Mithilfe eines Schleppers und eines Lastkahns wurde der vor der Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal, von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt, in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee und gen Atlantik gebracht. Am Samstagmorgen gegen 8:45 Uhr wurde er in der Nordsee freigelassen. Seitdem ist unklar, wo sich das Tier aufhält, wie es ihm geht und ob der Wal noch lebt. Verfolgen Sie hier die Entwicklungen im Newsticker:
Tagesspiegel bei Google So wählen Sie uns als Ihre bevorzugte Quelle aus 18:29 Uhr: Vorschläge für Umgang mit Wal-Strandungen bis Herbst
Für den künftigen Umgang mit Wal-Strandungen an den deutschen Küsten sollen im Herbst Vorschläge für ein einheitliches Konzept auf dem Tisch liegen. Die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee habe den Auftrag erhalten, diese bis zur nächsten Umweltministerkonferenz im Herbst vorzulegen, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium zum Abschluss der Frühjahrskonferenz der Umweltminister in Leipzig mit. Das wochenlange Drama um einen mehrmals gestrandeten Buckelwal in der Ostsee habe gezeigt, dass es klarere Strukturen und abgestimmte Verfahren brauche.
„Solche Einsätze sind hochkomplex“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Es benötige klare Verantwortlichkeiten, abgestimmte Prozesse und eine gemeinsame Linie über Ländergrenzen hinweg. Der jetzt gefasste Beschluss zeige, „dass wir die Sache nicht nur ernst nehmen, sondern auch Konsequenzen daraus entwickeln“.
15:03 Uhr: Geldgeber der Initiative bezeichnet Freilassung als „Katastrophe“
Knapp eine Woche nach der Freilassung von Buckelwal „Timmy“ in der Nordsee meldete sich der Financier der privaten Rettungsinitiative, Walter Gunz, am Donnerstag in einem Interview mit der Videonachrichtenagentur News5 zu Wort. Darin bezeichnete sich der MediaMarkt-Mitgründer lediglich als „Impulsgeber“ – der wahre Dank gelte Geldgeberin Karin Walter-Mommert, die „den Großteil der Arbeit geleistet“ habe.
Die MediaMarkt-Gründung war dagegen ein Klacks.
Walter Gunz zur Rettungsaktion für „Timmy“
Dass innerhalb einer bunt zusammengewürfelten Schiffscrew mal Differenzen und Streitigkeiten auftauchen, sei Gunz zufolge „völlig normal“. Allerdings wolle er betonen: „Im Großen und Ganzen haben alle einen ganz guten Job gemacht.“ Die Beteiligten seien „mit Leib und Seele bei Tag und Nacht dabei gewesen“. Der Münchener ergänzte: „Die MediaMarkt-Gründung war dagegen ein Klacks.“
Auf die am Samstagfrüh erfolgte Freilassung des Tiers in der Nordsee räumte der Millionär allerdings ein: „Das ist eine Katastrophe gewesen“ und er tappe diesbezüglich „noch völlig im Dunkeln“. Weder er noch Walter-Mommert wüssten demnach „was das für Hintergründe hat“.
Der Unternehmer übte scharfe Kritik am Kapitän des Schleppers (welchen der beiden Schlepper er meinte, ließ er offen) und weiteren Beteiligten, die kurz vor der Freilassung weder die Tierärzte noch die Wal-Spezialisten zu dem Wal gelassen hatten, damit diese sich von seinem Gesundheitszustand überzeugen könnten. „Er hat den Wal an einer Stelle, wo wir ihn aussetzen wollten, einfach vom Boot geschmissen.“ Unabhängig überprüfen ließen sich die Aussagen von Ganz bislang nicht. Der 79-Jährige war zum Zeitpunkt der Freilassung nicht an Bord eines der Schiffe – zudem fehlen Videoaufnahmen vom Moment der Freisetzung.
Auch weil das Tier vor der Freilassung „an der Flosse gezogen“ worden sei, habe Geldgeberin Walter-Mommert zusammen mit der Anwältin der Initiative, Constanze von der Meden, „eine Strafanzeige gestellt“, berichtet Gunz weiter. Gegen wen konkret sich die Strafanzeige nun richtet und welcher Sachverhalt darin beanstandet wird, ließ er allerdings offen.
