In der Generali Arena, wo die Wiener Austria im Mai 2013, ehe der FC Red Bull Salzburg und SK Sturm Graz 12 Jahre lang den Titel unter sich ausmachten, den Meisterteller in die Höhe reckte, will dies am Sonntag der LASK tun. Der Spitzenreiter geht mit zwei Punkten Vorsprung in das Fernduell mit Titelverteidiger SK Sturm Graz, der einen Sieg gegen den SK Rapid braucht und Schützenhilfe von der Austria. Welche Rolle werden die Violetten spielen? „Spalier“ stehen für den möglichen Doublegewinner aus Linz oder zum Partycrasher für das Team von Rapid-Legende Didi Kühbauer werden? Vorab Statements von Helm & Šaljić.

In der Generali Arena triumphierte im Wonnemonat Mai vor 13 Jahren die Wiener Austria unter Trainer Peter Stöger als Meister. Reckt am 17. Mai 2026 an gleicher Wirkungsstätte Ex-FAK-Nachwuchsspieler Sascha Horvath als Kapitän mit dem LASK den Meisterteller in den Himmel am Verteilerkreis? Erfolgscoach Didi Kühbauer, SK Rapid-Legende, würde die Linzer Athletiker damit nach 61 Jahren zum Doublegewinn führen und sich selbst mit dem ersten Meistertitel als Bundesliga-Trainer bescheren.

„Wir spielen selbst noch um interessante Ränge mit, dementsprechend erwarte ich zum Abschluss der Saison noch einmal ein richtiges Top-Spiel“

Am Sonntagnachmittag (14:30 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) steigt der Saison-Showdown in der längst ausverkauften Generali-Arena. Die Ausgangslage könnte brisanter kaum sein: Der aktuell Vierte FK Austria Wien könnte Platz 3 erreichen, hat Platz 4 in der eigenen Hand. Gegner ist Tabellenführer LASK, der sich im Fernduell mit Sturm Graz den großen Titelkampf liefert und erstmals seit 1965 über die Meisterschaft jubeln möchte. Cheftrainer Stephan Helm, der wie auch die Spieler Johannes Eggestein, Marko Raguž, Reinhold Ranftl und Philipp Wiesinger eine LASK-Vergangenheit haben, und Sanel Šaljić stellten sich im Rahmen der freitägigen Pressekonferenz den Fragen der Medienvertreter.

Im Falle von Tabellen-Platz 3 würden die Veilchen in der Qualirunde 3 der UEFA Europa League starten. Der 4. Platz reicht nur zu Qualirunde 2 der UEFA Conference League. Der worst case wäre freilich ein Rückfall auf Platz 5. Dieser würde den Veilchen ein Playoff gegen den Sieger aus Siebter (SV Oberbank Ried) vs. Achter bescheren (Playoff-Termine: Freitag, 22.5., 19.30 und Montag, 25.5., 17:00), der Sieger dieses Playoffs würde ebenfalls in Qualirunde 2 der Conference League starten. 

„Grundsätzlich sind wir dafür bekannt, mit offenem Visier zu spielen. Entweder gewinnen wir oder wir verlieren“

FAK-Cheftrainer Stephan Helm über… 

…den kommenden Gegner LASK:

„Mit dem LASK kommt das formstärkste Team der Liga. Sie sind eine sehr komplette Mannschaft, nach Standards und im Ballbesitz sehr stark. Wir spielen aber selbst noch um interessante Ränge mit, dementsprechend erwarte ich zum Abschluss der Saison noch einmal ein richtiges Top-Spiel.“  

…die geplante Spielweise: 

„Grundsätzlich sind wir dafür bekannt, mit offenem Visier zu spielen. Entweder gewinnen wir oder wir verlieren. Wir wollen die positive Grundstimmung mitnehmen, zum Abschluss mit unseren Fans im Rücken eine gute Leistung bringen. Wir haben uns diese Ausgangslage erarbeitet, entsprechend mutig wollen wir sein.“

Im Trainer-Duell am Sonntag zwischen Stephan Helm (FAK) und Didi Kühbauer (LASK) treffen zwei Burgenländer aufeinander. Beide auch Anfang April geboren, allerdings mit über einem Jahrzehnt Altersunterschied. Der 12 Jahre jüngere Helm war in der Saison 2020/2021 Co-Trainer bei den Linzer Athletikern.

„Das ist uns auch heuer immer gut gelungen und mündet jetzt in einem Entscheidungsspiel, wo wir mittendrin sind“

…den Saisonverlauf:

„Wir hatten über die gesamte Saison eine positive Grundstimmung, weil wir immer wieder dafür sorgen, dass wir, gemeinsam mit unseren Fans im Rücken, Siege feiern. Und weil wir in der Tabelle immer wieder an interessanten Rängen kratzen. Aus der Position heraus, aus der wir als Mannschaft und Verein agieren müssen, schlagen wir uns richtig gut. Das ist uns auch heuer immer gut gelungen und mündet jetzt in einem Entscheidungsspiel, wo wir mittendrin sind.

