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Hannover (Niedersachsen) – Was als Rettungsaktion für den Abiball an der Bismarckschule begann, ist für ihn zum echten Verkaufsschlager geworden: Mit selbst designten Lehrersammelkarten verdient Aiko Zimmermann (19) seinen Lebensunterhalt. Bunte Karten mit Lehrer-Gesichtern, Namen und Fächern drauf – eine Idee aus dem Klassenraum, die jetzt deutschlandweit Schule macht.
Sammelkarten retten Abiball in Hannover
Im Sommer 2025 macht Aiko sein Abitur an der Bismarckschule in Hannover. Die Schülerkasse ist fast leer. Ein Kuchenverkauf bringt kaum Geld, die Anzahlungen für den Abiball reichen nicht. Aiko schlägt vor, Sammelkarten wie von Panini oder Pokémon zu gestalten – mit den Gesichtern ihrer Lehrer. Zu Hause entwirft er am Computer erste Designs.

So sehen die fertigen Lehrersammelkarten aus
Foto: Marcus Prell
85 Lehrer lassen sich für Karten drucken
Viele Lehrer sind zunächst skeptisch. Aiko Zimmermann: „Sie hatten Angst, dass wir sie schlecht darstellen würden. Wir mussten lange erklären, dass es eine Wertschätzung und keine Bewertung ist.“ Am Ende machen 85 Lehrer mit.
Der Verkauf startet in den Pausen. Innerhalb einer Woche gehen 2000 Packs mit je fünf Karten über den Tisch: „Wir waren sofort ausverkauft.“ Die Abiturienten drucken eine zweite Auflage, basteln außerdem aus Ordnern und Klarsichtfolien Sammelalben. Auch die sind ruckzuck verkauft. Am beliebtesten waren die Karten im Lehrerkollegium selbst. Gesamterlös: 6000 Euro. Damit ist der Abiball gerettet.
Einser-Abi trotz Unternehmensgründung
Der Jungunternehmer arbeitet weiter am Projekt: „Ich konnte mir vorstellen, dass es auch andere Schulen gibt, die das mit mir machen würden. Irgendwann habe ich TikTok-Videos über das Projekt hochgeladen – und die sind viral gegangen.“

Die Karten kann man in Alben sammeln
Foto: Marcus Prell
Parallel zum Abitur programmiert er seine erste Web-App und gewinnt eine weitere Schule aus Hannover als Kunden. Sein Abitur besteht er mit 1,8. Heute ist das Projekt ein Vollzeitjob. Aiko Zimmer führt sein Unternehmen aus dem Kinderzimmer, kümmert sich um Verwaltung, Softwareentwicklung, Kunden, Material und Buchhaltung. Er arbeitet rund 50 Stunden pro Woche. Aiko: „Ich verdiene meinen Lebensunterhalt mit den Karten. Es läuft super.“
50 Schulen haben schon bestellt
Mittlerweile kann man über seine Homepage www.lehrerkarten.de Sammelkarten und eine Art Spielkarten mit Vergleichswerten bestellen. Auf der Vorderseite sind ein Bild des Lehrers, sein Name, seine Fächer und ein Zitat. Die Hintergrundfarben sind an die Fächerfarben angepasst. Aiko Zimmermann: „Die Schüler erstellen das Grundgerüst und schicken ihren Lehrern einen Link. Die können selbst entscheiden, tragen ihre Daten und Antworten selbst ein.“
Nach knapp einem Jahr haben schon 50 Schulen seine Karten bestellt. Aiko Zimmermann hat eine GmbH gegründet und große Pläne: Bald sollen richtige Sammelalben, Filter für die Fotos und Glitzerkarten dazukommen. Demnächst möchte er drei eigene Mitarbeiter einstellen.