Kapitän der „Robin Hood“ widerspricht Darstellung
Der Kapitän des Schleppers „Robin Hood“, Martin Bocklage, äußerte sich auf Anfrage des „Nordkuriers“ zu den jüngsten Spekulationen rund um die Freilassung des Buckelwals. Die „Robin Hood“ sowie auch die „Fortuna B“ gehörten zum Schlepperverband, der das Tier in Richtung Nordsee transportierte, wobei der Lastkahn die meiste Zeit von der „Fortuna B“ gezogen wurde.
Bocklage widersprach dabei vehement Spekulationen, nach denen seine Schiffscrew den Buckelwal mit Seilen aus der Barge ins Wasser gezogen haben soll. Vielmehr sei das komplette Dock, auf dem der Wal wohl nur noch seicht auflag, unter dem Tier weggezogen worden, sagte der Kapitän dem „Nordkurier“. Er hoffe sehr, dass der Wal lebe und es ihm gut gehe. Auch die Aussagen des Kapitäns ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
„Man ist mit dem Tier sehr lieblos umgegangen“, resümierte der Unternehmer weiter und betonte, dass es sich bei der Freilassung um eine „tierquälerische Nacht- und Nebelaktion“ gehandelt habe.
Auf die fehlenden Bild- und Videoaufnahmen zum Zeitpunkt der Freilassung bestätigte Gunz dem News5-Reporter, dass man genau dieses kurze Zeitfenster ohne Kameraaufzeichnung am Samstagmorgen „absolut“ dazu genutzt habe, um das Tier freizulassen. „Die wollten vermeiden, dass irgendwelche Aufnahmen existieren“, da man solche im Nachgang juristisch auswerten könnte. Wen Gunz mit „die“ meinte, erläuterte er nicht. Auch diese Behauptungen von Ganz konnten nicht unabhängig überprüft werden.
10:45 Uhr: Umweltministerium prüft rechtliche Schritte gegen Initiative
Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern erwägt nun wohl doch rechtliche Schritte gegen die private Rettungsinitiative für Buckelwal „Timmy“. Das Ministerium hatte immer wieder betont, dass man die Rettungsaktion der Initiative geduldet habe und vor der Freilassung mit den Initiatoren die Weitergabe dreier Dinge vereinbart habe: die Daten des Trackers, ein tierärztliches Gutachten vor der Freilassung und Videobilder der Freisetzung. Davon sei bislang allerdings immer noch nichts an das Ministerium übermittelt worden.
Wir prüfen, inwieweit die im zweiten Rettungskonzept schriftlich fixierten Vereinbarungen als Rechtsgrundlage ausreichen, um die Herausgabe der Daten möglicherweise doch einzuklagen.
Sprecherin des Umweltministeriums
Noch am Mittwoch hatte eine Sprecherin des Umweltministeriums dem Tagesspiegel auf Anfrage mitgeteilt, man habe „keine rechtliche Handhabe, um etwas einzufordern“. Der Hintergrund sei, dass die geduldete Aktion von einer privaten Initiative durchgeführt worden sei – daher habe man „keine verbindlichen Auflagen erteilen, sondern nur Erwartungen formulieren“ können.
Auf eine erneute Anfrage des Tagesspiegels, ob sich an dieser Situation etwas geändert habe, hieß es seitens einer Sprecherin, dass man die Initiative erneut kontaktiert habe. Demnach habe man diese am Donnerstag „erneut schriftlich aufgefordert, die Daten vorzulegen beziehungsweise Gründe darzulegen, warum dies nicht möglich ist“.
Im Ministerium prüfe man derzeit Schritte, „inwieweit die im zweiten Rettungskonzept schriftlich fixierten Vereinbarungen als Rechtsgrundlage ausreichen, um die Herausgabe der Daten möglicherweise doch einzuklagen“. Allerdings sei das Ergebnis laut der Sprecherin noch „völlig offen“.
Im Meer in Skagen war am Tag der „Timmy“-Freilassung, am 2. Mai, ein Wal zu sehen, der Atemluft ausgestoßen hatte.
