Spin-offs könnte man als Beiwagen der Forschung an Universität und Hochschulen bezeichnen. In Kärnten ist der Anteil jener Start-ups, die sich im studentischen Umfeld entwickeln überproportional hoch: Fast jedes vierte Start-up entsteht so.

Dass man hier laut dem neuen „Austrian Startup Monitor“ besser als Restösterreich abschneidet, freut auch Erich Hartlieb von der Fachhochschule Kärnten. Gemeinsam mit der Universität Klagenfurt und Partnern wie Wirtschaftskammer und KWF, die über das Gründungsnetzwerk bzw. „Startup Carinthia“ ein Ökosystem für Gründerinnen und Gründer bilden, fördere man die Szene.

„Ein Viertel von ihnen ist noch nicht älter als 25 Jahre“, schildert Karl-Heinz Leitner vom Austrian Institute of Technology (AIT), Herausgeber des Monitors. Junge Talente würden aktuell durch Inflation, Investitionszurückhaltung und Krisenstimmung verunsichert. Hartlieb ergänzt: „Entrepreneurship, also Unternehmertum, wurde in die Studiengänge implementiert.“ Gründen sei immer auch ein Risiko, das man aber durch professionelles Coaching gut managen könne.

Die Analyse der Start-up-Landschaft zeige, dass Kärnten bei den Schlüsseltechnologien Künstliche Intelligenz und Dateninnovation überproportional stark sei. Demnach setzen Tech-Start-ups zu 83 Prozent auf deren Einsatz, um 20 Prozentpunkte mehr als in Restösterreich. Auch 3D-Druck-Anwendungen und Robotik zählen zu den Schwerpunkten.

Softwarebasierte Geschäftsmodelle wie „Software as a Service“ sind auch häufig die Basis. Den Nährboden für solche Spezialisierungen bieten unter anderem die Silicon Austria Labs, der Technologiepark Villach, der Klagenfurter Lakeside Park oder Unternehmen wie Infineon oder Lam Research.

Build!-Geschäftsführer Martin Trink: „Wir müssen unsere regionalen Stärken noch sichtbarer machen“




Build!-Geschäftsführer Martin Trink: „Wir müssen unsere regionalen Stärken noch sichtbarer machen“


© Johannes Puch

Fehlendes Risikokapital als Hemmschuh

Martin Trink, Geschäftsführer das Gründungszentrums build!, sieht wieder mehr Dynamik aufkommen: „In den nächsten Jahren wird das Monitoring die technologischen Stärken Kärntens in Mikroelektronik, Sensorik, Drohnen und Energietechnologien widerspiegeln.“ Zwischen 2021 und 2023 gab es in Kärnten 25 Gründungen, was weit hinter dem Rekordwert von 41 liegt, wobei der Anteil an den österreichweiten Gründungen mit 4 Prozent stabil blieb.

Wachstumshemmend sei die schwierige Finanzierung innovativer Projekte. Risikokapital kann man etwa über den Carinthian Venture Fonds oder die Sparkasse-Initiative „StartInvest“ auftreiben. Ersterer konnte 2025 zwei Finanzierungsrunden mit jeweils höheren sechstelligen Beträgen abschließen. Die Lage sei aber nicht ideal, insbesondere in späten Wachstumsphasen würden viele Start-ups auf Grenzen stoßen. Im Rahmen des Monitors werden auch „Entlastungen bei Lohnnebenkosten, stärkere Anreize für privates Risikokapital und schnellere, unbürokratische Förderprozesse“ gefordert.