Papst Leo XIV. lädt die Christen weltweit dazu ein, ihren Glauben als Antwort auf eine zerbrochene Welt mutig in die Öffentlichkeit zu tragen und gemeinsam für eine globale Erneuerung des Friedens einzutreten. In seiner an diesem Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft zur ökumenischen Initiative „Thy Kingdom Come“ schlägt das Kirchenoberhaupt eine Brücke zwischen persönlicher Spiritualität und gesellschaftlicher Verantwortung.
Papst Leo XIV. hat am Samstagmittag im Vatikan eine Pilgergruppe der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung sowie Vertreter der Augustiner-Brauerei aus München begrüßt. Die Begegnung fand …
Mario Galgano – Vatikanstadt
Der Fokus der Initiative liegt auf der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten, in der Gläubige weltweit darum beten, dass mehr Menschen zum christlichen Glauben finden und die verändernde Kraft des Heiligen Geistes erfahren.
In seiner Videobotschaft betont der Papst die Sehnsucht des Menschen nach göttlicher Nähe und schlägt eine Brücke von der adventlichen Erwartung bis hin zur österlichen Freude. Er erinnert daran, dass die Suche nach der Wahrheit und die Heilung der „zerbrochenen Welt“ nur in der Begegnung mit Gott gelingen können. Mehrmals zitiert er aus den Lehren des heiligen Augustinus, um die innere Unruhe des Menschen zu beschreiben, die erst in Gott Frieden finde:
„Es ist zwar wahr, dass wir manchmal stolpern und Gott und unsere Bedürftigkeit nach ihm vergessen, doch im Innersten unseres Wesens wissen wir, dass nur er unsere tiefste Sehnsucht und unsere innere Unruhe stillen kann. Den vielleicht schönsten Ausdruck dafür finden wir in den Schriften des heiligen Augustinus: ´Du hast uns für dich geschaffen, o Herr, und unser Herz ist unruhig, bis es ruht in dir´. In Jesus ist Gott uns in der Tat nahegekommen. Er hat sich uns im Fleisch offenbart, und durch seinen Heiligen Geist ist er jetzt bei uns.“
Dringender Appell
Leo XIV. nutzt die Botschaft zudem für einen dringenden Appell zur christlichen Zeugenschaft. Er macht deutlich, dass der Glaube an die Auferstehung keine Privatangelegenheit sei, sondern „mutig verkündet“ werden müsse. Die Teilnahme des Papstes an dieser ursprünglich anglikanischen Initiative unterstreicht das wachsende ökumenische Miteinander. Indem er die Gläubigen auffordert, durch „Worte des Glaubens und Werke der Nächstenliebe“ eine neue Welt des Friedens und der Einheit zu schaffen, positioniert er die Bewegung als einen wesentlichen Baustein für den globalen gesellschaftlichen Zusammenhalt im Jahr 2026. Weiter fügte er an:
„Mit großer Dringlichkeit rufen wir nach der Erfüllung der Prophezeiung Jesajas: der Geburt Emmanuels, dessen Name bedeutet: Gott ist mit uns. Während dieser Zeit wiederholen wir in unseren Liedern diesen Ruf mit immer größerer Dringlichkeit, ´Komm, Gott-mit-uns´, während wir uns nach seiner Gegenwart sehnen. Wir sehnen uns danach, dass er uns von unseren Sünden, unserer Torheit und allem, was uns schaden könnte, erlöst. Wir sehnen uns danach, dass er heilt, was in uns und in unserer Welt zerbrochen ist. Obwohl wir wissen, dass Gott allmächtig und transzendent ist, sind wir doch kühn genug, ihn zu bitten, wahrhaftig bei uns zu sein – nicht fern, sondern nah. Wir sind kühn genug, mit dem Propheten auszurufen: O dass du den Himmel zerrissest und herabstiegest.“
„Wir sehnen uns danach, dass er uns von unseren Sünden, unserer Torheit und allem, was uns schaden könnte, erlöst.“
Liebe Gottes begegnen
Die Tage der Novene von „Thy Kingdom Come“ seien eine besonders geeignete Zeit, um zu beten, dass alle der rettenden und befreienden Liebe Gottes begegnen könnten, die sich in Jesus offenbart hat:
„Liebe Brüder und Schwestern, ich möchte schließen, indem ich einige Worte aus meiner Homilie im Petersdom in der Osternacht mit euch teile: Der Begegnung, die wir bezeugen wollen – durch die Worte des Glaubens und die Werke der Nächstenliebe – verleihen wir Ausdruck, indem wir mit unserem Leben das ‚Halleluja‘ ‚singen‘, das wir mit unseren Lippen verkünden. So wie die Frauen eilten, um es den Jüngern zu sagen, sollten auch wir den Wunsch haben, uns auf den Weg zu machen… um allen die frohe Botschaft zu bringen, dass Jesus auferstanden ist und dass wir, die wir mit ihm auferstanden sind, durch seine Kraft auch einer neuen Welt des Friedens und der Einheit Leben geben können, als ‚eine Vielzahl von Menschen und doch […] eine einzige Person, denn obwohl es viele Christen gibt, ist Christus einer‘.“
(vatican news)