Von&nbspRoselyne Min&nbspmit&nbspAP

Zuerst veröffentlicht am
14/05/2026 – 10:36 MESZ

Ein US-amerikanischer Arzt, der sich auf einem von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiff um erkrankte Passagiere kümmerte, darf seine Hochsicherheits-Isolierstation verlassen. Er war dort nach einem unklaren Testergebnis abgeschirmt worden.


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Stephen Kornfeld gehörte zu den mehr als einhundertzwanzig Passagieren und Besatzungsmitgliedern, die vom Schiff evakuiert und zur Quarantäne in mehrere Länder ausgeflogen wurden.

Er war einer von sechzehn US-Bürgern, die in das University of Nebraska Medical Center gebracht wurden. Anlass war ein Nasenabstrich an Bord, der ein unklares Ergebnis auf das Virus geliefert hatte.

Er kam in die Nebraska Biocontainment Unit, einen hermetisch abgeriegelten Krankenhausbereich, in dem laut Klinik „Patienten mit hochgefährlichen, übertragbaren Krankheiten“ sicher überwacht oder behandelt werden.

Am Mittwoch erklärte Sprecherin Kayla Thomas, Kornfeld werde nun zu den fünfzehn weiteren US-Bürgern wechseln, die in der National Quarantine Unit überwacht werden, statt weiter in der Isolierstation zu bleiben.

„Ich fühle mich großartig, hundert Prozent“, sagte Kornfeld am Dienstag in einem Video-Interview mit CNN.

Bevor er die Einheit verlassen durfte, beschrieb er sie als komfortables Krankenhauszimmer.

„Es ist ein bisschen seltsam, hier allein zu sein“, sagte er. „Aber die Pflegenden kommen rein, die Ärztinnen und Ärzte kommen rein. Ich bin die ganze Zeit auf WhatsApp. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht.“

Nach seinen Angaben untersuchten Labore in den Niederlanden den an Bord entnommenen Nasenabstrich zweimal: Ein Ergebnis war negativ, das andere positiv. In den USA erhielt er anschließend einen weiteren Test.

„Der erste Test, den wir erhielten, stammte aus dem Ausland und sein Ergebnis war nicht eindeutig“, sagte David Fitter von den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention am Mittwoch.

Zwei weitere mit dem Ausbruch verbundene US-Bürger werden in einer Spezialabteilung für Infektionskrankheiten des Emory University Hospital in Atlanta überwacht.

Nach den jüngsten, am 13. Mai veröffentlichten Daten der Weltgesundheitsorganisation gibt es elf Fälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff, davon acht bestätigte, sowie drei Todesfälle unter Passagieren oder Crewmitgliedern. Ein weiterer Fall ist weiterhin unklar und wird noch untersucht.

Die Passagiere und die Besatzung sind inzwischen in ihre Heimatländer zurückgekehrt, wo die Gesundheitsbehörden sie weiter überwachen.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichneten die internationale Evakuierungs- und Quarantäneaktion als „Erfolg“.

„Alle Verdachts- und bestätigten Fälle haben wir isoliert und unter strenger ärztlicher Aufsicht behandelt. So ließ sich das Risiko weiterer Übertragungen minimieren“, sagte Tedros.

Die WHO empfiehlt eine Quarantäne von zweiundvierzig Tagen zu Hause oder in einer Einrichtung ab dem Tag der Abreise vom Schiff.

Die Organisation rechnet wegen der besonderen Ausbreitungsbedingungen auf einem Schiff und der Inkubationszeit des Virus mit weiteren Fällen. Zugleich warnt sie, derzeit gebe es „keinen Hinweis darauf, dass wir den Beginn eines größeren Ausbruchs erleben“.