Das beweist den positiven Trend, den wir geschaffen haben. Parallel zu den guten Ergebnissen wollen wir aber auch die Mannschaft weiterentwickeln. Wenn ich schaue, wie stabil wir auftreten, wie wir jüngeren Spielern die Plattform bieten, sich zu entwickeln, dann gelingt uns der Spagat sehr gut. Es macht Spaß, Teil dieses Ganzen zu sein.“

„Man muss Didi Kühbauer und seiner Mannschaft großen Respekt zollen“

…die starke Kaderstruktur des LASK:

„Man muss Didi Kühbauer und seiner Mannschaft großen Respekt zollen. Das Potential, das sie haben wurde gut ausgeschöpft. Wenn man sich im Detail mit dem LASK beschäftigt, merkt man, dass alles auf Performance ausgerichtet ist. Goalie Jungwirth ist mit 22 Jahren der Jüngste, der Rest bewegt sich zwischen 23 und 29 Jahren. Wir verfolgen einen etwas anderen Ansatz.

Mit Sasa Kalajdzić und Sascha Horvath haben sie zwei Österreicher in ihren Reihen, die momentan am Peak ihrer Karriere sind. Auch die anderen Positionen sind stark besetzt. Unser Ziel ist, sie ihrer Stärken zu berauben. Wir müssen dafür im Kollektiv etwas mehr rausholen, um dem LASK Paroli zu bieten.“

…die Gelbsperre von Abwehrchef Aleksandar Dragović: 

„Es ist kein Geheimnis, dass Drago eine wichtige Rolle in der Mannschaft spielt. Wir haben auf dieser Position aber gutes Personal, haben auch in anderen Konstellationen gezeigt, dass wir gut performen können. Ich habe großes Vertrauen in jene Spieler, die den Drago ersetzen werden. Ich glaube, es ist für uns ein zusätzlicher Ansporn, uns ohne Drago beweisen zu wollen.“ 

…die Stärken von Sanel Šaljic:

„Sanel spart keine Meter, ist im Strafraum präsent. So passieren Tore. Normalerweise hatten wir ein glückliches Händchen mit Aufstellungen. In der Meistergruppe waren wir dann nicht mehr unmittelbar vom Glück verfolgt. Es war also die richtige Entscheidung, Sanel das Vertrauen zu schenken, umso schöner wenn er die Mannschaft mit einem Tor belohnt.“

Sanel Šaljić erzielte am vergangenen Sonntag in seinem 27. Pflichtspieleinsatz für die Wiener Austria sein Premierentor. Der 20-Jährige brachte dabei im 350. Wiener Derby in Hütteldorf per Kopfball zum Führungstor (9.) die Violetten früh auf die Siegerstraße beim 2:0-Prestige-Erfolg.

„Wir werden alles dafür tun, um eine LASK-Meisterfeier zu verhindern“

FK Austria Wien-Offensivakteur Sanel Šaljić über…

…die aktuelle Formstärke:

„Ich glaube, die letzten beiden Spiele haben gezeigt, dass wir genug Selbstvertrauen haben. Was gibt es Schöneres, als mit zwei Siegen in die letzte Runde zu gehen und zu schauen, ob wir vielleicht sogar den dritten oder vierten Platz erreichen können. Wir wollen unsere Spielidee auf den Platz bringen.

Wir sollten die einzigen sein, die in unserem Stadion einen Meistertitel feiern. Wir werden alles dafür tun, um eine LASK-Meisterfeier zu verhindern.“

…seinen persönlichen Saisonverlauf:

„Ich bin im Sommer zurückgekommen, hab mich dann aber gleich verletzt. Durch gutes Training hat mir der Trainer das Vertrauen geschenkt. Mit dem Abgang von Fitzi (Anm.: Dominik Fitz) wurde das Vertrauen natürlich größer. Danach hab‘ ich mich wieder verletzt, das war schon ein Rückschlag, ich wurde aber von allen im Verein unterstützt.

Im Jänner kam das Bundesheer, wodurch ich ebenfalls Trainingsrückstand hatte. Ich hab‘ das aber alles aufgeholt und mir das Vertrauen wieder zurückerarbeitet. Am liebsten würd‘ ich jetzt noch ein bisschen weiterspielen. Wenn wir am Sonntag ein gutes Spiel machen, können wir verdient in den Sommerurlaub gehen.“ 

Verletzten-Update 

Stürmer Noah Botić wird im Laufe der Sommervorbereitung ins Mannschafstraining einsteigen, Offensivakteur Manprit Sarkaria wird wohl erst mit Jänner 2027 wieder voll einsatzfähig sein.

Siehe auch:

Fotocredit: lb-photo-Lukas Biereder und Harry Dostal/www.sport-bilder.at