„Herzschlagfinale“ im Kampf um den Klassenerhalt morgen (17 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) zwischen Schlusslicht FC Blau-Weiß Linz und dem Tabellenvorletzten  GAK 1902. Die beiden Teams trennen drei Punkte, wobei die Oberösterreicher das „Sternderl“ haben und bei Punktgleichheit vorgereiht werden. Die Gastgeber, die bisher alle ihre vier Heimspiele in der Qualigruppe souverän gewonnen haben, brauchen de facto einen Sieg. Spannung pur! Vor der Partie äußerten sich auf der Pre-Match-Pressekonferenz Cheftrainer Michael Köllner und Kapitän Fabio Varesi-Strauss, der nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung steht.

Trainer Michael Köllner vertraut bei der „Mission Klassenerhalt“ am Samstag im Thriller gegen den GAK 1902 wieder auf die Blau-Weiß-Fans und dass das Stadion am Linzer Donaupark zur Festung wird.

„Hofmann Personal Stadion muss für Gegner wieder uneinnehmbare Festung sein“

Michael Köllner (FC Blau-Weiß Linz-Cheftrainer) über…

…das bevorstehende Heimspiel gegen den GAK 1902:

„Ein Showdown-Spiel. Morgen können wir mit einem Sieg zuhause die Ligazugehörigkeit erhalten und über den Strich drüber gehen. Nachdem wir in dieser Saison schon wiederholt aussichtslos bzw. weit im Hintertreffen waren, haben wir am Samstag die Möglichkeit, alles für uns klar zu machen. Es wird ein interessantes Match werden, weil für beide Mannschaften viel auf dem Spiel steht.

Aber wie gesagt, wir kennen die Situation seit Wochen und wissen, dass wir morgen wieder eine Topleistung brauchen. So werden wir es auch angehen, dass wir von der ersten Minute an da sind. Und in unserem eigenen Stadion den fünften Sieg in der Qualigruppe holen wollen. Das ist unser Ziel.“

…die personelle Situation:

„Da können wir eigentlich aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Thomas Goiginger, der weiter an einer Adduktorenverletzung laboriert, und Cheick Condé, der Vater geworden ist. Ansonsten sind alle Spieler an Bord.“

Wird Michael Köllner mit dem FC Blau-Weiß Linz am Samstag den Klassenerhalt bejubeln? Der erfahrene deutsche Cheftrainer bringt seine geballte Erfahrung ein, wirkt im Vorfeld des Keller-Gipfels gegen den GAK 1902 abgeklärt und fokussiert.

„Das war in den vergangenen Heimspielen auch der Fall, dass die Hütte gebrannt hat“

…was der größere Vorteil ist, dass Blau-Weiß daheim spielt oder dem GAK ein Punkt reicht:

„Da kann man viel reinphilosophieren. Jeder Trainer wird das Gleiche sagen, dass man selbstbewusst auf den Platz gehen und den eigenen Vorteil nutzen will. Wir werden sagen, dass wir heimstark sind und den GAK im Herbst zuhause geschlagen haben vor meiner Zeit. Das ist alles Scharmützel drumherum, am Ende geht es darum, von der ersten Minute an da zu sein. Egal, ob du auswärts oder daheim spielst. Auf ein Unentschieden zu spielen ist glaube ich immer schwierig.

Zuhause haben wir es immer geschafft, um auf den Punkt fit zu sein und einen richtigen Tempofußball zu entwickeln. Das wird morgen auch das Thema sein. Wir brauchen eine unglaubliche Aktivität in unserem Spiel. Wir wissen, dass wir von der ersten Sekunde an oder schon weit vor dem Spiel die Fans auf unserer Seite haben. Das war in den vergangenen Heimspielen auch der Fall, dass die Hütte gebrannt hat. Am Ende muss das Hofmann Personal Stadion morgen wieder eine Festung sein, die für den Gegner nicht einzunehmen ist.

In erster Linie ist es aber im Fußball so, dass du immer auf dich schauen und deine eigene Stärken ins Rennen werfen musst. Es ist ein offenes Spiel. Ein Finale. Der GAK war schon mal neun Punkte weg von uns in der Qualirunde und eigentlich gefühlt durch. Doch wir sind dran geblieben und jetzt gilt es das Ding nach Hause zu bringen.“

…den Druck, gewinnen zu müssen:

„Die Story von dem Spiel kann ich eh nicht schreiben. Wir sind auf jede Art von Ereignissen vorbereitet. Das ist wichtig für die Mannschaft vom Kopf her, dass alle Szenarien abgedeckt sind. Damit am Ende nichts Unbekanntes oder Unerwartetes eintrifft. Das haben wir in der Woche gemacht. Wir mussten zuletzt zuhause auch jedes Heimspiel gewinnen.

