Das Unternehmen verdoppelt die Produktion des MacBook Neo auf zehn Millionen Einheiten – doch steigende Komponentenkosten gefährden das Einstiegsmodell für 599 Euro.
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Lieferketten-Engpass bedroht günstigste Variante
Apples Kalkulation ging nicht auf: Das im März 2026 gestartete MacBook Neo sollte vor allem mit Chromebooks und günstigen Windows-Laptops konkurrieren. Doch die Nachfrage übertraf alle Erwartungen. Die Produktion wurde von ursprünglich fünf bis sechs Millionen auf zehn Millionen Einheiten hochgefahren.
Das Problem: Der dafür benötigte A18 Pro-Chip wird knapp. Apple nutzt für das Neo eine „aussortierte“ Version des Prozessors aus der iPhone-16-Produktion – mit sechs CPU- und fünf GPU-Kernen. Diese Bestände sind nun erschöpft. Neue Chips müssen direkt beim taiwanesischen Hersteller TSMC geordert werden, was die Stückkosten deutlich erhöht.
Hinzu kommt der weltweit steigende DRAM-Preis, angetrieben durch die enorme Nachfrage nach KI-Hardware. „Die Kombination aus teureren Prozessoren und höheren Speicherkosten macht den Preis von 599 Euro kaum noch haltbar“, analysiert Branchenkenner Tim Culpan. Er verweist auf den Präzedenzfall des Mac mini, bei dem Apple ebenfalls die günstigste Konfiguration strich.
Touch ID als neue Einstiegshürde
Das MacBook Neo startete am 11. März 2026 in zwei Varianten. Die Basisversion für 599 Euro verzichtet bewusst auf den Touch ID-Sensor – ein radikaler Sparschritt. Dafür bietet sie 256 Gigabyte Speicher. Das Premium-Modell für 699 Euro enthält 512 Gigabyte und den Fingerabdruckscanner.
Sollte Apple das 599-Euro-Modell einstellen, würde Touch ID zum Standard in allen aktuellen MacBook-Reihen. Ein Schritt mit Symbolkraft: Zum ersten Mal gäbe es dann keinen neuen Mac mehr ohne biometrische Authentifizierung.
Die technischen Daten des Neo können sich dennoch sehen lassen:
– Prozessor: A18 Pro (6 Kerne CPU, 5 Kerne GPU)
– Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte RAM
– Display: 13 Zoll Liquid Retina mit 500 Nits Helligkeit
– Akku: Bis zu 11 Stunden Surfen, 16 Stunden Videowiedergabe
– Kamera: 12 Megapixel mit Center Stage
Im Geekbench-Test erreicht das Neo einen Single-Core-Wert von 3.428 Punkten – satte 46 Prozent mehr als der betagte M1-Chip. Fehlen im Basismodell neben Touch ID allerdings auch die hintergrundbeleuchtete Tastatur, MagSafe-Laden und die True-Tone-Displaytechnologie.
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M5-Modelle im Preisverfall
Während Apple beim Neo um jeden Cent kämpft, purzeln die Preise bei den Flaggschiffen. Große Händler wie Amazon und B&H bieten das 13-Zoll M5 MacBook Air mit 16 Gigabyte RAM und 512 Gigabyte Speicher für nur 949 Euro an – inklusive Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.
Das 14-Zoll M5 Pro MacBook Pro mit 24 Gigabyte RAM und einem Terabyte Speicher ist sogar 250 Euro günstiger zu haben. Die Preislandschaft zeigt Apples gestaffelte Strategie:
Einstieg: MacBook Neo (599 bis 699 Euro)
Mittelklasse: M5 MacBook Air (949 bis 1.299 Euro)
Profi-Segment: M5 Pro/Max MacBook Pro (1.949 Euro und aufwärts)
Selbst Zubehör wird stark rabattiert: Die iPhone Air MagSafe-Batterie gibt es aktuell für 60 Euro, die AirPods Pro 3 für 200 Euro.
Strategie der langen Linie
CEO Tim Cook setzt offenbar auf den „Halo-Effekt“: Günstige Einstiegsgeräte sollen Nutzer in das Apple-Ökosystem locken, wo sie langfristig durch Dienste und Upgrades Umsatz generieren. Die Verdopplung der Neo-Produktion trotz sinkender Margen passt in dieses Bild.
Für 2027 ist bereits eine zweite Generation mit A19 Pro-Chip in Planung. Wer das absolute Schnäppchen sucht, sollte jedoch schnell zuschlagen. Analysten rechnen damit, dass Apple das 599-Euro-Modell noch im zweiten Quartal 2026 aus dem Sortiment nimmt. Dann wäre Touch ID endgültig der neue Standard – und der günstigste Einstieg in die Mac-Welt würde 100 Euro teurer.