© dpa/Sebastian Peters
Wal-Newsblog vom 7.5.2026
16:44 Uhr: Geldgeberin der Wal-Rettungsinitiative erklärt Trackingsystem
Die Geldgeberin der privaten Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, erklärte in einem Interview mit dem NDR vom Mittwochnachmittag, wie genau das Trackingsystem funktioniert, mit dem Buckelwal „Timmy“ kurz vor seiner Freilassung in der Nordsee ausgestattet wurde. „In dem Moment, wo der Tracker die Wasseroberfläche durchbricht, kann er eine Verbindung zum Satelliten aufbauen“, führte sie aus. Befindet sich das Tier unter Wasser, dann gebe es der Unternehmerin zufolge keine Signale.
Für uns sind das beruhigende Signale. Die Zeichen, die wir erhalten, stimmen uns positiv.
Karin Walter-Mommert
In der Art und Weise, wie Signale und nicht erfolgte Signale aufeinanderfolgen, könne man Walter-Mommert zufolge „nachvollziehen und interpretieren, welche Wege er zurücklegt und ob er am Leben ist.“ Bei den Signalen handle es sich weder um Ortungsdaten im Sinne von Koordinaten noch um Vitalwerte, sondern lediglich um eine Art „Ping“ im Sinne von „Da ist etwas“, bestätigte die Millionärin der NDR-Journalistin Eva-Maria Guhl. Umweltminister Backhaus sei darüber informiert worden, dass der Tracker aktuell keine Geo-Daten übermittle.
Anhand der Daten könne man die Aktionen des Buckelwals nachverfolgen. Sein Aufsteigen an die Wasseroberfläche, gefolgt von Tauchgängen in unterschiedliche Tiefen, entspreche demnach dem Atemrhythmus des Tiers, erklärte Walter-Mommert. Da Wale als Säugetiere anders als Fische keine Kiemen besitzen, müssen sie zum Atmen an die Wasseroberfläche auftauchen. „Zum ersten Tag können wir beispielsweise berichten, dass er 23 Tauchgänge hatte – bis 20 Meter Tiefe, 100 Meter Tiefe und sogar bis 150 Meter tief.“ Da die Daten bislang weiterhin nicht veröffentlicht wurden, ließen sich sämtliche Angaben nicht unabhängig überprüfen.
„Die Datenautobahn wird sich nach und nach füllen, sodass wir ihn auch orten können“, betonte die Trabrennpferdebesitzerin und verglich die Datenlage mit „einer Art Puzzle“, das man erst zusammensetzen müsse. Eine Standortbestimmung sei demnach bis jetzt noch nicht möglich: „Dass wir ihn wirklich lokalisieren können, kann teilweise bis zu drei Wochen dauern.“ Mit welchem Trackinggerät man Buckelwal „Timmy“ ausgestattet habe, wolle man „aus Sicherheitsgründen“ nicht bekanntgeben. „Es besteht immer die Gefahr, dass Leute, die sich damit sehr gut auskennen, dort einhacken“, so die Walter-Mommert.
Distanzierung von „Timmys“ Freilassung
Im Interview betonte Karin Walter-Mommert, dass man sich vor der Art und Weise der Freilassung von Buckelwal „Timmy“ am Morgen des 3. Mais distanziert habe. Möglich sei demnach auch, dass der Wal-Tracker „bei dieser übergriffigen Ad-hoc-Aktion“ am Tag der Freisetzung beschädigt worden sei. Nach der Frage, wer an Bord die Entscheidungsgewalt über die Freilassung gehabt habe, sagte die Unternehmerin: „Keiner von unserem Team.“ Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben allerdings nicht.
