Sarah Engels auf der Bühne im goldenen Outfit

Stand: 15.05.2026 • 14:23 Uhr

Sarah Engels fährt 2026 für Deutschland zum Eurovision Song Contest (ESC) nach Wien. Mit ihrem Empowerment-Song „Fire“ bringt die Kölnerin Mut und Pop-Energie auf die Bühne. Dabei werden besonders in ihrer Heimatregion im Rheinland Millionen mitfiebern.

Geboren in Köln, aufgewachsen in Hürth, ist sie bis heute eng mit dem Rheinland verbunden. Hier hat sie ihre ersten musikalischen Schritte gemacht, hier stand sie früh auf kleinen Bühnen bei Schul- und Straßenfesten. Vier Jahre Gesangsunterricht legen das Fundament für das, was heute eine vielseitige Karriere im deutschen Musik– und Fernsehgeschäft ist. Ob sie den vorläufigen Olymp ihrer Karriere erreicht, den Sieg im Finale beim ESC?

Vom schüchternen Kind zum ESC-Star

Dass sie nun beim ESC vor einem Millionenpublikum antreten wird, erscheint ihr manchmal selbst noch unwirklich. Als Kind sei es sehr schwer für sie gewesen, vor anderen Menschen zu singen. „Selbst bei meiner Familie, es musste sich jeder umdrehen im Raum, wenn ich gesungen habe“, verrät sie im WDR-Gespräch.

Bekannt wird Sarah Engels 2011 durch die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS). Sie schafft es bis ins Finale und steht schon damals unter enormem Druck im Rampenlicht. Hier lernt sie ihren späteren ersten Ehemann kennen. Von 2013 bis 2019 war sie mit dem Sänger Pietro Lombardi verheiratet, sie haben einen gemeinsamen Sohn. Ihr aktueller Ehemann ist der ehemalige Fußballprofi Julian Engels, mit dem sie eine Tochter hat.

Engels beweist, dass sie nicht nur singen, sondern auch mit großer Öffentlichkeit umgehen kann. In den Jahren nach DSDS baut sie ihre Karriere weiter aus und ist immer wieder in erfolgreichen TV-Formaten zu sehen – unter anderem bei „Let’s Dance“, „The Masked Singer“, „Das große Promibacken“ und „Dancing on Ice“. Heute zählt ihr Instagram-Profil 1,8 Millionen Follower.

Auch auf der Musical-Bühne zuhause

Seit November 2025 steht Engels in Köln im Musical „Moulin Rouge!“ auf der Bühne. Gerade einmal zwei Tage nach ihrem großen Auftritt beim ESC steht sie schon wieder in Köln auf der Bühne. Lachend sagt sie: „Ich weiß nicht, wie ich das machen werde, aber ich werde das machen.“ Der Satz passt zu einer Künstlerin, die jede Herausforderung annimmt und anderen Mut machen möchte, sich mehr zu trauen.

Es geht darum, sich selbst zu verwirklichen in dem, was man träumt.

Sarah Engels

Träume verwirklichen

Sarah Engels beim Vorentscheid zum ESC

Mit ihrem Song „Fire“ gewinnt die 33-Jährige den deutschen ESC-Vorentscheid. Das Lied versteht Sarah Engels als Empowerment-Song, der insbesondere Frauen ermutigen soll, ihren eigenen Weg zu gehen und sich nicht von Erwartungen anderer kleinmachen zu lassen. Sie spricht darüber, dass Frauen oft bewertet, kommentiert und kritisiert würden. „Wir Frauen dürfen nie einfach nur wir selbst sein.“ Mit „Fire“ will sie deshalb nicht nur Pop-Energie auf die ESC-Bühne bringen, sondern auch eine Botschaft: mehr Selbstbestimmung, mehr Mut, mehr Vertrauen in die eigene Stimme.

Wichtig, Nein zu sagen

Diese Haltung prägt auch ihr Leben abseits der Bühne. Als Mutter von zwei Kindern beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Mädchen stark und selbstbewusst aufwachsen können. „Für mich ist es wichtig, dass man lernt, Nein zu sagen.“ Für sie beginnt Selbstbestimmung nicht erst im Erwachsenenalter, sondern schon in der Kindheit. Als junges Mädchen sei es normal gewesen, dem Opa einen Kuss geben zu müssen oder sich beim Onkel auf den Schoß zu setzen, auch wenn man das nicht wollte. „Dass man da schon lernt zu sagen, ich möchte das nicht.“

Stiftung „Starke Mädchen“

Dieses Anliegen verfolgt sie schon länger. Mit ihrer Stiftung „Starke Mädchen“ setzt sich Sarah Engels dafür ein, Mädchen früh Selbstvertrauen zu vermitteln und Frauen konkrete Unterstützung anzubieten. Die Stiftung organisiert unter anderem Selbstverteidigungskurse, Selbstbehauptungsworkshops, Mentoring und Frühförderung für Mädchen ab vier Jahren.

Keine Feministin? Sarah Engels in der Kritik

Trotz ihrer Medienerfahrung hatte Sarah Engels zuletzt mit Kritik zu kämpfen. Während einer Reise nach Südafrika hatte sie einen Auftritt mit Kindern auf ihrem Profil gepostet. Bei ihren eigenen Kindern ist sie immer sehr um deren Anonymität bemüht. Bei fremden Kindern schien es ihr egal zu sein, was viele kritisierten. Die Folge war ein Shitstorm. Engels sagte, sie habe die Kritik verstanden und das Reel deshalb gelöscht.

Zuletzt geriet sie in die Kritik, weil sie im Podcast „Merci, Cherie – Der Eurovision Podcast“ sagte, dass sie keine Feminsitin sei, weil sie einen tollen Mann habe und Männer möge – trotz ihrer Message des Empowerments im Zusammenhang mit ihrem Album „Strong Girls Club“. Das löste hitzige Diskussionen unter ihren Fans aus.

Unsere Quellen:

WDR-Interview mit Sarah Engels im „Kölner Treff“ am 20.03.2026

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 14.05.2026, 18:45 Uhr


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