Die USA haben ihre vorübergehend aufgehobenen Sanktionen gegen den russischen Ölsektor wieder in Kraft gesetzt. Eine entsprechende Ausnahmeregelung lief in der Nacht aus. Bislang gibt es keinen Hinweis, dass die Lockerung erneut verlängert werden soll.
Die US-Regierung hatte in Reaktion auf die gestiegenen Ölpreise Mitte März Sanktionen auf den Verkauf von russischem Öl, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt verladen wurde, gelockert und die Ausnahme später noch einmal verlängert. Zahlreiche Länder hatten die Aufweichung von Sanktionen gegen Russland kritisiert.
In den USA gibt es seit Jahren Sanktionen, die den russischen Ölsektor betreffen. Mit ihrer Ausnahmeregelung wollten die USA globale Energiemärkte beruhigen. Russland wiederum nutzt die Einnahmen aus der Ölindustrie zur Finanzierung seines Kriegs gegen die Ukraine – deshalb war die Lockerung der US-Sanktionen höchst umstritten. Sie wurde sowohl im Ausland kritisiert als auch von den Demokraten in den USA.
Die demokratischen Senatorinnen Jeanne Shaheen und Elizabeth Warren hatten die Regierung von Präsident Donald Trump am Freitag aufgerufen, die jüngste Ausnahme nicht zu verlängern: »Das Finanzministerium muss endlich seine schlecht durchdachte Politik beenden, Russland dabei zu helfen, noch mehr Geld aus Präsident Trumps rücksichtslosem Krieg im Iran zu schlagen«, schrieben sie in einer gemeinsamen Mitteilung. Mit Blick auf den Benzinpreis in den USA gebe es zudem keine Anzeichen dafür, dass die Maßnahme die Kosten für amerikanische Familien senke.
Benzinpreis erreicht in den USA neuen Höchststand
Der Benzinpreis ist in den USA seit Beginn des Kriegs im Iran erheblich gestiegen. An diesem Samstag mussten Amerikaner für eine Gallone – das sind 3,785 Liter – im Schnitt 4,52 US-Dollar (3,88 Euro) zahlen, wie aus einer Übersicht des Automobilverbands AAA hervorgeht. Zu Beginn des Irankriegs lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 US-Dollar.
© Lea Dohle
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