Dass das Deutsche Meeresmuseum am Dienstag berichtet habe, man gehe aufgrund des geschwächten Zustands des Tiers davon aus, dass der Wal „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ nicht mehr am Leben sei, könne die Geldgeberin nicht nachvollziehen. Sie würde „wirklich gerne wissen“, warum „die Herrschaften vom Meereskundemuseum“ die Nachricht verbreiten, der Wal sei tot. „Wenn sie irgendwelche Fakten haben, möchten sie damit doch bitte an die Öffentlichkeit treten.“
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Karin Walter-Mommert im NDR-Interview:
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10:39 Uhr: Umweltminister ist sich sicher – „Der Wal lebt“
Am späten Mittwochnachmittag äußerte sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus über Buckelwal „Timmy“ von dem seit seiner Freilassung am Samstagmorgen bislang jede Spur fehlt. Auf die Frage des NDR-Journalisten Thilo Tautz, warum der SPD-Politiker trotz vorheriger Absprachen mit der privaten Initiative bislang keine GPS-Daten zum Verbleib des Wals erhalten habe, sagte der Minister: „Das müssen Sie die Initiative fragen.“ Man habe bereits vor der Freilassung die Weitergabe dreier Dinge vereinbart: die Daten des Trackers, ein tierärztliches Gutachten vor der Freilassung und Videobilder der Freisetzung. Davon sei bislang allerdings nichts an das Ministerium übermittelt worden.
Bis zur Landesgrenze ging es dem Wal sehr gut.
Till Backhaus, Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern
Backhaus ergänzte, dass er in enger Abstimmung mit der Geldgeberin der privat finanzierten Rettungsinitiative, Karin Walter-Mommert, stehe. „Ich kann Ihnen heute sagen: Der Wal lebt.“ Wer etwas anderes behaupte, der solle dies beweisen, so der SPD‑Politiker. „Es gibt Signale, dass der Wal lebt. Der Tracker sendet. Er muss nämlich dafür an die Oberfläche kommen.“ Mit Vermutungen und Spekulationen seitens Experten, die dem Tier keine Lebenschance mehr einräumen, könne der 67-Jährige „nicht arbeiten. Ich spekuliere nicht, ich arbeite faktenbasiert.“
Man gehe außerdem davon aus, dass das Tier in einem Gebiet unterwegs war, „in dem die Möwen fliegen“. Dort gebe es Fisch, weshalb man vermute, dass der Meeressäuger mittlerweile Nahrung zu sich genommen habe. Überdies gebe es Hinweise, dass das Tier bis 150 Meter tief getaucht sei. Mehrfache Rückfragen des NDR, wie genau man die Nähe zu Fischgründen und eine derartige Tauchtiefe trotz eines fehlerhaften Ortungssenders habe feststellen können, ließ der Umweltminister offen.
Wal-Sender soll ein Tracker für Hunde sein
Der Tracker sei Till Backhaus zufolge aus den USA eingeflogen und von Spezialisten an Bord der Barge „am Wal angeschraubt worden“. Das Gerät sei dem Ministerium aber „nicht gezeigt oder vorgelegt worden“. Der NDR-Reporter konfrontierte Backhaus damit, dass der Tracker nach Angaben von an der Rettungsaktion beteiligten Personen „ein Tracker für Hunde“ sein soll. Backhaus beharrte darauf, dass der Wal „mit dem Tracker Lebenszeichen gesendet“ habe – man könne allerdings nicht sagen, wo genau er sich aktuell aufhalte.
„Ich lasse mir gar keine Bären aufbinden“, sagte Backhaus darauf angesprochen, dass die Initiative weiterhin keine Daten übermittelt habe. Dem Minister zufolge habe man den Wal „lebend aus Mecklenburg-Vorpommern herausbekommen“ und bis zur Landesgrenze durch eigene Veterinäre begleiten können. „Bis zur Landesgrenze gings ihm sehr gut.“ Anschließend sei der Wal bei Skagen „bei einer Wassertiefe von um die 150 Meter freigelassen worden“. Backhaus ergänzte: „Wie das alles geschehen ist, das weiß ich nicht.“ Der Politiker ergänzte: „Er ist lebend hier rausgekommen und das Land hat nicht einen Pfennig dazu bezahlt.“
Wal-Newsblog vom 6.5.2026
17:09 Uhr: Umweltministerium sieht „keine rechtliche Handhabe“, um GPS-Daten einzufordern
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte im Vorfeld der finalen Rettungsaktion immer wieder betont, man habe sich mit der Initiative darauf geeinigt, Tracking-Daten und Informationen zum Gesundheitszustand des Wals zu teilen.
Kein Lebenszeichen vom Buckelwal Werden wir jemals erfahren, was mit „Timmy“ passiert ist?
