Seit Jahren können sich in Österreich Mädchen und Buben kostenlos gegen Infektionen mit dem Human Papilloma Virus (HPV) als Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen und mehreren Karzinomtypen bei Männern impfen lassen. Eine amerikanisch-japanische Studie mit den Daten von rund 2,9 Millionen Personen in den USA hat vor kurzem auch die hohe Schutzrate der Impfung schon bei jungen Männern belegt.

Rund 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Bei manchen wird das Virus durch das Immunsystem nicht wieder völlig beseitigt. Daraus entsteht das Risiko HPV-bedingter Karzinome. Die größte Gefahr ist Gebärmutterhalskrebs. Doch auch HNO-Karzinome, Analkrebs, Vulva- und Peniskarzinome gehören dazu.

„Die HPV-Impfung schützt in hohem Maße: Sie kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen um bis zu 90 Prozent vermindern. Auch das Risiko für andere HPV-bedingte Krebserkrankungen wird durch die HPV-Impfung deutlich gesenkt“, heißt es dazu auf der österreichischen Impf-Homepage (impfen.gv.at). Derzeit ist erst knapp die Hälfte der Menschen im Alter von über 14 Jahren durch die Impfung geschützt. Die Impfung ist derzeit in Österreich für Kinder und Jugendliche vom neunten bis zum 21. Geburtstag kostenlos.

Während die Wirkung gegen das Entstehen von Cervix-Karzinomen (Gebärmutterhalskrebs) seit vielen Jahren felsenfest bewiesen ist, kamen erst später Daten zur Schutzwirkung gegen die anderen HPV-bedingten Krebserkrankungen. Taito Kitano von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland hat mit einem Co-Autor des Medizinzentrum der japanischen Präfektur Nara eine groß angelegte Analyse der Daten von rund 2,9 Millionen Menschen in den USA durchgeführt und in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht (doi: 10.1001/jamaoncol.2026.0496).

„Die Krankheitslast durch humane Papillomviren (HPV)-bedingte Krebserkrankungen ist unabhängig vom Geschlecht erheblich“, schrieben sie zum Ausgangspunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit. „Die Forschenden analysierten internationale Daten von 615.155 gegen HPV geimpften und rund 2,3 Millionen ungeimpften Buben und Männern im Alter von neun bis 26 Jahren“, hieß es jetzt dazu im Deutschen Ärzteblatt.

Das primäre Kriterium in der Analyse war das Auftreten von HPV-assoziierten Krebserkrankungen, darunter Kopf-Hals-, Speiseröhren-, Anal- und Peniskrebs. Die geimpften Teilnehmer hatten zwischen Jänner 2016 und Dezember 2024 mindestens eine Dosis eines neun-valenten HPV-Impfstoffs (gegen neun Typen der Viren; Anm.) erhalten.

Das Hauptergebnis: In der Gruppe der geimpften Teilnehmer kam es um 46 Prozent seltener zu HPV-bedingten Krebserkrankungen. Das galt für die Probanden im Alter zwischen neun und 14 Jahren genauso (minus 42 Prozent) wie für die 15- bis 26-Jährigen (minus 50 Prozent). „Diese Studie ergab einen signifikanten negativen Zusammenhang zwischen dem neun-valenten HPV-Impfstoff und HPV-bedingten Krebserkrankungen bei Jugendlichen und jungen erwachsenen Männern (…)“, schrieben die Wissenschafter in ihrer Publikation.

Alles das spreche für die HPV-Impfung für Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts, stellten die Experten fest. Auch in Österreich gibt es laut den offiziellen Daten weiterhin Aufholbedarf, was die HPV-Impfrate betrifft.