Selbst Blockbuster-Titan James Cameron ist daran gescheitert, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft auf die Leinwand zu bringen. 2002 hat sie sich dort trotzdem zu Wort gemeldet – und zwar unter der Regie von Sam Raimi, der damals eher für düstere Stoffe bekannt war. Sein Spider-Man hat Hollywood jedoch für immer verändert.

Die aufwendige Live-Action-Umsetzung der gleichnamigen Marvel-Comics verwandelte sich in einen der weichenstellenden Erfolge der 2000er Jahre. Spätestens mit Spider-Man kamen Comicverfilmungen als millionenschwere Blockbuster im neuen Jahrtausend an. Jetzt könnt ihr diesen Meilenstein bei Amazon Prime im Abo streamen.

Blockbuster-Tipp bei Amazon Prime: Spider-Man erzählt eine der ultimativen Marvel-Geschichten

Bei Spider-Man handelt es sich um eine klassische Origin-Story. Wir lernen Peter Parker (Tobey Maguire) in der Highschool kennen, wo er am liebsten nur Zeit mit seinem Crush Mary Jane Watson (Kirsten Dunst) verbringen würde. Ihm gelingt es aber nicht einmal, sie anzusprechen, wenn er überhaupt pünktlich den Schulbus erreicht.

Als er bei einer Klassenexkursion von einer genmanipulierten Spinne gebissen wird, soll sich sein Leben komplett verändern: Peter erhält ungeahnte Kräfte, die ihn in Windeseile an Wänden hochkrabbeln und an dünnen Spinnenfäden durch die Straßenschluchten von New York schwingen lassen – ein neuer Superheld ist geboren.

Mit großer Kraft geht allerdings große Verantwortung einher: Diese Lektion muss Peter auf bitterste Weise lernen, während er versucht, seine Ambitionen als Spinnenmann und Schüler unter einen Hut zu bringen. Und dann taucht auch noch der hinterlistige Green Goblin (Willem Dafoe) auf und macht ihm das Leben zusätzlich schwer.

Mehr Film-Tipps von uns: Abonniere Moviepilot bei Google , wo wir über 3 Millionen Fans täglich mit Nachrichten, Empfehlungen und Hot Takes versorgen.Samstagabend-Blockbuster bei Amazon Prime: Bei Spider-Man begeistert damals wie heute

Spider-Man ist natürlich nicht der erste Superhelden-Blockbuster. Aus dem Hause DC gab es viele Dekaden zuvor erfolgreiche Leinwandabenteuer rund um Superman und Batman, die die Filmwelt in Atem hielten. Marvel hatte dagegen weniger Erfolg und arbeitete sich erst über Blade (1998) und X-Men (2002) in Hollywood nach oben.

Wo Blade mit seiner blutrünstigen Aufmachung noch sehr nischig war und X-Men trotz trendiger Lederanzüge zu sehr in die nerdige Comicrichtung schielte, gelang mit Spider-Man der Durchbruch in den Mainstream. Über 800 Millionen US-Dollar konnte der Film einspielen – eine absolute Box-Office-Sensation.

Sam Raimi und sein Kreativteam haben mit Spider-Man mehr als die Formel für die perfekte Comicverfilmung geknackt. Selten war ein Blockbuster so gut aufgestellt, dass er jede potenzielle Zielgruppe erreichte. Spider-Man lockte nicht nur skeptische Marvel-Fans mit bahnbrechenden Effekten und krachender Action ins Kino.

Eine verspielte Coming-of-Age-Geschichte im Genre-Gewand, ein packendes Melodram vor New York-Kulisse und ein unheimlich romantischer Liebesfilm, der mit Shooting-Stars in den Hauptrollen glänzte – ein Event für jeden Publikumsquadranten. Spider-Man taugte genauso für den Kinobesuch mit der Familie wie als Date-Movie.

Rückblickend fühlt es sich an, als würde man eine Blaupause des modernen Blockbuster-Kinos schauen, auch wenn sich Spider-Man im Vergleich zu aktuellen Filmen fast ein bisschen altmodisch wirkt. Den Test der Zeit besteht er aber wie nur wenige andere Leinwandgiganten. Ein grandioser Samstagabend-Blockbuster.