Bereits am Dienstag lief jedoch ein Ultimatum seitens des Ministeriums aus, und die Initiative blieb die Übermittlung – Stand jetzt – schuldig. Einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung des Umweltministeriums zufolge sind dort immer noch keine Daten zum Verbleib und Zustand des Wals eingegangen. „Diese Informationen liegen bislang nicht vor“, sagte Backhaus demnach. Dabei sei das anders abgesprochen worden.
Eine Ministeriumssprecherin erklärte gegenüber dem Tagesspiegel, dass man „keine rechtliche Handhabe“ habe, um die fehlenden Daten beispielsweise gerichtlich einzufordern. Der Grund: Die Rettungsmaßnahmen wurden von einer privaten Initiative durchgeführt, weshalb man die Aktion geduldet habe – nicht genehmigt. Daher habe das Ministerium auch keine verbindlichen Auflagen erteilen können, sondern nur Erwartungen formulieren können. „Mit dem Verlassen der Landesgewässer ist zudem die Zuständigkeit Mecklenburg-Vorpommerns entfallen“, so die Sprecherin.
10:16 Uhr: Letzte Tracking-Daten vom Buckelwal wohl vom Dienstag
Die Geldgeberin der privaten Rettungsaktion, Karin Walter-Mommert, äußerte sich am Dienstag gegenüber der „Bild“-Zeitung zu einem Tracking-Sender, den die Initiative wohl kurz vor der Freilassung des Buckelwals an dem Tier angebracht hatte. Die Unternehmerin berichtete demnach, dass der Sender seit der Freisetzung in der Nordsee bislang wohl 25 Mal ein Signal gesendet habe – zuletzt am gestrigen Dienstag.
Gegenüber der „Welt“ berichtete Walter-Mommert ebenfalls am Dienstag, dass es gestern insgesamt „neun Pins“ von dem Gerät gegeben habe. Ob die Unternehmerin damit eher Pings (also Signale) oder tatsächlich Pins (englisch für „Stecknadel“) im Sinne von Markierungen meinte, bleibt fraglich.
Walter-Mommert zufolge habe der Tracker zwar Signale abgegeben, diese seien aber nicht zu orten gewesen. Obwohl sich demnach also aus den Signalen keine Position ablesen lasse, sei die Unternehmerin positiv gestimmt. Da das Gerät nur Daten senden könne, wenn sich der Wal an der Wasseroberfläche befinde, werte die Millionärin die Signale als Lebenszeichen für „Timmy“.
Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben allerdings bislang nicht, denn die privat finanzierte Initiative hat bislang wohl keine Daten an das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern übermittelt. Minister Till Backhaus hatte den Verantwortlichen der Rettungsgruppe zuvor ein Ultimatum gestellt, in dessen Rahmen die Daten übermittelt werden konnten. Dieses Ultimatum lief allerdings gestern aus.
Wann funktioniert der GPS-Tracker?
Die private Initiative hat nach eigenen Angaben vor der Freilassung von Buckelwal „Timmy“ in der Nordsee bei Skagen einen Sender an der Haut des Tieres angebracht. Dieser soll der Initiative GPS-Daten senden, die Informationen zum Verbleib des Wals liefern.
Allerdings funktioniert der Tracker nur, wenn sich der Wal an der Wasseroberfläche befindet. Sobald „Timmy“ abtaucht, bricht die Verbindung ab. Wenn Wale sterben, sinken sie langsam auf den Grund des Meeresbodens – das nennt man „Whale Fall“ (Walsturz). Die „Bild“-Zeitung berichtete unter Berufung auf Karin Walter-Mommert, dass der Tracker aktuell aber wohl nicht richtig funktioniere.
Backhaus zufolge bestehe ein berechtigtes Interesse an Transparenz. An der Art und Weise der Freilassung von Buckelwal „Timmy“ in der Ostsee war Kritik laut geworden. Dem Umweltminister zufolge bestehe also ein berechtigtes Interesse an Transparenz.
Wal-Newsblog vom 5.5.2026
16:30 Uhr: Backhaus liegen nach Ultimatum immer noch keine Daten vor
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte der privaten Rettungsinitiative ein Ultimatum hinsichtlich der Übermittlung von GPS-Koordinaten über den in der Nordsee freigelassenen Buckelwal „Timmy“ gestellt.
