Laut einer neuen Studie im „Canadian Medical Association Journal“ besteht für Babys von Frauen mit Endometriose ein geringes, aber signifikant erhöhtes Risiko für angeborene Anomalien.
Endometriose ist eine oft schmerzhafte chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der endometriumähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Sie betrifft jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Die populationsbasierte Studie umfasste Daten des ICES zu mehr als 1,4 Millionen Geburten in Ontario, von denen 33.619 Säuglinge von Patientinnen mit Endometriose waren. Insgesamt wurden 2120 (6,3 %) Säuglinge mit einer Art von angeborener Anomalie von einer Patientin mit Endometriose geboren, verglichen mit 77.094 (5,4 %) bei Personen ohne diese Erkrankung.
Endometriose war mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre, gastrointestinale, genitale und muskuloskelettale Anomalien sowie für Neoplasien und Tumoren verbunden, was nur teilweise auf eine Fertilitätsbehandlung zurückgeführt werden konnte. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass das Risiko nach wie vor gering ist.
„Obwohl wir einen moderaten relativen Anstieg des Risikos beobachteten, blieb das absolute Risiko für angeborene Anomalien bei Säuglingen von Patientinnen mit Endometriose gering, da angeborene Anomalien selten sind“, schreibt Bailey Milne von der Queen’s University in Kingston, Ontario, gemeinsam mit den Mitautoren.
(lj/BIERMANN)
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