Der Druck dürfte steigen. Die Internationale Energieagentur weist darauf hin, dass die Nachfrage nach zentralen Rohstoffen für Energiewende-Technologien weiter wächst. In ihrem „Global Critical Minerals Outlook 2024“ analysiert sie unter anderem Kupfer, Lithium, Nickel, Kobalt, Graphit und Seltene Erden. In einem Szenario für Klimaneutralität bis 2050 steigt die Nachfrage nach Lithium bis 2040 auf ein Vielfaches des heutigen Niveaus; auch bei Nickel, Kobalt, Graphit und Seltenen Erden wird ein deutlicher Anstieg erwartet.

Diese Entwicklung macht Rohstoffe zu einem geopolitischen Thema. Staaten und Wirtschaftsräume konkurrieren um Zugang, Verarbeitungskapazitäten und langfristige Lieferverträge. Die G7-Staaten diskutierten zuletzt sogar über eine dauerhafte Struktur zur Koordinierung ihrer Politik für kritische Mineralien. Hintergrund ist unter anderem der Versuch westlicher Industriestaaten, Abhängigkeiten von China zu verringern und Versorgungskrisen vorzubeugen.

Für Österreich ergibt sich daraus eine klare strategische Aufgabe. Kurzfristig wird das Land seine Rohstoffabhängigkeit nicht einfach auflösen können. Viele Materialien lassen sich nicht ohne Weiteres ersetzen, und neue Lieferketten entstehen nicht über Nacht. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die den Verbrauch senken und Materialien länger im Umlauf halten. Dazu gehören reparaturfreundliches Produktdesign, bessere Sammelsysteme, industrielle Rücknahmeprogramme, Investitionen in Recyclinganlagen und Anreize für Unternehmen, Sekundärrohstoffe einzusetzen.