Der SPD-Politiker betonte, dass „die relevanten Daten zum Wal zügig vorgelegt und die offenen Fragen aufgeklärt werden müssen“. Bis dato seien allerdings noch keine Informationen übermittelt worden, wie das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nun mitteilte.
Nach der Freilassung des Buckelwals in der Nordsee war Kritik an der Art und Weise der Freisetzung des Buckelwals laut geworden. Experten vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund gehen derweil auch wegen der fehlenden GPS-Koordinaten davon aus, dass der Wal „mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr lebt“.
„Den Spekulationen über den möglichen Tod des Wals schließe ich mich zum jetzigen Zeitpunkt ausdrücklich nicht an“, betonte Backhaus. „Sollte das Deutsche Meeresmuseum Erkenntnisse haben, die wir nicht haben, bitte ich um entsprechende Herausgabe“.
Backhaus verwies darauf, dass zentrale Punkte vorab mit der privaten Initiative verbindlich vereinbart worden seien – etwa das Anbringen eines Peilsenders sowie das Bereitstellen der Daten für einen vertraulichen Kreis. „Diese Punkte dienen der Nachvollziehbarkeit des Einsatzes und der weiteren Einordnung des Geschehens.“
13:43 Uhr: Experten des Deutschen Meeresmuseums äußern sich
Experten des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund gehen offenbar davon aus, dass Buckelwal „Timmy“ drei Tage nach seiner Freilassung in der Nordsee tot ist.
Wie die „Ostseezeitung“ berichtete, teilte die Institution mit: „Da sich der Wal in einem extrem geschwächten Zustand befand und nach früheren Rettungsversuchen innerhalb kurzer Zeit immer wieder strandete, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, und nicht mehr lebt.“
Das Meeresmuseum betonte, dass es die letzte nachweisbare Sichtung des Buckelwales im offenen Meer „am 2. Mai um 9.24 Uhr via Drohne“ gegeben habe und es seither „keine weiteren unabhängig verifizierbaren Informationen über den Aufenthaltsort und die gesundheitliche Verfassung des Tieres“ gebe.
Wir haben der privaten Initiative eine Frist bis heute gesetzt.
Umweltminister Till Backhaus
Derweil forderte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus die private Rettungsinitiative dazu auf, sämtliche Daten hinsichtlich des GPS-Trackers zum Aufenthaltsort des Buckelwals zu teilen. Gegenüber der „Ostseezeitung“ sagte er: „Wir haben der privaten Initiative eine Frist bis heute (Anm. d. Red. 5. Mai) gesetzt, uns die Daten des Trackers zu übermitteln und mitzuteilen, wie es dem Tier geht. Mehr wissen wir zurzeit auch nicht.“
9:09 Uhr: Fachleute zweifeln angebliche „Vitalzeichen“ von Buckelwal „Timmy“ an
Auch am Dienstag gibt es keine neuen Entwicklungen hinsichtlich eines Lebenszeichens von dem am Samstagmorgen in der Nordsee freigelassenen Buckelwals „Timmy“. Die private Rettungsinitiative hatte berichtet, dass ein am Wal befestigter Sender zwar keine Ortsdaten, dafür aber Vitalzeichen übermittle.
Fachleute äußern daran nun Zweifel. Zwar sei das konkrete Gerät nicht bekannt, ein GPS- oder Satellitentracker liefere jedoch üblicherweise keine medizinischen Vitaldaten, erklärte das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). „Echte Vitalparameter würden spezielle Sensorik voraussetzen“, hieß es dort.
Es gibt keinen handelsüblichen GPS-Sender, der Vitaldaten des Wales liefern kann – wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit.
Peter Madsen, Meeresbiologe
Auch andere Experten wie der dänische Meeresbiologe Peter Madsen von der Universität Aarhus sind skeptisch: „Es gibt keinen handelsüblichen GPS-Sender, der Vitaldaten des Wales liefern kann – wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit“, sagte er. Ebenso betonte Thilo Maack von der Naturschutzorganisation Greenpeace, dass ein GPS-Tracker keine Vitaldaten erfassen oder übertragen könne.
