Waffenlieferung an TaiwanTrump glaubt, Druckmittel gegen China zu haben President-Donald-Trump-walks-across-the-South-Lawn-of-the-White-House-Friday-May-15-2026-in-Washington-on-return-from-Beijing-where-he-met-with-China-s-President-Xi-JinpingChina werde „wohl nichts unternehmen“, solange er im Amt sei, denkt Trump. (Foto: AP Photo/Jacquelyn Martin)TeilenFolgen auf:whatsappwhatsapp

Die USA sind Taiwans wichtigster militärischer Rückhalt. Aktuell wartet die selbstverwaltete Insel auf die Zusage einer wichtigen Waffenlieferung. Nach seinem Besuch in China hält Trump seine Entscheidung aber in der Schwebe – aus Kalkül, behauptet er.

US-Präsident Donald Trump sieht seine ausstehende Entscheidung über weitere Waffenverkäufe an die von China beanspruchte Insel Taiwan als effektives Druckmittel gegenüber Peking. Er lasse das noch in der Schwebe, „es hängt von China ab“, sagte Trump dem Sender Fox News. „Ehrlich gesagt ist es für uns ein sehr guter Trumpf für Verhandlungen.“ Dem Präsidenten zufolge gehe es um Waffen im Wert von 14 Milliarden US-Dollar (rund 12 Milliarden Euro).

Während seines Rückflugs aus Peking in die USA hatte Trump bereits angekündigt, dass er zeitnah eine Entscheidung treffen werde. Er müsse allerdings zunächst mit Taiwan darüber sprechen. Der US-Kongress hatte das jüngste Waffengeschäft mit Taiwan bereits im Januar 2025 genehmigt. 

China lehnt solche Waffenverkäufe ab, weil es Taiwan für sich beansprucht, obwohl die Inselrepublik eine unabhängige und demokratische Regierung hat. Taiwan gehörte nie zur 1949 gegründeten kommunistischen Volksrepublik. Trotzdem beabsichtigt China, es sich einzuverleiben. Peking drohte bereits mit dem Einsatz des Militärs, sollte dies nicht auf friedlichem Wege funktionieren. Die USA unterstützen seit langem Taiwans Bemühungen, seine Streitkräfte zu modernisieren und die Verteidigungsfähigkeit zu stärken. 

Warnung an Taiwan

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte in Gesprächen mit Trump in Peking vor möglichen Konflikten mit den USA gewarnt, sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine „äußerst gefährliche Lage bringen“, sagte er.

Trump betonte in dem Interview mit Fox News, dass er lange mit Xi über das Thema gesprochen habe. Taiwan sei schon immer das Wichtigste für Chinas Staats- und Parteichef gewesen. Solange er im Amt sei, glaube er allerdings nicht, „dass sie etwas unternehmen werden“ – wohl mit Blick auf ein mögliches militärisches Vorgehen Pekings gegen die Inselrepublik. Der US-Präsident betonte zugleich: Es solle alles so bleiben, wie es aktuell sei. 

Trump warnte zugleich Taiwan davor, offiziell die Unabhängigkeit von China auszurufen. Dafür gibt es in Taipeh allerdings auch keine Pläne. „Wir wollen nicht, dass jemand sagt: ‚Lasst uns unabhängig werden, weil die Vereinigten Staaten hinter uns stehen'“, betonte der US-Präsident. Damit gab Trump auch die chinesische Sichtweise wieder. Staatschef Xi Jinping hatte nach den Worten des US-Präsidenten gesagt, er wolle „keinen Unabhängigkeitskampf“ in Taiwan sehen.

In Taipeh ist seit 2016 die Demokratische Fortschrittspartei an der Macht. Weil eine Unabhängigkeit Taiwans Teil ihres Programms ist, betrachtet Peking die Regierung als separatistisch. Präsident Lai Ching-te erklärte jedoch, keine formale Unabhängigkeit anzustreben, da der Inselstaat mit seinen 23 Millionen Einwohnern aus seiner Sicht quasi schon ein unabhängiges Land ist. Taiwans Opposition, die im Parlament eine Mehrheit hat und für mehr Austausch mit China eintritt, brachte jüngst einen eigenen Vorschlag für einen umfangreichen Sonder-Verteidigungshaushalt durch, der weitere US-Waffenkäufe vorsieht.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/AFP