Szene aus dem Film "Iron Maiden: Burning Ambition": Vier Rockmusiker auf einer Bühne spielen E-Gitarren und posieren mit energischen Gesten.

AUDIO: Filmtipp: „Iron Maiden: Burning Ambition“ (4 Min)

Stand: 15.05.2026 15:37 Uhr

Iron Maiden ist eine der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Die aus London stammende Heavy-Metal-Band gibt es seit 50 Jahren. Ihre wechselvolle Geschichte kommt mit der Doku „Burning Ambition“ ins Kino.

von Ocke Bandixen

Wie ist aus einer Kneipenband in London, aus einem Haufen langhaariger Deep-Purple-Fans die Heavy-Metal-Ikone Iron Maiden geworden? „Wir spielten in den Pubs in der East Lane“, erinnert sich Steve Harris, der Bassist und Kopf der Band. „Und dann wurde alles immer größer, wie bei einem Schneeball.“

Steve Harris hält Band seit 50 Jahren zusammen

Was hatten Iron Maiden, was anderen fehlte? Die richtige Mischung aus eingängigen Liedern, Lautstärke und Ambition. Wie der Titel des Films es schon sagt: „Burning Ambition“. Sie wollten den Erfolg, unbedingt. Vor allem Steve Harris, der seit Jahrzehnten alles zusammenhält – und gleich mal den ersten Sänger Paul Di Anno feuert, weil der zu viel Drogen nimmt.

Video:
Trailer zum Film: „Iron Maiden: Burning Ambition“ (2 Min)

Eskapismus im Rock

Die Hardrock-Bands der frühen 70er-Jahre waren gerade in eine Schaffenskrise gerutscht: Black Sabbath, Led Zeppelin, Deep Purple – der Punk stellte die alten Posen in Frage. Da formierten sich ab 1975 – gerade in den Industriestädten Nordenglands und den trüben Vororten Londons – Bands, die die Gitarren, die Wut und das Gefühl der Verlorenheit der Jugend aufnahmen. Und die düstere Bilderwelt der Vorgänger: Saxon, Def Leppard – und eben Iron Maiden.

Für die Band wie für die Fans: Eskapismus in Rock. Musik wie ein Spätfilm: Nachtgestalten, Ritter der Finsternis, Songs wie Albträume mit doppelten Gitarrenläufen, bretterndem Schlagzeug und Sirenengesang.

Iron Maiden vereinen das meisterhaft, spätestens seit der charismatische Bruce Dickinson ihr Sänger wird. Die Band hebt ab und wird in den 80ern zum Stadion-Act. Und das fast ohne Präsenz in Presse und Radio.

Bruce Dickinson, Sänger von Iron Maiden, 2025 in der Veltins-Arena.

Im Juni 2026 gastiert die Heavy-Metal-Band in der „Heinz von Heiden Arena“. Der Ticketverkauf läuft.

Erfindung des Maskottchens Eddie – aus Schüchternheit

Dazu kommt ihr Maskottchen Eddie, eine Art Zombie mit blitzenden Augen, das auf jedem Cover und Konzertplakat zu sehen ist. Geliebt von den Fans, ein Schockbild für alle anderen. Ursprünglich erfunden, weil die Bandmitglieder alle zu schüchtern waren für die großen Posen.

Und da wäre es bestimmt noch interessanter geworden: Woher kommen die Musiker? Was ist ihr Hintergrund? Wer schreibt eigentlich die Lieder? Der Film bleibt da vage.

Die Bühne des Wacken Open Air

Der Film begleitet die Gründer Holger Hübner und Thomas Jensen zurück zu den Anfängen des größten Metal-Festivals der Welt.

Iron Maiden zwischen Krisen und Comebacks

Nur als der Film von Band-Krisen erzählt, kommt man näher an sie heran. Zum Beispiel, als Sänger Bruce Dickinson für ein paar Jahre aussteigt. Schlagzeuger Nicko McBrain ist entsetzt. Das tut man den Fans nicht an. Und der Idee Iron Maiden auch nicht.

Iron Maiden geraten nicht nur deshalb in den 90er-Jahren in die Krise. Das Genre Grunge verdrängt Heavy Metal. Und Iron Maiden spielen auf einmal wieder in halbvollen, kleineren Hallen. Dazu kommen Krankheiten, Ausfälle, Druck der Plattenfirma.

Band steht für viele Menschen für Spaß – und für Freiheit

Wie eine Achterbahn sei so eine lange Karriere, sagt Steve Harris. Iron Maiden kommen durch alle Krisen – durch ihre Fans. Überall auf der Welt, ob in Osteuropa oder Südamerika, im Nahen Osten oder Asien. Und das ist die zweite Geschichte, die im Film erzählt wird, und das wirklich anrührend: wie die Musik für so viele unterschiedliche Menschen für Freiheit und Spaß, für Lebenslust und Verbundenheit steht. Dann geht es für die Band nicht mehr um Geld, sondern darum, die Leute glücklich zu machen.

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Der Kinojahrgang bietet tolle Filme – etwa einen Thriller von Steven Spielberg, die Komödie „Der Teufel trägt Prada 2“, und „Die Odyssee“ von Christopher Nolan.

Kino-Doku allem für Fans: Iron Maiden spielt polnischer Hochzeit

Dazu kommen kuriose Anekdoten, zum Beispiel wie die Band 1985 mal unerkannt auf einer polnischen Hochzeit spielt. Oder dass der Sänger Bruce Dickinson mit Pilotenschein die bandeigene 737 fliegt. Manchmal wird es ein bisschen ermüdend: das Beschwören des Mythos. Das Pathos in Leder. Ein Film vor allem für Fans. Aber auch, wer es nicht ist oder wird, glaubt schließlich, was jemand im Film sagt: Die Welt ist ein besserer Ort, weil es Iron Maiden gibt.

Szene aus dem Film "Iron Maiden: Burning Ambition": Vier Rockmusiker auf einer Bühne spielen E-Gitarren und posieren mit energischen Gesten.

Iron Maiden: Burning Ambition

Genre:
Dokumentation

Produktionsjahr:
2026

Produktionsland:
Vereinigtes Königreich, USA

Zusatzinfo:
Mit Steve Harris, Bruce Dickinson, Nicko McBrain und anderen

Regie:
Kyle Balda

Länge:
106 Minuten

Altersempfehlung:
ab 12 Jahren

Kinostart:
14. Mai 2026