Im Zuge einer Pressekonferenz am Montag verkündete Bürgermeister Molnar im Beisein des Magistratsjuristen Hannes Zimmermann und des neuen Leiters des Amtes für Sicherheit und Ordnung, Markus Sykora, die Maßnahmen im Zuge der massiven Beschränkungen auf der Donaubrücke. Dabei ging er auch auf die Verzögerungen im Zuge der Errichtung einer Ersatzbrücke ein.

Ausschreibung wurde 2024 zurückgezogen

„Sofort nach Angelobung als Landesrat hat Udo Landbauer Anfang 2024 die bereits abgeschlossene Ausschreibung zur Errichtung einer Ersatzbrücke zurückgezogen“, stellte Molnar fest. „Und er hat eine Ausschreibung für eine Fährlösung veröffentlicht.“ Diese Maßnahme habe verhindert, dass jetzt bereits eine Ersatzbrücke zur Verfügung stünde.

Die Brücke wäre jetzt schon fertig, die Situation entschärft. Vorgeschoben sei damals eine „Verbilligung“ der Lösung geworden. „In Wahrheit wurden die Mittel aber augenscheinlich für die Ost-Umfahrung Wiener Neustadt (der Heimatbezirk Landbauers, Anm.) verwendet.“

Verzögerung durch „fatale Fehlentscheidung“

Als „fatale Fehlentscheidung Landbauers“ bezeichnet der Kremser Stadtchef die Maßnahmen des Jahres 2024. Die Befürchtungen, dass die alte Brücke den Pkw-Verkehr nicht mehr lange genug aushalten werden, hätten sich nun leider bewahrheitet. „Das Problem ist nicht der Denkmalschutz, sondern die Verzögerung wegen der Umleitung des Geldes für die Umfahrung Wr. Neustadt.“

Donaubrücke Mautern

Die Donaubrücke zwischen Stein und Mautern steht ab Montag nur mehr in stark eingeschränktem Umfang zur Verfügung.

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Martin Kalchhauser

Vier Angebote habe es damals gegeben – doch nun musste mit März 2026 eine neue Ausschreibung erfolgen. Während ab dem 18. Mai nur mehr Fußgänger, Rad- und Mopedfahrer sowie Traktoren über die Brücke fahren dürfen, dauere es jetzt bis zum Herbst, ehe der Auftrag für den Bau einer Ersatzbrücke erteilt und dann gebaut werden könne. Molnar „Aber nur, wenn es keine Einsprüche von Firmen, die nicht zum Zug kommen, gibt!“

Stadtchef Molnar: „Massive Staus zu Stoßzeiten“

Die Brücke wird – nach einer Bauzeit von 14 Monaten – nun frühestens im Herbst 2028, vielleicht aber auch erst im März 2029 fertig sein. Bis dahin muss der Verkehr großräumig über die St. Pöltner Brücke ausweichen. „Wir befürchten, vor allem zu den Stoßzeiten, massive Staus“, erwartet Molnar, dass es bei der Abfahrt Krems-Mitte (Austraße) und bei den Steiner Kreisverkehren Probleme geben wird. 3.000 bis 4.000 zusätzliche Pkws würden auf die B 37 ausweichen müssen.

Die NÖN ersuchte das Büro Landeshauptfrau-Stv. Udo Landbauer um eine Stellungnahme zum schweren Vorwurf. „Es freut uns, dass der SPÖ-Bürgermeister anerkennt, dass Verkehrslandesrat Landbauer entscheidende Infrastrukturprojekte im ganzen Land vorantreibt. Das eine hat mit dem anderen allerdings gar nichts zu tun. Wer das behauptet, lügt der Bevölkerung ins Gesicht“, heißt es in der Antwort des Pressesprechers Alexander Murlasits.

„Voreiliges Wahlkampfgetöse eines Bürgermeisters“

Man werde sich am „voreiligen Wahlkampfgetöse eines Bürgermeisters nicht beteiligen“. Für Niederösterreichs Verkehrslandesrat Landbauer zähle, dass dieses Jahrhundertprojekt mit Kosten von rund 145 Millionen Euro im Sinne der Bevölkerung und der gesamten Region umgesetzt wird und der Zeitplan zur Errichtung der Ersatzbrücke hält.

FPÖ Udo Landbauer

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Büro Landbauer, Gerhard Pfeffer

„Eine Ausschreibung selbst ist kein Willkürakt. Selbstverständlich ist es im Interesse des Landes Niederösterreich, dass sämtliche Bauvorhaben planmäßig und so schnell wie möglich abgewickelt werden können“, so Murlasits.