Alle Autos beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este sind außergewöhnlich – doch als BMW Classic die diesjährigen Teilnehmer bekanntgab, zogen diese 10 Preziosen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Verfolgen Sie unsere Berichterstattung an diesem Wochenende, um die Highlights vom Comer See zu entdecken.

Der Scheunenfund: Ferrari 250 GTO
Dieser Ferrari 250 GTO mit der Chassisnummer 3589GT ist als eines von nur acht rechtsgelenkten Exemplaren und als Teil der ursprünglichen 36 Erstserien-GTOs besonders bedeutend. Wie seine Artgenossen wurde er für GT-Rennsport auf höchstem Niveau gebaut. Auf eine erfolgreiche frühe Rennkarriere folgte eine der außergewöhnlichsten Überlebensgeschichten der Motorsportgeschichte. Das Auto stand über Jahre im Freien, ehe es wiederentdeckt, restauriert und schließlich als legendärer „Scheunenfund“ der goldenen GT-Ära bewahrt wurde.

Der Überlebende: BMW 328
Dieser BMW 328 „Bügelfalte“ ist der einzige Sonder-Roadster, der in BMWs Münchner Werk für die werkseigene Rennabteilung gebaut wurde – und das einzige Mille-Miglia-Fahrzeug dieses Typs, das in einem weitgehend originalen, unrestaurierten Zustand erhalten geblieben ist. Er spielte eine Schlüsselrolle in BMWs Mille-Miglia-Kampagne von 1940, belegte nach umfangreichen Rennmodifikationen den sechsten Gesamtrang und durchlebte nach dem zweiten Weltkrieg einige bemerkenswerte Jahre: Das Auto gelangte im Zuge sowjetischer Reparationsforderungen in den Osten.

Der Mangusta aus Kill Bill
Diese De Tomaso Mangusta ist eine von Giorgetto Giugiaro gestaltete Ikone der späten 1960er Jahre, angetrieben von einem Ford-V8 und als bewusstes „Anti-Cobra“-Statement konzipiert, das De Tomasos Platz in der Sportwagenwelt zementierte. Dieses außergewöhnlich originale Exemplar mit extrem niedrigem Kilometerstand erlangte zusätzlichen Kultstatus durch seinen Auftritt in Quentin Tarantinos Kill Bill: Volume 2, wo es als symbolisches Bindeglied zu den Auftragskillern des Films diente – ein unverhofftes zweites Leben in der Popkultur.

Das vergessene Hypercar
Als höchste Entwicklungsstufe von Ferdinand Piëchs W12-Konzept wurde der Volkswagen W12 Nardò von Italdesign unter Giorgetto Giugiaro gebaut, um Volkswagens Fähigkeit zu beweisen, neben seinen Großserienautos auch einen echten Supersportwagen zu entwickeln. Er ist das einzige in Privatbesitz befindliche Exemplar der W12-Prototypen und verkörpert den Höhepunkt des Programms: Mit Langstrecken- und 24-Stunden-Geschwindigkeitsrekorden aus Nardò ebnete er direkt den Weg für spätere Hochleistungsmodelle wie den Bentley Continental GT und den Volkswagen Phaeton – und beeinflusste sogar den Bugatti Veyron.

Der Bugatti Type 35 des Le-Mans-Gründers
Der Bugatti Type 37 ersetzte den Brescia durch einen leichteren 1,5-Liter-Vierzylinder mit rund 60 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 150 km/h. Er war technisch eng mit dem Type 35 verwandt, rollte jedoch auf einfacheren Drahtspeichenräder. Dieses späte Exemplar von 1929 ist besonders bedeutend, da es von Charles Faroux, dem Mitbegründer der 24 Stunden von Le Mans, geordert wurde und über Jahrzehnte sorgfältiger Besitzverhältnisse bemerkenswert original erhalten blieb.

