Der neue M5-Prozessor von Apple bringt eine Vervierfachung der KI-Leistung und signalisiert eine strategische Wende in der Chip-Produktion. Der US-Konzern setzt künftig nicht mehr allein auf TSMC, sondern auch auf Intel als Fertigungspartner.
M5-Architektur: Sprung in der Rechenleistung
Am 8. Mai präsentierte Apple offiziell seine nächste Chip-Generation. Der M5, gefertigt im N3P-Verfahren von TSMC, liefert eine um 45 Prozent verbesserte GPU-Leistung im Vergleich zum Vorgänger M4. Noch beeindruckender: Die maximale KI-Rechenleistung hat sich vervierfacht. Damit will Apple komplexe maschinelle Lernaufgaben direkt auf dem Gerät ermöglichen – ein entscheidender Schritt für das „Zeitalter der künstlichen Intelligenz“.
Anzeige
Warum viele Mac-Nutzer täglich wertvolle Minuten verschwenden – ohne es zu merken. Diese 19 Tastenkürzel zeigen Ihnen, wie einfach schnelleres Arbeiten am Mac wirklich ist. Mac-Experte verrät: Mit diesen 19 Shortcuts sparen Sie jeden Tag messbar Zeit
Die ersten Geräte mit dem neuen Chip sind das 14-Zoll MacBook Pro, das iPad Pro und die Vision Pro. Das MacBook Pro kommt auf eine Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden und bietet deutlich schnellere SSDs. In ausgewählten Märkten starten die Vorbestellungen am 17. Oktober, die Auslieferung folgt am 22. Oktober.
Die Preisgestaltung unterstreicht Apples Premium-Anspruch. Das M5-MacBook Pro startet bei umgerechnet rund 13.000 Yuan (etwa 1.700 Euro), das iPad Pro bei knapp 9.000 Yuan. Die Vision Pro bleibt mit rund 30.000 Yuan ein Luxusprodukt. Branchenbeobachter sehen die Leistungssprünge als Rechtfertigung für die hohen Preise.
Intel als zweite Säule der Chip-Produktion
Ein Nebenschauplatz der Ankündigung könnte langfristig wichtiger sein: Apple und Intel haben sich offenbar auf eine grundsätzliche Zusammenarbeit verständigt. Nach über einem Jahr Verhandlungen soll Intel künftig Apple-Chips fertigen. Das Ziel: die fast vollständige Abhängigkeit von TSMC reduzieren.
Die US-Regierung spielte bei den Gesprächen eine zentrale Rolle. Handelsminister Howard Lutnick traf sich mehrfach mit Apple-Chef Tim Cook, um eine heimische Fertigungspartnerschaft voranzutreiben. Intels neues Führungsteam setzt dabei auf das 14A-Verfahren (1,4 Nanometer). Analysten rechnen damit, dass Intel bereits 2027 erste Einstiegs-M-Chips produzieren könnte, iPhone-Chips womöglich ab 2028.
Anzeige
Kennen Sie schon die Mac-Tastenkombination, die Ihnen das lästige Menü-Suchen erspart? Ein Apple-Experte mit 20 Jahren Erfahrung hat die 19 nützlichsten Shortcuts für Sie zusammengestellt. Kostenlosen PDF-Sonderreport jetzt gratis herunterladen
Der Schritt ist auch eine Reaktion auf Lieferengpässe. In den jüngsten Quartalszahlen hatte Apple eingeräumt, dass Produktionsprobleme bei TSMC die iPhone-Verkäufe belasteten. Mit Intel als zweitem Standbein will der Konzern solche Risiken minimieren.
MacBook Neo: Doppelte Produktion trotz Chip-Krise
Während die M5-Geräte das Premium-Segment bedienen, kämpft Apple mit unerwartet hoher Nachfrage nach dem Einsteiger-Modell MacBook Neo. Anfang Mai verdoppelte der Konzern die Produktionsaufträge auf zehn Millionen Einheiten. Das Gerät mit A18-Pro-Chip verkauft sich über Drittanbieter wie Amazon oft unter dem offiziellen Preis.
Doch die Zukunft des MacBook Neo ist ungewiss. Eine weltweite Knappheit von DRAM- und NAND-Speicherchips – von Experten „RAMageddon“ getauft – treibt die Komponentenpreise in die Höhe. Analysten befürchten, dass Apple das 599-Dollar-Einstiegsmodell einstellen muss. Die Gewinnmargen schrumpfen, während die Lagerbestände günstigerer chip-Varianten zur Neige gehen. Ein ähnliches Szenario gab es bereits beim Mac mini, dessen Einstiegspreis nach oben korrigiert wurde.
Die aktuellen Lieferzeiten spiegeln die Lage wider: Während das MacBook Neo mit zwei bis drei Wochen relativ stabil bleibt, warten Kunden bei leistungsstärkeren Mac-mini- und Mac-Studio-Konfigurationen bis zu zwölf Wochen. Teilweise hat Apple bestimmte Arbeitsspeicher-Optionen ganz aus dem Sortiment genommen.
KI im Ohr: Kamera-AirPods in der Testphase
Für die zweite Jahreshälfte 2026 zeichnet sich ein weiterer Schritt ab: Apple bringt KI-Funktionen in die Wearables. Berichten zufolge befinden sich AirPods mit integrierten Kameras in der Design-Validierungsphase. Die Mini-Kameras in den Stielen dienen nicht der Fotografie, sondern sollen Siri ein „Auge“ geben.
Zum Start von iOS 27 im September könnten die neuen AirPods erscheinen. Sie sollen Gegenstände erkennen oder Navigationshinweise geben – basierend darauf, wohin der Nutzer blickt. Dieses „visuelle Intelligenz“-System gilt als Grundlage für künftige Smart Glasses und KI-Anhänger, die Apple derzeit entwickelt.
Ob die Strategie aufgeht, hängt von der Balance zwischen hoher Nachfrage und einer volatilen globalen Lieferkette ab. Die Intel-Partnerschaft und die aggressive MacBook-Neo-Produktion zeigen: Apple will sich in allen Preisklassen behaupten – und gleichzeitig gegen künftige Produktionsstörungen wappnen.