Abschied von „Timmy“ Wahrscheinlich hofften wir mehr für uns selbst als für den Wal
Welcher Sendertyp tatsächlich verwendet wurde, blieb zunächst unklar. Weder die Initiative noch Jeffrey Foster vom beteiligten Whale Sanctuary Project oder das in die Prüfung eingebundene Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns machten dazu nähere Angaben. Aus dem Ministerium hieß es am Montag lediglich, es liegen noch keine Daten vor und man warte weiterhin auf Rückmeldungen.
Wie wurde der GPS-Sender am Wal angebracht?
Nach Angaben der Kleintierärztin Kirsten Tönnies von der Privatinitiative wurde der Tracker am Tier festgeschraubt. Üblicherweise werde der Sender mittels Durchstich an der Rückenfinne befestigt, da er nur an der Wasseroberfläche, also oben am Tier angebracht, Daten liefere, erklärte der Meeresbiologe Boris Culik, früher beim Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.
Wal-Newsblog vom 4.5.2026
18:02 Uhr: Rätsel um Aufenthaltsort der „Fortuna B“
Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, soll sich der Schlepper „Robin Hood“ nach seinem Zwischenaufenthalt in Kiel nun auf dem Weg nach Stettin befinden. Damit sei die Rettungsmission für das Boot offiziell beendet.
Rätsel gibt unterdes der Verbleib des anderen an der Rettungsaktion beteiligten Schleppers „Fortuna B“ auf. Bereits am Sonntag hatte das Schiff sein Trackingsignal deaktiviert, sodass es bei Schiffsortungsdiensten wie beispielweise „VesselFinder“ nicht mehr aufzufinden war.
Die Crew war wegen der Art und Weise der Freilassung des Buckelwals zuvor in die Kritik geraten. Wie die Geldgeberin der Rettungsaktion Karin Walter-Mommert laut der „Bild“-Zeitung berichtete, soll der Kapitän der „Fortuna B“ das Tier am Samstagmorgen anders als abgesprochen in der Nordsee freigesetzt haben.
15:19 Uhr: „Robin Hood“ setzt Barge im Kieler Hafen ab
Die „Robin Hood“ ist im Kieler Hafen eingetroffen – an ihrer Seite die Barge, mit der der Wal in die Nordsee gebracht wurde. Diese ist inzwischen im Hafen abgesetzt worden. Nach Informationen von „News5“ dürfte die „Robin Hood“ nun ihre Reise fortsetzen. Wohin es geht, ist bislang noch unklar.
Der Schlepper „Robin Hood“ und die Barge legen am Kieler Scheerhafen an.
© dpa/Frank Molter
12:43 Uhr: Ankunft des Wal-Transports „Robin Hood“ verzögert sich
Die „Robin Hood“ mit der Barge, die den Wal transportiert hat, sollte ursprünglich um 12 Uhr in Kiel eintreffen. Die Ankunft verzögert sich jedoch. Laut „VesselFinder“ befindet sich das Schiff jedoch inzwischen in unmittelbarer Nähe des Zielhafens.
Weiterhin wird davon ausgegangen, dass das Tier extrem geschwächt ist. Kaum abzuschätzen ist, ob tatsächlich zu einem späteren Zeitpunkt von einer „Rettung“ gesprochen werden kann. Nur mit Trackingdaten und damit dem jeweiligen Aufenthaltsort des Wals ließe sich transparent machen, ob sich das Leiden des Wals auf dieser Reise gelohnt hat, sagte Greenpeace-Experte Thilo Maack am Samstag.
11:02 Uhr: GPS-Sender sendet offenbar Signale
Die Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies hat der „Bild“ gegenüber bestätigt, dass mehrere Signale vom GPS-Sender ausgegangen seien. Da üblicherweise nur dann Signale übertragen werden, wenn sich das Tier an der Wasseroberfläche befindet, wertet Tönnies dies als unmittelbares Zeichen, dass der Wal am Leben ist.
