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Nahaufnahme des Coronavirus (Symbolbild). ©
IMAGO / Depositphotos
Brasilianische Forscher berichten, dass exakt abgestimmte Schallfrequenzen Virushüllen mechanisch aufbrechen könnten, ohne umliegende Zellen deutlich zu schädigen.
São Paulo – Forscher der Universität São Paulo haben im Labor eine neue Methode getestet, die Viren wie SARS-CoV-2 und Influenza A mithilfe gezielt eingesetzter Ultraschallfrequenzen unschädlich machen soll. Laut Science Alert nutzte das Team Hochfrequenzultraschall zwischen drei und 20 Megahertz, um die natürliche Resonanz der Virushüllen zu treffen. Dadurch gerieten die Hüllen in starke Schwingung, bis sie kollabierten und die Viren inaktiv wurden.
Anders als herkömmliche Ultraschallverfahren, die oft über Hitze oder starke Druckwellen wirken, greift dieser Ansatz gezielt die Struktur der Virushülle selbst an. Temperatur und pH-Wert blieben laut den Forschern stabil, während benachbarte Zellen weitgehend unbeeinträchtigt blieben.
Schall bringt Virenhüllen zum Kollaps
Physiker Odemir Martinez Bruno beschrieb den Effekt als einen Prozess, bei dem sich Energie in der Hülle aufbaut, bis sie aufplatzt – vergleichbar mit Popcorn, das unter Druck zerplatzt. Besonders anfällig seien kugelförmige behüllte Viren, da ihre Form Ultraschallenergie besonders effizient aufnehmen könne, so Origo.
Weil der Mechanismus vor allem auf der Geometrie der Viren beruht, könnte die Methode theoretisch auch bei verschiedenen Virusvarianten wirksam bleiben, solange deren Grundstruktur ähnlich bleibt. Die Forscher argumentieren zudem, dass Viren gegen physikalische Prinzipien keine klassische Resistenz entwickeln könnten.
Mögliche Anwendungen in Kliniken und Filtersystemen
Laut den Forschern kommen Einsatzmöglichkeiten in Krankenhäusern, Lüftungs- und Klimaanlagen, bei Schutzkleidung oder in der Lebensmittelverarbeitung infrage. Ziel wäre es, Viren direkt mechanisch zu neutralisieren, ohne chemische Rückstände oder zusätzliche Umweltbelastung zu erzeugen.
Die Methode befindet sich bislang in einem frühen experimentellen Stadium. Ob sie sich sicher und wirksam im Alltag einsetzen lässt, muss erst in weiteren Studien geprüft werden.
Parallel bleibt UV-C-Licht ein wichtiger Standard in Hochrisikobereichen wie Operationssälen oder Intensivstationen. Während UV-C vor allem Oberflächen und Raumluft desinfiziert, zielt der neue Ultraschallansatz auf eine direkte physikalische Zerstörung einzelner Virenpartikel.
Bewährt sich die Technik, könnte sie langfristig neue Möglichkeiten eröffnen, luftgetragene Viren schneller und gezielter zu bekämpfen. (Redaktion) Weitere Quellen: SciencePost, Infection Control Today