Als Gitarrist spielte er bei Kreator und Sodom, also gleich bei beiden Thrash-Metal-Legenden des Ruhrgebiets. Bei Sodom steht Frank Blackfire nach seinem ersten Gastspiel in der prägenden Phase von 1987 bis 90 sogar in der aktuellen Besetzung. Doch da die Gelsenkirchener um Tom Angelripper auf unbestimmte Zeit – zumindest was Konzerte angeht – in den Ruhestand getreten sind, hat das Altenessener Thrash-Urgestein nun Zeit für sein nach ihm benanntes Solo-Projekt – aber auch für Gast-Engagements.

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Im kommenden Juli kann man Blackfire (bürgerlich Frank Goszdik) daher als Gitarrist der brasilianischen Band The Troops of Doom live auf den Club- und Festivalbühnen Deutschlands und Europas erleben. Drei Tage vor dem Auftritt beim Wacken Open Air stehen die Troops of Doom dabei am 26. Juli auch im Oberhausener Kultkeller auf der Bühne. Karten für ca. 29 € gibt es im Vorverkauf.

Sepulturas Ur-Gitarrist: „Tormentor“ spielte Debüt-Album ein

Bei den Brasilianern trifft Revier-Thrasher Blackfire auf Jairo „Tormentor“ Guedz, von 1985 bis 1987 Gitarrist der Thrash-Legende Sepultura – in ihrer Anfangszeit gewissermaßen das brasilianische Gegenstück zu Sodom aus Gelsenkirchen. Mit Sepultura spielte Guedz das berüchtigte Debüt-Album „Morbid Visions“ ein. Die 2020 von ihm gegründeten (und nach einem Song von „Morbid Visions“ benannten) Troops of Doom lassen den Oldschool-Death- und Thrash-Metal der 80er-Jahre nun wieder aufleben. Seitdem hat die Band bereits zwei Alben veröffentlicht (zuletzt 2024 „A Mass To The Grotesque“), ein drittes soll 2027 erscheinen.

Nach dem Ausstieg ihres zweiten Gitarristen fanden Guedz und seine Troops of Doom den perfekten Ersatz mit Sodoms Frank Blackfire, der von 1989 bis 1996 auch bei Kreator spielte. Der Altenessener bringt aber nicht nur musikalische Expertise mit, sondern spricht auch Portugiesisch, denn Anfang der 2000er lebte er mehrere Jahre in São Paulo.

Troops of Doom: Thrash- trifft Death-Metal

Dass die Troops of Doom sich eher als Death- denn Thrash-Metal verstehen, ist für Blackfire kein Problem: „Die Songs, in die ich bisher reingehört habe, sind zwar Death Metal, aber da steckt noch eine Menge Thrash-Metal drin. Es ist eher eine Mischung aus beidem“, erklärt der Gitarrist. „Für mich ist das nichts völlig anderes, das kommt schon vom Oldschool-Thrash. Vielleicht ein bisschen wie Possessed – und Possessed war für mich damals auch Thrash-Metal. Irgendwann haben die Leute das dann als Death Metal oder den Beginn von Death Metal bezeichnet. Ich finde, das stammt ursprünglich eher aus dem Thrash – aber das kann ja jeder sehen, wie er will.“

Eine Tour, die an die Substanz geht

Rund 15 Stücke der Troops of Doom studiert Blackfire aktuell ein. Mit der Band, die er bisher nicht persönlich kennt, probt er sie erst kurz vor dem Start der Tour. 21 Konzerte in neun Ländern sind geplant. „Das wird natürlich auch stressig werden“, gibt Blackfire, der im vergangenen Februar seinen 60. Geburtstag gefeiert hat, zu. „Das wird eine Tour im Van, das geht schon an die Substanz.“ Auch mit seinem Solo-Projekt tritt der Sodom-Gitarrist international auf, rund zehn Auftritte seien für 2026 wieder geplant.

Auf Konzerte mit Sodom müssen die Fans dagegen noch auf weiteres verzichten: „Es ist nichts geplant, und da wird wohl auch erstmal nichts passieren“, so Frank Blackfire, der sich deshalb derzeit auf seine eigene Band fokussieren wolle. Natürlich nur, wenn er nicht gerade internationalen Oldschool-Kollegen Thrash-Amtshilfe leistet.