Der iPhone-Konzern kämpft mit steigenden Komponentenkosten und einer angespannten Lieferkette – und passt sein gesamtes Mac-Portfolio an.

Die Zeiten, in denen Apple seine Macs einfach nach Bedarf produzieren konnte, sind vorbei. Der Grund: Künstliche Intelligenz frisst die begehrten Speicherchips weg. Während die Nachfrage nach den neuen M5-Modellen boomt, steigen die Produktionskosten – und Apple reagiert mit einer Neuausrichtung seiner Hardware-Strategie.

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Rabatte trotz steigender Kosten

Paradoxe Lage am Markt: Obwohl die Herstellung teurer wird, locken Händler mit satten Rabatten. Am 7. Mai 2026 fiel das 13-Zoll MacBook Air M5 mit 16 GB RAM und 512 GB SSD auf den niedrigsten Preis seit dem Verkaufsstart: rund 949 Euro bei ausgewählten Online-Händlern. Das sind rund 140 Euro unter der unverbindlichen Preisempfehlung von 1.099 Euro. Auch das 15-Zoll-Modell gibt es mit bis zu 220 Euro Nachlass – die 24-GB-Version liegt bei etwa 1.299 Euro.

Die technische Ausstattung bleibt beeindruckend: 10-Core-CPU, wahlweise 8 oder 10 GPU-Kerne, 13,6-Zoll-Liquid-Retina-Display, Wi-Fi 7 und eine 12-MP-Kamera mit Center Stage. Doch wer die maximale Konfiguration mit 32 GB Arbeitsspeicher bestellt, muss Geduld mitbringen. Die Lieferzeit stieg von einer Woche auf fast einen Monat – ein klares Zeichen für die Knappheit hochwertiger DRAM-Bausteine.

MacBook Neo: Vom Nischenprodukt zum Bestseller

Der überraschende Erfolg des MacBook Neo zwingt Apple zu einer drastischen Produktionsausweitung. Seit seinem Marktstart am 11. März 2026 ist die Nachfrage so hoch, dass Kunden wochenlang auf ihre Bestellung warten. Ursprünglich waren fünf bis sechs Millionen Einheiten geplant – jetzt sollen es zehn Millionen werden.

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Doch das hat einen Haken: Die ersten Neo-Modelle verwendeten aussortierte A18-Pro-Chips aus der iPhone-16-Pro-Produktion, bei denen ein GPU-Kern deaktiviert war. Diese „B-Ware“ ist jetzt aufgebraucht. Für die verdoppelte Produktion muss Apple nun voll funktionsfähige A18-Pro-Chips bei TSMC bestellen – und die kosten deutlich mehr.

Die Folge: Die ohnehin knappe Marge des 599-Euro-Einstiegsmodells schrumpft weiter. Branchenkenner rechnen damit, dass Apple entweder die 256-GB-Basisversion streicht oder den Preis auf 699 Euro anhebt.

Speicher-Kahlschlag bei Mac Studio und Mac Mini

Die Chip-Krise trifft auch die Desktop-Modelle hart. Am 7. Mai 2026 strich Apple im Online-Store die maximal verfügbaren Speicherkonfigurationen zusammen:

Mac Studio mit M3 Ultra: Statt 256 GB sind jetzt nur noch 96 GB RAM bestellbar
Mac Mini mit M4 Pro: Die 64-GB-Option fiel komplett weg
Mac Mini Einstiegsmodell: Die 256-GB-SSD-Version ist gestrichen – der Einstiegspreis steigt damit von 599 auf 799 Euro

Tim Cook räumte in der Telefonkonferenz am 30. April 2026 ein, dass Apple die Nachfrage nach KI-Hardware unterschätzt habe. „Die Rechenzentren bieten uns buchstäblich den Rang ab“, so der Apple-Chef sinngemäß. Besonders HBM- und DDR5-Speicher werden knapp, weil Nvidias neue RTX-50-Serie mit ihren 92 Milliarden Transistoren riesige Mengen an GDDR7-Speicher verschlingt.

Software frisst Hardware

Die Entwicklung zeigt: Die Software-Kapazitäten laufen der Hardware-Produktion davon. Erst am 7. Mai 2026 erschien die Perplexity Personal Computer App für macOS, die lokale Dateiverarbeitung und iPhone-Fernsteuerung ermöglicht. Solche KI-Anwendungen brauchen viel Arbeitsspeicher – und treiben die Mindestanforderungen für „Prosumer“-Geräte nach oben.

Finanziell steht Apple trotz allem solide da. Im zweiten Quartal 2026 setzte der Konzern 111,2 Milliarden Euro um, die Mac-Sparte trug mit 8,4 Milliarden Euro sechs Prozent mehr bei als im Vorjahr. Doch die Abhängigkeit von TSMC bleibt ein Risiko.

Ausblick: Wohin steuert Apple?

Die Strategie zeichnet sich ab: Apple setzt auf Masse statt Klasse. Die Verdopplung der Neo-Produktion bei gleichzeitiger Beschneidung der High-End-Macs zeigt, wo die Prioritäten liegen. Der Bildungsmarkt und preisbewusste Käufer stehen im Fokus – auch wenn das zulasten der Profi-Anwender geht.

Die aktuellen Rabatte für das MacBook Air M5 werden nicht von Dauer sein. Steigen die Preise für DRAM und NAND-Flash weiter, dürften 256-GB-Modelle ganz verschwinden. 512 GB und 1 TB werden dann zur neuen Normalität – zu höheren Preisen.\
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Ob Apple einen zweiten Chip-Lieferanten findet, bleibt abzuwarten. Ein MacBook Neo mit A19 Pro ist frühestens 2027 zu erwarten. Bis dahin heißt es: Lieferketten managen, Lagerbestände jonglieren und die Konkurrenz der RTX-50-Notebooks im Auge behalten.