TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Washington – Diese Entscheidung soll sogar Mitglieder des Heeres überrascht haben. Das US-Verteidigungsministerium soll die Verlegung von 4000 Soldaten einer Kampfbrigade nach Europa kurzfristig gestoppt haben. Medienberichten zufolge war ein Teil von ihnen samt Ausrüstung bereits unterwegs gewesen.

Im März hatte das Heer angekündigt, dass die Kampfbrigade andere Streitkräfte im Rahmen einer regulären Rotation ersetzen soll. Vermutlich sollten die Soldaten für neun Monate in Polen stationiert werden. Bei einem Treffen des Europa-Kommandos (Eucom) und des Heeres sei am Mittwoch verkündet worden, die Entsendung der Truppen zu stoppen. Das berichtet unter anderem das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Pentagon-Angaben.

US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) hatte bereits den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland angekündigt

US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) hatte bereits den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland angekündigt

Foto: Getty Images via AFP

Das Nachrichtenportal „Task and Purpose“ berichtet, dass die Soldaten vor allem in Polen mit Streitkräften von Partnerländern zusammenarbeiten sollten. Der Einsatz sollte die „Operation Atlantic Resolve“ unterstützen. Sie war 2014 von den USA als Reaktion auf die russische Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim gestartet worden.

Mehr zum Thema

Erst Anfang Mai hatte US-Kriegsminister Pete Hegseth den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland innerhalb der nächsten zwölf Monate angeordnet. Vorangegangen war eine Drohung von US-Präsident Donald Trump (79), die Zahl der Streitkräfte zu reduzieren, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (70) den Iran-Einsatz kritisiert hatte. Polen bekräftigte daraufhin seine Bereitschaft, zusätzliche Soldaten aufzunehmen. Derzeit sind nach Angaben von Präsident Karol Nawrocki (43) fast 10.000 US-Soldaten in dem deutschen Nachbarland stationiert.