Schauspielerin Collien Fernandes hat sich erneut zu den schweren Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen geäußert. In einem aktuellen Interview mit dem Magazin Stern spricht die 44-Jährige darüber, wie belastend die vergangenen Wochen für sie gewesen seien – und warum sie sich trotz der gemeinsamen Tochter entschloss, den Fall öffentlich zu machen.
Fernandes hatte Ulmen im März 2026 unter anderem „virtuelle Vergewaltigung“ vorgeworfen. Demnach soll er in ihrem Namen Männern aus ihrem Umfeld sexualisierte Nachrichten und pornografische Inhalte geschickt haben, die wie private Sextapes von Fernandes ausgesehen hätten. Ulmen hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Fernandes sagt nun, sie habe die Angelegenheit ursprünglich nicht öffentlich machen wollen. „Ich hätte es gern auf anderem Wege geklärt, ich wollte den Männern sagen, dass nicht ich dahinterstecke. Aber der Täter hat mir diese Chance bis zuletzt nicht gegeben, wollte mir die Namen nicht nennen.“
Besonders schwer sei ihr die Entscheidung gefallen, den Vater ihrer gemeinsamen Tochter anzuzeigen. Sie habe lange darüber nachgedacht, sagt Fernandes. Auf Kritik an diesem Schritt reagiert sie deutlich. Es sei „wahnsinnig schwierig“ gewesen. Letztlich habe sie sich aber gefragt: „Aber was wäre das für ein Signal an meine Tochter gewesen, hätte ich es nicht getan?“
Aus ihrem Umfeld habe sie viel Zuspruch erhalten. Besonders ein Satz einer Freundin sei ihr in Erinnerung geblieben: „Nachdem ich mein Schweigen gebrochen hatte, sagte eine Freundin zu mir: ,Das ist das Beste, was du für deine Tochter tun konntest: Dass sie, wenn ihr so etwas widerfahren sollte, gelernt hat, dass sie den Täter nicht schützen muss – egal, wie nah er ihr steht.‘“
Gleichzeitig schildert Fernandes die massiven Folgen der öffentlichen Auseinandersetzung. Sie berichtet von Hassnachrichten, Morddrohungen und Aufforderungen zum Suizid. „Gerade sehe ich wenig Licht. Ich wünsche mir nur, dass schnell verhandelt wird. Und dass dieser ganze Horror endlich vorbei ist“, sagt die Schauspielerin im stern.
Ob sie anderen Frauen nach ihren Erfahrungen zur Anzeige raten würde, lässt Fernandes offen. Ihr Fazit fällt bitter aus: „Ich weiß nicht, ob ich einer Frau, die mich um Rat bittet, nach meinen Erfahrungen sagen würde: Zeig ihn an!“