

Bei Donald Trump kann alles gleichzeitig passieren: Im Krieg mit dem Iran spricht der US-Präsident nicht nur von Frieden, sondern auch von weiteren Bombardierungen. Eine ähnliche Strategie verfolgt der Präsident der USA derzeit auch mit der Europäischen Union.

Davon sollte sich die EU nicht mehr beeindrucken lassen. Denn Trumps Worte wirken zunehmend wie leere Drohungen. Nicht nur seine Politik der Ultimaten scheint sich mehr und mehr abzunutzen, sondern auch seine Zollpolitik.

Der US-Präsident hat in seiner zweiten Amtszeit immer wieder neue Fristen gesetzt. Besonders in Erinnerung blieb seine Ankündigung, er könne im Iran eine ganze Zivilisation auslöschen, wenn das Land nicht auf seine Forderungen eingehe und die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffne.

Passiert ist danach: nichts. Wie schon so oft. Durch die Meerenge ist weiter kaum ein Durchkommen für Schiffe. Trump hat sich mittlerweile so häufig verbal aufgeplustert, dass das Akronym „Taco“ für „Trump always chickens out“ („Trump macht immer einen Rückzieher“) weltberühmt ist.

Auch bei den Drohungen gegen die EU ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass rein gar nichts vonseiten der USA passieren wird. Ein Zeitraum von rund zwei Monaten ist in der Welt Trumps eine schiere Ewigkeit, in der der Präsident seine Meinung noch mehrfach ändern kann. Zudem hatte der US-Präsident erst kürzlich davon gesprochen, dass noch in dieser Woche Zölle in Höhe von 25 Prozent für Autos aus dem EU-Raum gelten sollen.

Die Abgaben würden vor allem Deutschland hart treffen. Denn kein anderes EU-Land exportiert mehr Fahrzeuge in die USA. Bislang ist es aber bei der Ankündigung geblieben. Auch bei seinem neuen Ultimatum erwähnte Trump die jüngsten Autozölle nicht.