Rund jede 20. Person in Kärnten leidet an Osteoporose. Und obwohl diese Erkrankung sowohl körperlich als auch seelisch belastend sein kann, bleibt sie oft lange unbemerkt. Wie man der sogenannten „stillen Krankheit“ vorbeugen kann, verrät Sabine Matschnig, Leiterin der Spezialambulanz Osteoporose im Klinikum Klagenfurt, im Interview mit MeinBezirk.at.
KÄRNTEN/KLAGENFURT. Bei der Osteoporose handelt es sich um eine Erkrankung der Knochen. „Die Knochen verlieren an Dichte. Sie werden entmineralisiert und brechen dadurch leichter. Osteoporose tritt nicht plötzlich in einem bestimmten Alter auf, sondern entwickelt sich schleichend“, erklärt Matschnig. Scheinbar harmlose Alltagssituationen können für Betroffene schwerwiegende Folgen haben: „Ein Stolpern über die Teppichkante kann etwa einen Oberschenkelhalsbruch auslösen, schweres Heben einen Wirbelbruch“, hält sie fest.

Die häufigsten Ursachen

Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Osteoporose. Die primäre Form entsteht ohne zugrunde liegende Erkrankung und tritt meist im höheren Alter oder durch Hormonmangel, vor allem nach den Wechseljahren, auf. Die sekundäre Osteoporose hingegen entwickelt sich infolge anderer Erkrankungen oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente – wie etwa Kortisontherapie. Weitere häufige Ursachen sind Bewegungsmangel sowie ein Mangel an Kalzium und Vitamin D.

Frauen häufiger betroffen

Insgesamt tritt die Erkrankung bei Frauen zwei- bis dreimal häufiger auf. Sie sind meist ab etwa 50 Jahren betroffen, während Männer in der Regel später, zwischen 60 und 70 Jahren, erkranken. Zudem verläuft der Knochenabbau bei Männern oft langsamer.

„Männer sind nicht geschützt, sondern eher später und stiller betroffen“, so die Leiterin der Spezialambulanz Osteoporose.
„Stille Krankheit“

Osteoporose ist bei früher Diagnose gut beeinflussbar. Da Frühsymptome jedoch meist fehlen, wird sie auch als „stille Krankheit“ bezeichnet und bleibt oft bis zu den ersten Knochenbrüchen unbemerkt. Ein klassisches Symptom neben den Knochenbrüchen ohne starke Krafteinwirkung ist ein deutlicher Rundrücken. 

Was kann man dagegen tun?

Zur Vorbeugung von Osteoporose empfiehlt Sabine Matschnig regelmäßige Bewegung mit Kraft-, Ausdauer- und Balanceübungen, da Knochen Belastung brauchen, um stabil zu bleiben. Ebenso wichtig ist eine kalzium- und eiweißreiche Ernährung sowie ausreichend Vitamin D, unterstützt durch täglich 15 bis 30 Minuten Tageslicht. Zusätzlich sollte man auf Rauchen verzichten und Alkohol nur in Maßen konsumieren.

Osteoporose behandeln

Die osteologische Ambulanz im Klinikum Klagenfurt ist auf die Abklärung und Behandlung von Osteoporose und anderen Knochenerkrankungen spezialisiert. Dabei geht es nicht nur um die Diagnose, sondern auch um die umfassende Ursachenabklärung.

Sabine Matschnig: „Auf Basis aller Befunde, Laborwerte und des individuellen Risikos wird für jede Patientin und jeden Patienten ein individueller Therapieplan erstellt.“

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