10:56 Uhr: Helfer wollen rechtliche Schritte prüfen
Die fehlende Transparenz der Rettungsinitiative hat jüngst für Kritik gesorgt. So hinterfragten die Tierärztin Kirsten Tönnies, die sich an Bord befand, und die Geldgeber der Aktion vor allem den Ablauf der Freisetzung. Die Helfer der Initiative wollen nun nach eigenen Angaben rechtliche Schritte prüfen. „Wir werden jetzt alles aufklären und dann werden wir natürlich auch die Fragen entsprechender gerichtlicher Konsequenzen oder auch strafrechtlicher Konsequenzen abstimmen“, sagte deren Sprecherin Constanze von der Meden vor Journalisten in Cuxhaven am Montag.
8:10 Uhr: Tierärztin erhebt schwere Vorwürfe gegen „Fortuna B“-Rettungsteam
In einem Interview mit der Videonachrichtenagentur News5 erhebt die an der Rettungsaktion beteiligte Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies schwere Vorwürfe gegen den Kapitän des Schleppers „Fortuna B“. Das Schiff war maßgeblich an der Rettungsaktion des Buckelwals beteiligt und zog die Barge samt Tier bei Skagen in die dänische Nordsee, wo der Meeressäuger am frühen Samstagmorgen freigelassen wurde.
Am Sonntag schilderte Tönnies die Ereignisse an Bord als „ziemlich ungemütlich“, wie sie News5 berichtete. Sie sei absichtlich isoliert worden und habe die Barge, in der sich der Wal befand, nicht mehr betreten dürfen.
Weiter berichtete sie: „Ich mache mal ein Zitat für alle hier: ‚Endlich, das Mistviech ist jetzt weg. Das ist die Hauptsache. Nächstes Projekt.‘ Und deshalb glaube ich, dass im Hintergrund Sachen gelaufen sind, die ich nicht verstanden habe.“ Vielleicht sei der Tierärztin zufolge Zeitdruck dafür verantwortlich gewesen, „warum der [Wal – Anm. d. Redaktion] jetzt unbedingt da rausmusste, denn es gab aus tiermedizinischer Sicht keinen Grund.“
Sie sagte weiter: „Wir wollten das anders haben.“ Aktuell ist fraglich, ob die Verantwortlichen Buckelwal „Timmy“ tatsächlich mit Schläuchen an der Schwanzflosse aus der Barge herausgezogen haben, wie kurz nach der Rettungsaktion mitunter von Experten kritisiert wurde. „Sie haben verhindert, dass es Filmaufnahmen gibt“, berichtete die Praxistierärztin aus dem Main-Taunus-Kreis. Auch diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen – welche Personen konkret die Filmaufnahmen unterbunden haben sollen, ließ Tönnies offen. Seitens der Schiffsbesatzung, der Verantwortlichen oder des Kapitäns gab es keine Stellungnahme.
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6:59 Uhr: Schlepper kommt kurz vor Mitternacht in Cuxhaven an
Eines der beiden Schiffe, die den mehrfach vor der deutschen Küste gestrandeten Wal in die Nordsee brachten, ist am Sonntagabend in Cuxhaven eingelaufen. Nach Informationen eines dpa-Reporters vor Ort machte der Schlepper „Fortuna B“ kurz vor Mitternacht im Hafen fest. Die Polizei war vor Ort.
Das andere große Schiff des Transportkonvois war die „Robin Hood“. Sie befand sich am späten Sonntagabend nach Daten des Schiffsortungsdienstes Vesselfinder in der Nähe der Westküste Dänemarks.
Einige Mitglieder der Initiative hatten am Samstag kritisiert, die Schiffsbesatzung sei bei der Freisetzung des Wales grob vorgegangen. Die Bereederungsgesellschaft des Begleitschiffs „Robin Hood“ sprach in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, allerdings von einem Erfolg. Die Freisetzung sei in Abstimmung mit allen Beteiligten erfolgt, hieß es.
Weiterhin wird davon ausgegangen, dass das Tier extrem geschwächt ist. Kaum abzuschätzen ist, ob tatsächlich zu einem späteren Zeitpunkt von einer „Rettung“ gesprochen werden kann. Nur mit Trackingdaten und damit dem jeweiligen Aufenthaltsort des Wals ließe sich transparent machen, ob sich das Leiden des Wals auf dieser Reise gelohnt hat, sagte Greenpeace-Experte Thilo Maack am Samstag.
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(mit Agenturen)