Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat die von der katholischen Kirche in Deutschland erarbeitete Handreichung für Segensfeiern für Paare, die nicht kirchlich heiraten können oder wollen, verteidigt. Das vatikanische Glaubensdikasterium stimmt dem Papier nicht zu.

Glaubensdikasterium äußert sich zu Segnungs-Vademecum in D

Im Zusammenhang mit einem Brief vom November 2024, der dieser Tage auf der Webseite des Dikasteriums veröffentlicht wurde, erklärt der Präfekt des Dikasteriums für die …

Die Handreichung von ZdK und Deutscher Bischofskonferenz  befasst sich mit Segnungen etwa für wiederverheiratet geschiedene und homosexuelle Paare. Das Glaubensdikasterium hatte dazu erklärt, obwohl das Papier von Spontaneität und Freiheit bei Segnungen für Paare spreche, die nicht kirchlich getraut werden können, werde „eine Art von liturgischem oder halbliturgischem Akt“ angeboten, der „durch die Erklärung Fiducia supplicans vom Dezember 2023 ausgeschlossen ist“. Dort heißt es, dass die Kirche „das Recht und die Pflicht“ habe, „in Bezug auf Segnungen jede Art von Formen zu vermeiden, die dieser Überzeugung widersprechen oder zu Verwirrung führen könnten“ (Nr. 5).

Die Sichtweise des ZDK

ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp erklärte die Sichtweise des ZDK am Dienstag in Würzburg zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung des obersten katholischen Laiengremiums in Deutschland. Das von ZdK und Bischofskonferenz erarbeitete Formular unterscheide klar zwischen Segensfeiern und einer Trauung, so die ZdK-Präsidentin. Sie bezeichnete „entsprechende Sorgen von Papst Leo XIV.  als „unbegründet“.  Stetter-Karp äußerte in Würzburg „die Hoffnung, dass diese Handreichung für Segensfeiern weiterhin an so vielen Orten wie möglich für Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren und Paaren in sogenannten irregulären Situationen zum Einsatz kommt und zum Segen wird“. 

Der Präfekt des vatikanischen Glaubensdikasteriums, Kardinal Víctor Fernández, hatte vor einer Woche am Mittwoch erklärt, er habe den deutschen Bischöfen schriftlich und mündlich mitgeteilt, dass der Vatikan die feierliche Segnung gleichgeschlechtlicher und anderer kirchlich nicht ehefähiger Paare ablehne. Diese Ablehnung beziehe sich auch auf die derzeit in Deutschland in mehreren Diözesen in Kraft gesetzte Handreichung zur „Segnung von Paaren, die sich lieben“, hielt Fernández fest. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte hingegen zuvor erklärt, dass diese Handreichung mit dem Vatikan abgestimmt sei. 

Papst Leo äußerte sich

Der Papst selbst hatte sich zuvor auf die Frage einer deutschen Journalistin auf dem Rückflung von seiner Afrikareise zu dem Thema geäußert und zur konkreten Entscheidung in Deutschland, formelle kirchliche Segensfeiern für homosexuelle Paare einzuführen, erklärt: „Der Heilige Stuhl hat bereits mit den deutschen Bischöfen gesprochen. Der Heilige Stuhl hat deutlich gemacht, dass wir mit der formellen Segnung von Paaren – in diesem Fall homosexuellen Paaren, wie Sie gefragt haben, oder Paaren in irregulären Lebenssituationen – nicht einverstanden sind, sofern dies über das hinausgeht, was Papst Franziskus, wenn man so will, ausdrücklich zugelassen hat, als er sagte, dass alle Menschen den Segen empfangen.“ Anders verhalte es sich mit der bestehenden Praxis allgemeiner Segnungen. „Wenn ein Priester am Ende der Messe den Segen gibt, wenn der Papst am Ende einer großen Feier den Segen gibt, dann gibt es Segnungen für alle Menschen.“

Weitere ZDK-Themen: Frieden und Frauen

Das ZDK behandelte in Würzburg auch weitere Themen, etwa Frieden. Zum Auftakt der Vollversammlung am Dienstag rief die Präsidentin dazu auf, „in krisengeprägten Zeiten beharrlich den Frieden zu suchen, die Demokratie zu stärken und sich für die Menschenwürde einzusetzen. Ermutigen wir uns gegenseitig mit dem Leitwort des am Mittwoch beginnenden Katholikentags: Hab Mut, steh auf!“. Das ZDK sprach sich zudem für einen Frauengipfel im Vatikan aus. 

(kap/kna/pm/vatican news – sst)