Die Influencerin und Sexarbeiterin Kayla Jade hat öffentlich Kritik an der Darstellung von Sexarbeit in der dritten Staffel der HBO-Serie Euphoria geäußert. Jade bemängelt insbesondere die Handlung um den Charakter Cassie, gespielt von Sydney Sweeney, die OnlyFans nutzt, um Schulden ihres Ehemanns zu begleichen.
In einem TikTok-Video reflektierte Jade über die schwankende Akzeptanz von Sexarbeit in fiktionalen Medien. Sie betonte die Bedeutung einer menschlichen Darstellung von Arbeitern in der Branche, die über bloße Klischees hinausgeht.
„I would never understand the love hate relationship that people have towards SW [sex work] on shows like Euphoria,“ erklärte Kayla Jade, Autorin von Call Girl Confidential.

Jade sieht in der Darstellung von Cassie eine Gefahr für die öffentliche Wahrnehmung realer Sexarbeiter. Sie argumentiert, dass das Fehlen von Grenzen in der Serie negative Vorurteile gegenüber der Branche verstärke.
„When you’re showing them have zero boundaries and will do anything for a bit of money, it just reinforces those negative views towards SW,“ fügte Jade hinzu.
Die Kritik bezieht sich auf Szenen, in denen Sweeney in einem Hunde-Kostüm oder mit einem Schnuller für Fotos posiert. Laut Jade entspricht dies nicht der Realität professioneller Akteure, die unangemessenes Verhalten konsequent unterbinden würden.

„The vast majority would tell that guy to f off and probably report him,“ erläuterte die TikTokerin.
Jade wies zudem darauf hin, dass der Aufbau eines Geschäfts in diesem Bereich mit erheblichen Risiken verbunden sei. Während reale Personen mit Kontensperrungen kämpfen, würden Produktionsfirmen ohne Risiko von toxischen Darstellungen profitieren.
„But these big production companies can profit off the most toxic, exploitative version of it, with none of the risks that real life SWs have to deal with,“ fuhr sie fort.

Sie warf den Machern der Serie vor, eine Besessenheit für das Thema zu zeigen, die jedoch zur Entmenschlichung der Betroffenen führe.
„It just sucks that that show is kind of obsessed with S workers, but only in a way that dehumanizes them,“ konstatierte Jade.
Auch die OnlyFans-Schöpferin Sydney Leathers äußerte sich gegenüber Variety kritisch zu den gezeigten Inhalten. Sie verwies auf die strengen Richtlinien der Plattform und der Kreditkartenanbieter, die bestimmte Darstellungen, wie das gezeigte Age-Play, strikt verbieten.

„There’s just a lot that’s ridiculous and cartoonish about it,“ sagte Sydney Leathers gegenüber Variety am 10. Mai.
Leathers hob hervor, dass viele der in der Serie gezeigten Aktivitäten auf der tatsächlichen Plattform OnlyFans aufgrund strenger Kontrollen gar nicht zulässig seien.
„There’s so much that they have her doing that is not even allowed on OnlyFans, and that alone is infuriating: the age-play stuff where she’s dressed as a baby in a diaper, for example. Credit card processors have very strict rules that you have to abide by, and the rules are getting stricter all the time,“ erklärte Leathers weiter.

Schauspielerin Sydney Sweeney hat sich bisher nicht direkt zu der inhaltlichen Kritik geäußert. In einem am 12. Mai auf X veröffentlichten Video sprach sie jedoch über die technischen Herausforderungen einer surrealen Sequenz, in der ihr Charakter zu einer riesigen Figur heranwächst.
„The ‘Cassie-zilla’ sequence was probably the coolest thing I’ve done,“ sagte Sydney Sweeney in dem Behind-the-Scenes-Video.
Die Schauspielerin zeigte sich beeindruckt von der Detailarbeit am Set, bei der Gebäude und Bäume maßstabsgetreu an ihre Größe angepasst wurden.

„The details were unbelievable. There were trees and cars and the buildings were my size,“ schilderte Sweeney ihre Erfahrung.