Rückkehr von Isotta Fraschini
Dieser Isotta Fraschini 8C Monterosa (Chassis 0) ist eines von nur fünf fortschrittlichen Nachkriegsprototypen, mit denen die Marke als Luxusautohersteller neu erfunden werden sollte. Er hat als eines der radikalsten automobilen Experimente des Italiens der späten Vierzigerjahre Geschichte geschrieben. Besonders bemerkenswert sind sein Heckmotor-Layout, der von Lampredi entwickelte V8 und die einzigartige Coupé-Karosserie von Touring, die diesen Überlebenden einer hochambitionierten, letztlich aber nie in Serie gegangenen Modell-Vision zu einem echten Unikat machen.

Der Testarossa des Advokaten
Dieses Ferrari Testarossa Spider ist ein echtes Einzelstück: Es wurde 1986 von Pininfarina als einzige offizielle Cabrio-Version von Ferraris Achtzigerjahre-Flaggschiff gebaut und an anschließend an Gianni Agnelli höchstpersönlich ausgehändigt – dem wohl bekanntesten Industrie-Magnaten Italiens. In elegantem Silber mit Agnellis charakteristischem hellblauen Karosserie-Streifen, unverkennbaren werksseitig genehmigten Designänderungen und makelloser Provenienz ist es der perfekte Villa-d’Este-Concours-Kandidat: selten, stilsticher und untrennbar mit der Industriegeschichte Italiens verbunden.

Der Veyron-Prototyp
In Pearl und Ice Blue lackiert ist dieser Bugatti Veyron „Prototype 5.1″ eines von nur sechs seriennahen Vorserienfahrzeugen. Damit spielte er eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Freigabe des Veyron für die Serienproduktion unter der Führung des Volkswagen-Konzerns. Er diente als wichtigstes Hochgeschwindigkeits-Test- und Validierungsfahrzeug – insbesondere für Aerodynamik, Reifenentwicklung mit Michelin und Stabilitätstests – und war zugleich das Fahrzeug, das bei bedeutenden Medien-Präsentationen und offiziellen Vorstellungen eingesetzt wurde.

Der letzte Ghia-Ferrari
Dieser Ferrari 375 MM mit der Chassisnummer 0476 AM ist als einziges je von Ghia karossiertes Exemplar und als letztes gebautes straßentaugliches 375-MM-Coupé ein Unikat innerhalb einer ohnehin extrem seltenen Neun-Fahrzeug-Serie. 1954 vom amerikanischen Geschäftsmann Robert Wilkie in Auftrag gegeben und unter Luigi Segre mit dessen persönlichem Einfluss entworfen, verband es den von der Formel 1 abgeleiteten Lampredi-V12 mit einer ungewöhnlichen Ghia-Fastback-Coupé-Karosserie, die 1955 am Turiner Automobilsalon debütierte, bevor das Auto als Neuwagen in die USA verschifft wurde.

Balbos Otto Vu
Dieser SIATA 208 CS Balbo Berlinetta ist eines von nur etwa 30 bis 35 je gebauten SIATA-208-V8-Sportwagen und eine von nur sechs bekannten überlebenden Balbo-karossierten Berlinettas – damit gehört er zu den seltensten Varianten der gesamten Modellreihe. Er verkörpert den Höhepunkt von SIATAs Ambitionen als kleines Turiner Ingenieursunternehmen: ein leichter hauseigener Rohrrahmen, Fiats „Otto Vu“-V8 und eine maßgefertigte Karosserie. Dieses Exemplar blickt auf eine bemerkenswert internationale Vorgeschichte mit Aufenthalten in Italien, Frankreich, Deutschland und den USA zurück.
Den vollständigen Katalog mit allen Klassen und Autos des Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2026 finden Sie jetzt auf der offiziellen Website. Wenn Sie die bedeutendsten Präziosen hautnah dabei erleben wollen, wenn sie am Ufer des Comer Sees ihre Motoren starten, folgen Sie Classic Driver auf Instagram und YouTube.