Der Technologiekonzern hat die 599-Euro-Version des Mac mini aus dem Sortiment genommen. Neuer Einstiegspreis: 799 Euro. Grund dafür ist eine beispiellose Explosion der Speicherpreise, die Experten als „RAMageddon“ bezeichnen.
Die Preisexplosion bei DRAM- und NAND-Flash-Speichern hat die Kalkulation der Hardware-Hersteller fundamental verändert. Im ersten Quartal 2026 stiegen die DRAM-Preise um 90 Prozent – ausgelöst durch den massiven Bedarf an KI-Rechenzentren weltweit. Während Speicherkomponenten früher rund 15 Prozent der Materialkosten eines Geräts ausmachten, sind es heute über 30 Prozent.
Apple reagiert darauf mit einer Neuausrichtung seiner Desktop-Strategie. Die bisher günstigste Mac-mini-Variante mit 16 GB RAM und 256 GB SSD ist vom Markt verschwunden. Das neue Einstiegsmodell bietet immerhin 512 GB Speicher – aber eben zu einem deutlich höheren Preis.
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Lieferengpässe bei High-End-Konfigurationen
Die Probleme beschränken sich nicht auf die Preise. Kunden, die Mac mini oder Mac Studio mit viel Arbeitsspeicher bestellen, müssen mit Lieferzeiten von 15 bis 23 Tagen rechnen. Der Grund: Server-Komponenten haben in der globalen Lieferkette Priorität, hochdichte Speichermodule für Endkunden-Geräte werden knapp.
Das dürfte besonders jene Nutzer treffen, die auf lokale KI-Anwendungen setzen. Denn die nächste Generation von Desktop-KI benötigt enorme Speichermengen. Entwickler haben kürzlich „ds4“ vorgestellt – eine spezialisierte Inferenz-Engine für Apple-Silicon-Macs mit mindestens 128 GB Unified Memory. Auf einem M4 Max MacBook Pro erreicht das System damit rund 31 Tokens pro Sekunde.
MacBook Neo: Milliarden-Stückzahl unter Druck
Während Apple beim Mac mini die Preisschraube anzieht, setzt der Konzern gleichzeitig auf ein neues, günstigeres Notebook. Die Produktionsziele für das „MacBook Neo“ wurden von ursprünglich 6 auf 10 Millionen Einheiten hochgeschraubt. Das Gerät soll mit abgespeckten A18-Pro-Chips in den Bildungsmarkt und ins Einstiegssegment vorstoßen.
Doch auch hier droht der Preisdruck. Der angepeilte Verkaufspreis von 599 Dollar gerät durch die steigenden Speicherkosten ins Wanken. Branchenbeobachter rechnen damit, dass Apple die 256-GB-Basisvariante streicht und das Gerät für 699 Dollar mit 512 GB Speicher anbietet.
Zum Vergleich: Konkurrenten wie Asus, Acer und Lenovo haben ihre Preise bereits um 10 bis 25 Prozent erhöht. Apple versucht dagegen, seine Größenordnung bei TSMC zu nutzen, um die Produktion hochzufahren. Allerdings machen die steigenden Kosten für 3-Nanometer-Wafer und die begrenzten Kapazitäten beim Auftragsfertiger dem Konzern zu schaffen.
macOS 27: Liquid Glass wird nachgebessert
Parallel zu den Hardware-Änderungen bereitet Apple das nächste große Betriebssystem-Update vor. macOS 27 soll die umstrittene „Liquid-Glass“-Oberfläche verfeinern. Kritiker hatten die Transparenz- und Schatteneffekte auf LCD-Displays als schwer lesbar bemängelt.
Die Neuerungen werden voraussichtlich auf der WWDC am 8. Juni vorgestellt. Neben optischen Anpassungen für künftige OLED-MacBooks sind KI-Funktionen in Safari geplant – etwa automatische Tab-Gruppierung. Auch Siri soll Chatbot-Funktionen erhalten.
Doch der Fortschritt hat seinen Preis: macOS 27 könnte die Unterstützung für das Apple Filing Protocol (AFP) einstellen. Das würde ältere Time-Capsule-Geräte obsolet machen – sofern Nutzer nicht auf Drittanbieter-Lösungen ausweichen.
Markt schrumpft – Apple setzt auf Profis
Die Preis-Anpassungen kommen in einem schwierigen Marktumfeld. Die Marktforscher von IDC erwarten für 2026 einen Rückgang des PC-Marktes um 11,3 Prozent. Apples Strategie: Statt auf Masse setzt der Konzern auf höhere Margen und spezialisierte KI-Hardware für Profis.
Die aktuellen M4-Chips liefern dafür die Basis. Benchmarks zeigen deutliche Grafikverbesserungen durch hardwarebeschleunigtes Ray Tracing und Mesh Shading. Das lüfterlose MacBook Air M4 erreicht bei der 4K-Videorendering Geschwindigkeiten, die ältere MacBook-Pro-Modelle in den Schatten stellen.
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Ausblick: M5 Max und Ultra für zweite Jahreshälfte
Für die zweite Jahreshälfte 2026 zeichnen sich die nächsten Prozessorgenerationen ab. M5 Max und M5 Ultra sollen Speicherbandbreiten von über 1,0 TB/s bieten und dedizierte FP8-Tensor-Kerne für KI-Workloads enthalten.
Langfristig könnte Apple seine Fertigung breiter aufstellen. Erste Vereinbarungen deuten auf eine mögliche Nutzung von Intels 18A-Prozess für M-Serie-Chips ab 2027 und iPhone-Komponenten ab 2028 hin. Das würde Apple unabhängiger von TSMC machen und in Zukunft stabilere Preise ermöglichen.
Für den Moment ist die Botschaft klar: Die Ära des günstigen Einstiegs-Mac ist vorbei. Apple setzt auf teurere, speicherstärkere Konfigurationen – getrieben von den rasant steigenden Kosten und den Anforderungen des KI-Zeitalters.
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