Ich habe vor der Qualirunde schon gesagt, dass wir fünf Heimsiege brauchen werden. Wir können fünf Heimsiege, und wir brauchen fünf Heimsiege, um die Liga zu halten. Das hat sich bestätigt. Jetzt haben wir den Matchball zuhause. Wir waren in jedem Spiel zuhause zum Siegen verurteilt. Das kennen wir nicht anders. Die Mannschaft mag das am Ende auch, wenn sie attacktieren darf, drauf gehen und ihr Tempo gehen muss. Wir werden einen Kraftakt brauchen, doch sind bereit dafür.“

„Ich glaube, dass wir einige Spieler im Kader haben, die sich für sowas überhaupt keinen Schädel machen“

…wie er sein Team in der Trainingswoche erlebt hat und ob zusätzliche Motivations-Methoden angewannt wurden:

„Eigentlich war es eine normale Woche. Ich halte nichts davon, dass wir einen Hokuspokus veranstalten. Entscheidend ist zu machen, was mannschaftsdienlich ist. Die Mannschaft braucht Abläufe und für sich nochmal ein gutes Gefühl. Das haben wir im Trainerteam unter der Woche nochmal erzeugt. Um die Mannschaft bestmöglich ein Stück weit vorzubereiten, ohne sie zu überfrachten mit Informationen. So wie die Informationen ausreichen. Übersichtlich für die Spieler, sodass sie damit etwas anfangen können.

Wir haben trotzdem in einigen Trainingseinheiten Intensität eingefordert. Um dennoch zu berücksichtigen, dass wir in dieser Woche seit Januar das 121. Training hatten. Da muss man schon schauen, dass am Ende alles gut dosiert ist, ohne in das Spiel reinzuschlittern. Nervosität ist natürlich bei dem ein und anderen da. Aber wir haben genügend erfahrene Spieler, die derartige Situationen schon öfter erlebt haben. Ich glaube, dass wir einige Spieler im Kader haben, die sich für sowas überhaupt keinen Schädel machen und da morgen sehr unbekümmert aufspielen werden. Da bin ich mir sicher.

Dann kommt es immer darauf an, wie du ins Spiel reinfindest. Wie es läuft. Und wenn es nicht läuft, wie man sich zurückfihten kann und am Ende kämpferisch unterwegs ist. Es ist auch ein Vorteil, dass wenn wir am Ende einen Kick brauchen, der immer von den Rängen kommt. Dann können wir gut durch die 90 Minuten durchmarschieren. Wobei auch die Spielfreude nicht zu kurz kommen darf.“

„So tun wir uns vom Kopf her vielleicht sogar leichter, weil wir voll draufgehen müssen“

Fabio Varesi-Strauss (Kapitän FC Blau-Weiß Linz) über…

…das Spiel gegen den GAK 1902 vor einem „kochenden“ Stadion:

„Wir freuen uns riesig darauf, dass wir im letzten Heimspiel alles klarmachen können. Das haben wir uns erarbeitet und war unser Ziel, dass wir es bis zum Schluss in der eigenen Hand haben. Jetzt gilt es noch den letzten Schritt zu gehen.

Vor den eigenen Fans haben wir immer gute Leistungen gezeigt. Daran gilt es anzuschließen und von Beginn weg mit richtig Power und Energie auf den Platz zu gehen, um das Spiel zu gewinnen.“

…das Nervenkostüm und die Anspannung unter der Woche vor dem Spiel: 

„Die Anspannung hat man schon etwas mehr gemerkt. Im Training war auch noch mehr eine Spur Feuer drin bei dem ein und anderen. Da hat es schon geknistert in den Zweikämpfen, was eh gut war. Natürlich ist es ein besonderes Spiel, aber im Endeffekt muss man es vom Kopf her als normales Fußballspiel angehen, das wir gewinnen müssen. Wir haben gezeigt, dass wir das können.

Von der Ausgangslage ist es für uns eh gescheiter, dass wir nicht überlegen brauchen wegen einem Unentschieden oder sonstwas, sondern einfach auf Sieg spielen. So tun wir uns vom Kopf her vielleicht sogar leichter, weil wir voll draufgehen müssen. Das liegt uns. Da können wir unsere Stärken ausspielen.“

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Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at, Franz Plechinger und Martin Gaisbauer, lb-photo-com/Lukas Biereder