
Diesen Mai wird es einige interessante Möglichkeiten zur Planetenbeobachtung geben
(Bild: AstroStar/Shutterstock.com)
Venus und Jupiter nähern sich einander im Mai 2026 Abend für Abend an. Dazu gesellt sich Merkur. Ein Überblick, wann und wo die drei Planeten zu sehen sind.
Der Westhimmel bietet Himmelsbeobachtern im Mai 2026 ein lohnenswertes Schauspiel: Venus und Jupiter sind nach Sonnenuntergang gut sichtbar und rücken im Laufe des Monats immer näher zusammen. Ende Mai kommt Merkur als dritter heller Planet hinzu. Auf ihrer monatlichen Umlaufbahn passiert zudem die Mondsichel beide Planeten – mit attraktiven Fotomomenten als Folge.
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Wie das britische Fachmagazin BBC Sky at Night Magazine berichtet, bewegen sich Venus und Jupiter auf der sogenannten Ekliptik – dem scheinbaren Jahresweg der Sonne am Himmel – aufeinander zu und werden am 9. Juni 2026 ihre größte Annäherung erreichen, eine sogenannte Konjunktion, bei der sie nur 1,6 Grad voneinander entfernt stehen werden.
Venus: Sehr hell, im Teleskop wenig spektakulär
Venus ist derzeit das hellste Objekt am Abendhimmel nach dem Mond. Laut BBC Sky at Night Magazine strahlt sie Anfang Mai mit einer scheinbaren Helligkeit von Magnitude –3,8 (ein astronomisches Maß: je kleiner oder negativer der Wert, desto heller das Objekt) und hellt sich bis Anfang Juni leicht auf –3,9 auf. Damit ist Venus etwa siebenmal heller als Jupiter.
Im Teleskop zeigt Venus derzeit jedoch wenig: Sie erscheint als kleines, zu 84 Prozent beleuchtetes Scheibchen ohne erkennbare Oberflächenstrukturen.
Zu Beginn des Monats steht die Venus noch rund 40 Grad von Jupiter entfernt, nördlich des Sterns Aldebaran im Sternbild Stier. Täglich bewegt sie sich mehr als einen Grad ostwärts in Richtung Jupiter. Am 31. Mai beträgt der Abstand zwischen den beiden Planeten noch knapp neun Grad.
Am 18. Mai bietet sich ein besonderer Anblick: Eine schmale, nur sieben Prozent beleuchtete Mondsichel steht etwa 2,5 Grad rechts von Venus. Das sogenannte Erdlicht – das von der Erde auf die Nachtseite des Mondes zurückgeworfene Sonnenlicht – lässt dabei die dunkle Mondscheibe schwach aufleuchten und verleiht dem Anblick eine dreidimensionale Wirkung.
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Jupiter: Letzter guter Teleskopmonat bis September
Jupiter leuchtet Anfang Mai mit Magnitude –1,9 und schwächt sich bis Anfang Juni auf –1,7 ab, wie BBC Sky at Night Magazine berichtet. Er steht zu Beginn des Monats nahe dem Stern Wasat, südlich der Zwillingssterne Kastor und Pollux im Sternbild Zwillinge.
Anders als Venus bewegt sich Jupiter nur langsam gegen den Sternenhintergrund – er sinkt im Laufe des Monats zunehmend Richtung Sonne. Space.com weist darauf hin, dass der Mai der letzte Monat bis September ist, in dem Jupiter hoch genug am Himmel steht, um klare Teleskopbilder seiner Wolkenbänder und seiner vier großen Monde zu ermöglichen.
Am 20. Mai steht eine 13 Prozent beleuchtete Mondsichel etwa sieben Grad links von Jupiter. Am 21. Mai beträgt der Abstand zwischen Mond und Jupiter laut BBC Sky at Night Magazine noch fünf Grad.
Merkur: Ab Ende Mai am Westhorizont sichtbar
Merkur befindet sich am 14. Mai in oberer Konjunktion – er steht dann hinter der Sonne und ist nicht beobachtbar. Ab dem 22. Mai ist er laut Space.com mit einer Helligkeit von Magnitude –1,4, vergleichbar mit dem hellsten Fixstern Sirius, rund zehn Grad östlich der Sonne. Mit einem Fernglas lässt er sich dann etwa 15 Minuten nach Sonnenuntergang tief im Westnordwesten aufspüren.
Ab dem 25. Mai sollte Merkur mit Magnitude –1,1 auch ohne optische Hilfsmittel sichtbar sein. Ende Mai steht er rund 45 Minuten nach Sonnenuntergang deutlich über dem Westhorizont. Seinen größten Winkelabstand von der Sonne – die sogenannte größte östliche Elongation – erreicht Merkur allerdings erst Mitte Juni.
Saturn und Mars: Nur am Morgenhimmel
Saturn und Mars sind im Mai 2026 ausschließlich am Morgenhimmel zu beobachten. Mars geht kurz vor der Morgendämmerung knapp östlich des Ostpunkts auf und ist aufgrund der hellen Dämmerung schwer zu sehen. Seine Helligkeit liegt bei Magnitude +1,2. Am Morgen des 14. Mai kann eine schmale, acht Prozent beleuchtete Mondsichel dabei helfen, ihn mit dem Fernglas aufzufinden – besonders von Breiten nördlich von 35 Grad.
Saturn hält sich nahe der Grenze zwischen den Sternbildern Walfisch und Fische auf und geht zu Beginn der Morgendämmerung im Osten auf. Am frühen Morgen des 13. Mai steht er etwa sechs Grad links unterhalb einer schmalen abnehmenden Mondsichel.
Saturns Ringsystem öffnet sich derzeit wieder dem Blick von der Erde aus, ist aber noch zu tief über dem Horizont für stabile Teleskopbilder. Space.com verweist darauf, dass Saturn nach 15 Jahren auf südlichen Deklinationen nun wieder nördlich des Himmelsäquators steht, was in den kommenden Jahren zunehmend bessere Beobachtungsbedingungen verspricht.
Höhepunkt: Konjunktion am 9. Juni
Der astronomische Höhepunkt der aktuellen Beobachtungsperiode ist die Konjunktion von Venus und Jupiter am 9. Juni 2026, wenn beide Planeten nur 1,6 Grad voneinander entfernt stehen.
Da das Wetter im Juni unbeständig sein kann, empfiehlt BBC Sky at Night Magazine Hobbyastronomen, die langsame Annäherung der beiden Planeten bereits den gesamten Mai über zu verfolgen und zu dokumentieren.