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26.02.2026 15:01
(Akt. 26.02.2026 18:33)

Die Polizei am Montag in Wien.
©APA/Max Slovencik
Nach dem Fund einer Frau mit Stich- und Schnittverletzungen auf einem Wiener Friedhof ist über eine 14-Jährige die U-Haft verhängt worden.
Das Landesgericht Wien hat Untersuchungshaft über jene psychisch kranke 14-Jährige, die am Montagnachmittag eine ältere Frau auf dem Wiener Friedhof Baumgarten mit einem Taschenmesser erstochen haben soll, verhängt. Wie Christina Salzborn, Sprecherin des Landesgerichts, am Donnerstag gegenüber der APA erklärte, sei als Grund Tatbegehungsgefahr geltend gemacht worden. Die Jugendliche machte bei der Anhörung vor dem Gericht keine weiteren Angaben zur Tat.
Laut Salzborn waren eine Verteidigerin sowie die Mutter bei der Anhörung vor dem Gericht anwesend. Zur Einschätzung der Zurechnungsfähigkeit des Mädchens sowie zur Frage einer möglichen Berauschung zum Tatzeitpunkt sei ein Gutachter bestellt worden. Die Beschuldigte werde in der Justizanstalt medizinisch und psychologisch betreut, hieß es seitens des Gerichts in einer Aussendung am Nachmittag. „Sie befindet sich auf der Krankenabteilung der Justizanstalt Josefstadt“, sagte Salzborn der APA. Die unter Obsorge der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) stehende 14-Jährige war in der Vergangenheit immer wieder in stationärer sowie ambulanter Behandlung wegen Eigengefährdung gewesen.
Reanimation von Opfer scheiterte
Die Österreicherin war auf dem Friedhof in Wien-Penzing am Montag gegen 17.30 Uhr mit zahlreichen Stich- und Schnittverletzungen von einer Passantin entdeckt worden. Eine Reanimation scheiterte. Die psychisch kranke Jugendliche wurde später von der Polizei in der sozialpsychiatrischen WG, in der sie seit November lebte, als dringend Tatverdächtige in dem Fall festgenommen. Dabei wurden das Taschenmesser als mutmaßliche Tatwaffe, blutbefleckte Kleidung sowie ihr Handy sichergestellt. Dem Vernehmen nach soll auf dem Mobiltelefon auch ein Video der Tat existieren. Die Landespolizeidirektion wollte das bis zuletzt nicht bestätigen. In ihrer Einvernahme legte die Jugendliche dann ein Geständnis vor den Ermittlern des Landeskriminalamts ab, jedoch ohne weitere Angaben zu einem Motiv.
Die Wienerin war laut MA 11 vorher nie polizeilich wegen Straftaten in Erscheinung getreten und dürfte das Opfer zufällig ausgewählt haben. Die Jugendliche soll vor der Tat laut APA-Informationen jedoch zehn Tabletten eines verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittels aus der Gruppe der Benzodiazepine genommen haben.
Eine Obduktion der Leiche wurde bereits in Auftrag gegeben. Ein Ergebnis ist noch ausständig.
Wichtige Hinweise
Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.