Es gibt unzählige Rechenbeispiele, wie die fünf in den Abstiegskampf verwickelten Teams aus eigener Kraft oder unter fremder Mithilfe den Klassenerhalt schaffen oder nicht. Vereinfacht gesprochen gibt es zwei Szenarien, die die WSG Tirol heute oben und in Liga 1 halten:

Es ist heute im Tivoli in Innsbruck, in Graz bei einem weiteren direkten Duell zwischen dem GAK und Altach sowie für den WAC in Ried im Abstiegskampf Druck am Kessel. WSG-Cheftrainer Philipp Semlic betonte aber im Vorfeld, dass man das gesunde Mittelmaß in Sachen Anspannung benötige, um Leistung bringen zu können: „Wir wollen den zweiten Matchball vor heimischer Kulisse nützen und einen guten Gegner niederringen, um zu punkten.“ Wie schon gesagt: Der Blick nach Graz bleibt im Finish auf den Trainerbänken mit Sicherheit auch nicht aus.

Semlic hat die Wucht, die die Fans in der Blau-Weiß-Arena in Linz und zuletzt bei der 0:4-Niederlage beim GAK erzeugten, am eigenen Leib gespürt und hofft heute auf ein gut gefülltes Stadion, das einen (kleinen) Heimvorteil generiert: „Für mich wird das sogar zu wenig honoriert, wie sich die Jungs zerreißen und im Rahmen der WSG-Möglichkeiten alles auf dem Platz lassen. Da kann man als Tiroler schon stolz sein“, merkt der 43-jährige Steirer an. Ex-ÖFB-Teamstürmer Lukas Hinterseer (35) wirft sich erneut mit einem doppelten Bänderriss ins Getümmel.

Dass im Falle einer Niederlage sicher ein Endspiel beim WAC droht und einige Schlüsselspieler (Taferner, Lawrence, Boras, Naschberger) bei einer weiterer Verwarnung gesperrt wären, schiebt der WSG-Coach beiseite: „Das spielt nullkommanull Rolle. Wir werden definitiv nicht an nächste Woche denken.“ An vorderster Front steht Ademola Ola-Adebomi wieder zur Verfügung, bei BW Linz signalisieren die Routiniers Shon Weissmann und Ronivaldo immense Gefahr.

Mehr Druck haben die Gäste. Denn nach der Niederlage in Ried und dem WAC-Sieg in Altach kommen die Oberösterreicher zwei Runden vor Schluss mit der Roten Laterne: „Auch wir haben nach wie vor alles in der eigenen Hand. Wir wollen auf Sieg spielen, das steht außer Frage. Aber ich habe nicht einmal über Wattens oder die anderen Clubs nachgedacht. Es geht um uns und man darf nicht zu viel nach links oder rechts schauen“, unterstreicht der Innsbrucker Simon Pirkl im Dress von BW Linz. Mit dem 29-jährigen Linksaußen, der sich unter Neo-Coach Michael Köllner zunächst hinten anstellen hat müssen, ist die Siegquote nach oben gewandert, Pirkls Vertrag in Linz läuft im Sommer aus: „Jetzt ist sicher nicht der Zeitpunkt, über so etwas zu reden. Wir wollen alle die Liga halten.“